Altöttinger Liebfrauenbote

Vierte Altöttinger Fastenpredigt mit Dekan Anton Spreitzer aus Ortenburg

Eine Kraft, die schon da ist

"Heilen, was verwundet ist" lautet das Motto der diesjährigen Reihe der traditionellen Altöttinger Fastenpredigten. In der letzten von insgesamt vier Predigten sprach Anton Spreitzer, Pfarrer in Ortenburg, Dekan des Dekanats Vilshofen und designierter Direktor im Haus der Begegnung Heilig Geist in Burghausen (ab 1. September), über seinen persönlichen "Lieblingsheilungsbericht" im Evangelium und erklärte u.a., dass in jedem von uns "Unglaubliches steckt".

Vor der Fastenpredigt in der Sakristei der Stiftspfarrkirche (von links): stellvertretender Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker, Mesner Thomas Kowatschwewitsch, Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Luise Hell, Dekan Anton Spreitzer, Kaplan Michael Osterholzer und Subregens Christoph Leuchtner.
Vor der Fastenpredigt in der Sakristei der Stiftspfarrkirche (von links): stellvertretender Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker, Mesner Thomas Kowatschwewitsch, Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Luise Hell, Dekan Anton Spreitzer, Kaplan Michael Osterholzer und Subregens Christoph Leuchtner.

Die Fastenpredigten setzen das Thema des Eucharistischen Stundengebets der Kapuziner fort, das auch Motto der diesjährigen Wallfahrtssaison ist. Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl begrüßte nicht nur den Prediger, der bald in Burghausen im Landkreis Altötting wirken wird, sondern auch den ehemaligen Altöttinger Kaplan Christoph Leuchtner, der mittlerweile Subregens am Priesterseminar Regensburg ist – in dem Amt, das Dekan Spreitzer von 2007-2012 innehatte; außerdem begrüßte er den aktuellen Altöttinger Kaplan Michael Osterholzer, der vor seiner Priesterweihe 2018 rund ein Jahr lang ein Pastoralpraktikum bei Pfr. Spreitzer in Ortenburg absolviert hatte. Zum Thema der Predigt stellte Prälat Mandl in seiner Begrüßung fest: "Wir alle tragen unsere Lebenswunden."

"Dein Glaube hat dich gerettet"

Dekan Anton Spreitzer während seiner Predigt in der Stiftspfarrkirche.
Dekan Anton Spreitzer während seiner Predigt in der Stiftspfarrkirche.

Es sind dies Wunden unterschiedlichster Art, die aber alle gemeinsam haben, dass sie letztlich geheilt werden können – dies verdeutlichte Dekan Spreitzer in seiner Predigt über das Evangelium von der "Heilung einer kranken Frau" (Mk 5,24-34), das laut eigener Aussage seine "Lieblingsgeschichte im ganzen Neuen Testament ist" – weil sie beispielhaft sei für das menschliche Leben und dafür, was Glaube bewirken kann, wie er erklärte.

Die Frau im Evangelium leide nicht nur körperlich, sondern auch seelisch aufgrund der gesellschaftlichen Ausgrenzung, die sie wegen ihrer Krankheit erfahren habe müssen, stellte er fest. Jesus aber stelle sie nicht bloß, verurteile sie nicht, sondern wende sich ihr zu. Mehr noch: durch seine Ansprache "Meine Tochter" binde er sie wieder voll ein in die Gemeinschaft. Jesus trete auch nicht als "Superstar" oder "Wunderheiler" auf, sondern spreche nur die Worte: "Dein Glaube hat dich gerettet" sowie "Geh in Frieden!". Dieses "Shalom" am Ende sei viel mehr als bloßer Friede und verdeutliche, dass es Jesus um "ein konsequent heiles Leben" gehe. Der erstgenannte Satz verdeutliche darüber hinaus, dass die heilende Kraft nicht erst von Jesus kommt. "Es ist eine Kraft, die schon da ist", betonte Dekan Spreitzer. Man könne sie "Glaube, Hoffnung, Liebe" nennen. Diese Kraft sei in allen Menschen angelegt, betonte der Prediger. Um sie wirksam werden zu lassen, sollten sich die Menschen "ein Herz fassen" wie die kranke Frau im Evangelium, die sich durch eine Menschenmenge einen Weg zu Jesus hindurchbahnte und "sein Gewand berührte".

"Gott ist bereits da im Leben"

Eucharistische Prozession zur Anbetungskapelle.
Eucharistische Prozession zur Anbetungskapelle.

"Glaube kann manchmal sehr schwer sein", räumte Dekan Spreitzer ein. Dennoch: "Gott ist bereits da im Leben", stellte er fest und empfahl den Zuhörern, immer wieder die Nähe zu Jesus zu suchen, denn: "In jedem von uns steckt Unglaubliches – Lassen wir es uns von Jesus hervorholen."

Nach der Fastenpredigt fand eine feierliche Eucharistische Prozession zur Anbetungskapelle statt.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

 

Altöttinger Liebfrauenbote GmbH
Neuöttinger Straße 5
84503 Altötting

Tel: 08671 / 9273 - 0
Fax: 08671 / 9273 - 29

Email: vertrieb@liebfrauenbote.de
Web: www.liebfrauenbote.de