Altöttinger Liebfrauenbote

Tag des Altöttinger Marienwerkes

Eine Gemeinschaft, die ermutigt

Die Wallfahrt nach Altötting zu fördern ist eine der großen Aufgaben des "Altöttinger Marienwerkes". Eine Aufgabe, die sich beim diesjährigen "Tag des Marienwerks" am 8. September u.a. beim Festgottesdienst in der St. Anna-Basilika erkennen ließ, als der "Pilgerpfarrer" der großen Regensburger Fußwallfahrt predigte. Hannes Lorenz, Pfr. in Nabburg/St. Johannes Baptist, erklärte, wieso gerade eine "Gemeinschaft der Kreuzträger" besonders guten Halt geben könne. Neben der gemeinsamen Eucharistiefeier hatte das Marienwerk in seinem Gebäude am Kapellplatz ein gewohnt abwechslungsreiches kulturelles Programm auf die Beine gestellt.

Beisammensein vor dem Gebäude des Altöttinger Marienwerks mit u.a. Vorsitzendem Msgr. Josef Fischer (2.v.r.) und Prediger Pfr. Hannes Lorenz (M.).
Beisammensein vor dem Gebäude des Altöttinger Marienwerks mit u.a. Vorsitzendem Msgr. Josef Fischer (2.v.r.) und Prediger Pfr. Hannes Lorenz (M.).
Bild mit Kapellchor und dem "Kapellorchester des Altöttinger Marienwerks".
Bild mit Kapellchor und dem "Kapellorchester des Altöttinger Marienwerks".
Viele Besucher sahen sich den Marienfilm im Filmsaal im Gebäude des Altöttinger Marienwerks an.
Viele Besucher sahen sich den Marienfilm im Filmsaal im Gebäude des Altöttinger Marienwerks an.

Die Aufgaben der Gemeinschaft sind vielfältig und dies zeigte auch der Ablauf des Tages, der traditionell einmal im Jahr vor allem für die vielen Mitglieder und Förderer des Marienwerks veranstaltet wird. Vorsitzender Msgr. Josef Fischer und Geschäftsführer Josef Herrmann begrüßten zahlreiche Gäste im Haus am Kapellplatz 18 zur Begegnung und zum Austausch.

Dass vor allem auch die Pflege der Musik am Wallfahrtsort zum "Markenkern" der Gemeinschaft zählt, zeigte bereits der Gottesdienst am Vormittag, den der Kapellchor gemeinsam mit dem Kapellorchester des "Altöttinger Marienwerkes" mit Max Filkes "Missa in G" gewohnt eindrucksvoll gestalteten. Großes Aushängeschild ist freilich der Chor der Altöttinger Kapellsingknaben und Mädchenkantorei unter Leitung von Herbert Hager, der weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt ist. Die Besucher wurden heuer am Nachmittag vom Bläserensemble des Marienwerks "Altes Blech" belohnt, das eine "besinnliche halbe Stunde" zu Ehren des hl. Br. Konrads in der St. Konradkirche gestaltete.

Außerdem standen Filmvorführungen auf dem Programm, darunter insbesondere die Neuproduktion aus diesem Jahr "Die Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau" anlässlich des Jubiläums "60 Jahre Dioramenschau" – auch die Schaubilder zur Geschichte der Wallfahrt nach Altötting, die unter dem Dach des Marienwerks beheimatet sind, konnten besichtigt werden. Die Besucher hatten zudem die Gelegenheit sich die beiden "Marienfilme" aus den Jahren 1950, bzw. 1977, bzw. den "Bruder Konrad-Film" von 1999 anzusehen.

Solidarisch sein und den Glauben neu beleben

Eucharistiefeier beim Festgottesdienst mit (v.l.) Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, Msgr. Josef Fischer und Pfr. Hannes Lorenz.
Eucharistiefeier beim Festgottesdienst mit (v.l.) Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, Msgr. Josef Fischer und Pfr. Hannes Lorenz.
Msgr. Josef Fischer spendete abschließend den Segen mit der Kopie des Gnadenbildes.
Msgr. Josef Fischer spendete abschließend den Segen mit der Kopie des Gnadenbildes.

Zuallererst versteht sich das "Altöttinger Marienwerk" als eine Glaubens- und Gebetsgemeinschaft. Dass der Glaube und dass Gebete Halt geben und tragen, verdeutlichte Pfr. Lorenz in seiner Predigt: "Jeder von uns trägt sein eigenes Kreuz und jeder von uns trägt im Gebet das Kreuz der anderen mit", sagte er u.a. Eine Form der Solidarität, die zu allen Zeiten, besonders aber in dieser Zeit dringend notwendig sei: Wer seinen Glauben zeige und treu zur Kirche stehe, der werde doch heute viel zu oft von vielen Seiten nur belächelt, stellte er fest. Viele hätten das Gefühl, "als Christ allein dazustehen". Das Tagesevangelium erscheine da fast wie eine Zumutung: "Wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir hergeht, der kann nicht mein Jünger sein", zitierte er einen Satz mehrmals (vgl. Lk 14, 25-33). Doch der christliche Glaube sei kein "Schönwetterglaube", der sich beim ersten Anzeichen von Schwierigkeiten in Luft auflöse. Jünger zu sein, bedeute "Solidarität unter dem Kreuz" – "Solidarität mit dem Herrn, der für uns sein Kreuz getragen hat" und Solidarität innerhalb der "Gemeinschaft der Kreuzträger", in der alle einander tragen hülfen. Jesu Anliegen sei es stets, "unseren Glauben neu zu beleben" und die Gottesmutter Maria, die im Vertrauen auf Gott ihren "Weg bis unter das Kreuz gegangen ist", sei Vorbild. Sie stehe den Gläubigen stets zur Seite. Pfr. Lorenz betonte: Gerade an einem Marienwallfahrtsort wie Altötting "spüren wir die Gemeinschaft, die uns ermutigt und unterstützt und in deren Mitte Maria selbst steht". Er resümierte: Diese "Gemeinschaft der Kreuzträger bildet sich ab in der Gemeinschaft des "Altöttinger Marienwerkes".

Am Nachmittag fand traditionell der AVE Mariengruß – wegen des Regenwetters nicht vor der Gnadenkapelle, sondern in der Stiftspfarrkirche – statt, der von der Altöttinger Hofmusik unter Leitung von Karlmann Kanzler musikalisch gestaltet wurde; Msgr. Fischer spendete abschließend den Segen mit der Kopie des Gnadenbildes.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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Urkunde und Cäcilienabzeichen für zwei verdiente Musiker des Kapellorchesters

Seit über 50 Jahren spielen Prof. Dr. Gerhard Goldmann (3.v.r.) und Hermann Waritschlager (4.v.r.) im Kapellorchester des "Altöttinger Marienwerkes" unter Leitung von Max Brunner (l.); nachdem ihr Engagement bereits intern gewürdigt worden war, hat sie nun Msgr. Josef Fischer, Vorsitzender des "Altöttinger Marienwerkes", auch offiziell geehrt: im Rahmen des Festgottesdienstes am "Tag des Marienwerks" überreichte er ihnen im Namen der Diözese Passau eine Urkunde zum 50-jährigen Jubiläum sowie das Cäcilienabzeichen mit Goldkranz.

"Im Schnitt kommt es im Jahr zu 40-50 Orchestermessen und wenn man die 50 Jahre bedenkt, mag jeder für sich ausrechnen, welche goldene Zahl dabei herauskommt", erklärte Msgr. Fischer. Ausdrücklich würdigte er das große Engagement der beiden Musiker. Goldmann spielt die 1. Geige im Kapellorchester und betätigt sich außerdem in dessen "Sprecherrat" sowie bei der Nachwuchsfindung. Als 13-Jähriger trat er dem Ensemble bei und blieb ihm über all die Jahre treu. Ebenso Waritschlager, der mit 19 Jahren zum Kapellorchester stieß. Er spielt Bratsche und aushilfsweise auch Geige. Auch er ist Mitglied im Sprecherrat und übernimmt ehrenamtlich administrative Aufgaben.

Text: Michael Glaß, Foto: Roswitha Dorfner