Altöttinger Liebfrauenbote

Festmesse zum Geburts- und Tauftag des hl. Br. Konrad am 22. Dezember

"Unser ganzes Leben ist ein Geben und Empfangen"

Der Höhepunkt "seines" Jubiläumsjahres war eine besinnliche Eucharistiefeier – ein Rahmen, der dem "gefeierten" Heiligen Bruder Konrad gefallen haben dürfte. Ein ganzes Jahr lang haben die deutschen Kapuziner, das Bistum Passau und der Wallfahrtsort Altötting an den als sehr bescheiden bekannten "Heiligen des Alltags" erinnert. Den eigentlichen Anlass des Jubiläumsjahres, der 200. Geburts- und Tauftag Br. Konrads am 22. Dezember, feierten die Kapuziner in der neugestalteten St. Konradkirche. "Unser ganzes Leben ist ein Geben und Empfangen", erinnerte der Provinzial der Deutschen Kapuzinerprovinz, Br. Marinus Parzinger in seiner Predigt und stellte den langjährigen Klosterpförtner als Heiligen vor, dessen "Beispiel lebendig bleibt".

Blick auf den Bruder Konrad-Schrein und in die frisch renovierte St. Konrad-Kirche.
Blick auf den Bruder Konrad-Schrein und in die frisch renovierte St. Konrad-Kirche.

Der Dank sollte bei der Festmesse im Vordergrund stehen, betonte Kapuzinerpater Norbert Schlenker in seinen Begrüßungsworten: der Dank für die Unterstützer sowie für die Beteiligten an der Renovation der St. Konradkirche, für die im Anschluss an den vom Frauenbund-Chor gestalteten Gottesdienst eine "Wohltäter-Tafel" enthüllt wurde; vor allem aber der "Dank für das Leben und die Taufberufung des hl. Br. Konrad und für die vielen guten Erfahrungen in diesem Wallfahrtsjahr, das von Br. Konrad, dem dritten Patron der Diözese Passau und Mit-Patron der Deutschen Kapuzinerprovinz, geprägt war". Auch der Prediger und Hauptzelebrant Br. Marinus bedankte sich: für das Jubiläumsjahr und die damit verbundene "große Aufmerksamkeit, die die Kirche und der Heilige fanden, und für die vielen Besucher, die hoffentlich näher zu Br. Konrad geführt wurden".

"Br. Konrad wollte seine Verbundenheit mit Gott mit den Menschen teilen"

Provinzial Br. Marinus Parzinger (im Bild links, M.) bei der Eucharistiefeier.
Provinzial Br. Marinus Parzinger (im Bild links, M.) bei der Eucharistiefeier.

Vor allem hob Br. Marinus in seiner Predigt das "Gedenken" an den Heiligen hervor. Der Prediger betonte: "Von Geben und Empfangen lebt die Gemeinschaft – auch die mit Gott"; in diesem Sinne sei Br. Konrad nach wie vor ein Beispiel für die Menschen. Br. Marinus erinnerte an den "frommen Kapuzinerbruder", der "im Gegensatz zu so vielen Menschen nicht um sich selbst kreiste", sondern sich seinen Mitmenschen gewidmet habe. Gerade durch das regelmäßige Gebet "konnte er auch loslassen und sich auf andere Menschen einlassen". Br. Marinus erinnerte an Br. Konrads Großzügigkeit gegenüber den Bedürftigen und an dessen Ausspruch: "Das kommt alles wieder herein, was man den Armen herausgibt" – "Diese Einstellung wünsche ich mir auch heute", kommentierte Br. Marinus. Mittelpunkt im Leben des Heiligen sei die "Feier der Eucharistie" gewesen – "eine Gabe, die ihm Kraft gab", stellte Br. Marinus fest und fügte hinzu: "Br. Konrad wollte seine Verbundenheit mit Gott mit den Menschen teilen."

"Das ganze Leben ist ein Geschenk"

Provinzial Br. Marinus Parzinger bei der Segnung der Gedenktafel (siehe Text).
Provinzial Br. Marinus Parzinger bei der Segnung der Gedenktafel (siehe Text).

"Das ganze Leben ist ein Geschenk", erklärte Br. Marinus. Doch oft brauche es Zeit, das Leben als solches wahrzunehmen; Zeit, um vor allem auch zu entdecken, "was Familie bedeutet" und "Menschen, die uns wohlgesonnen sind". Dem Nützlichkeitsdenken des als "homo oeconomicus" umschriebenen "modernen" Menschen attestierte Br. Marinus eine "innere Leere", denn: "Wer seine Identität an Dingen festmacht, der wird letztlich scheitern." Stattdessen erinnerte er an Worte des Propheten Jesaja, der das "Leben als Quelle" beschrieb. "Wasser lässt sich nicht festhalten", kommentierte Br. Marinus; eine solche Haltung erfordere Vertrauen – Vertrauen auf Gott, wie es auch Br. Konrad gehabt habe. Mehr noch: "Br. Konrad hat von diesem Vertrauen gelebt." Nicht nach dem Nutzen, sondern nach dem Willen Gottes habe Br. Konrad gefragt und auf diese Art zu einem erfüllten Leben gefunden. "Wir bleiben Individuen, sind aber von Gott gerufen, Verantwortung zu übernehmen", fasste Br. Marinus zusammen. Insbesondere betonte er, "dass Familien zusammenhalten und dass Kinder einen guten Ort finden, wo sie wachsen können und wo ihnen auch der Glaube mitgegeben wird". Diese Haltung des Gebens und Empfangens könnten Menschen auch heute noch von Br. Konrad lernen; Br. Marinus appellierte: "Bleiben wir in der Spur des hl. Br. Konrad und nehmen wir ihn uns zum Vorbild."

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Hier finden Sie einen Link zu dem von Allround-TV produzierten Video-Mitschnitt zu einer Fackelwanderung und zu einem Tauferneuerungsgottesdienst am 22. Dezember in Parzham

Hier finden Sie einen Link zu einem von Allround-TV produzierten Video-Mitschnitt der Aufführung des Bruder Konrad-Spiels "Zwiegespräch mit einem Fremden" des Landvolktheaters Halsbach in voller Länge

 

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