Altöttinger Liebfrauenbote
Immer im Mittelpunkt: die Monstranz mit dem lebendigen Christus – hier während des Abends der Barmherzigkeit in der Basilika St. Anna.
Immer im Mittelpunkt: die Monstranz mit dem lebendigen Christus – hier während des Abends der Barmherzigkeit in der Basilika St. Anna.

Adoratio-Kongress in Altötting versammelt über 2.000 Teilnehmer im Namen des Herrn

Ein Geschenk für die Seele

Zum Gebets- und Glaubenskongress "adoratio" haben sich über 2.000 Menschen auf den Weg nach Altötting gemacht. Die dreitägige Veranstaltung wurde auf Einladung von Bischof Stefan Oster erstmals in Deutschland ausgerichtet.

Zahlreiche Besucher kamen im Rahmen des Adoratio-Kongresses in die St. Anna Basilika in Altötting – nicht zu den Veranstaltungen in dem Gotteshaus, sondern auch zu den Live Übertragungen von den Veranstaltungen aus dem Kultur + Kongress Forum.
Zahlreiche Besucher kamen im Rahmen des Adoratio-Kongresses in die St. Anna Basilika in Altötting – nicht zu den Veranstaltungen in dem Gotteshaus, sondern auch zu den Live Übertragungen von den Veranstaltungen aus dem Kultur + Kongress Forum.

Sogar die Natur hat mitgespielt. Wer zum Auftakt des Glaubenskongresses auf die Wallfahrtsstadt zufuhr, sah bei herrlicher Föhnlage das wuchtige Alpenmassiv – ein Bild dafür, dass Menschen, die im Glauben beheimatet sind, nicht das Weite, sondern die Weite suchen. Eine Weite, wie sie auch der heilige Klosterpförtner von Altötting, Bruder Konrad, gefunden hat. Der Kongress zur eucharistischen Anbetung und Erneuerung des Glaubens war ein Geschenk für die Seele, die Schwingungen des Lebens zu reflektieren und etwas für die innere Weite zu tun.

Mal mitreißend und beschwingt, mal ruhig und nachdenklich – begleitete die Altöttinger Musikgruppe "Nightfire" zunächst die Messfeier, dann den Abend der Barmherzigkeit. Jede und jeder spürte: Da stehen nicht nur Könner am Mikrofon, sondern Leute, die mit jeder Phase ihres Herzens die Frohe Botschaft musikalisch erzählen.

Im Eingangsbereich der Basilika informierte ein Schild: "Dies ist ein Haus Gottes! Sie sind willkommen, um zu verweilen und zu beten!" Diese Einladung wurde dankbar angenommen. Bereits eine dreiviertel Stunde vor Beginn war auf den Bänken kein Sitzplatz mehr zu ergattern; viele Besucher verfolgten die Feier im Stehen, manche setzten sich auf den Boden und wieder andere verbrachten die ganze Zeit auf den Knien.

"Gott hat den ersten Platz in meinem Leben"

Diözesanbischof Stefan Oster (r.) dankte seinem Vorgänger, Bischof em. Wilhelm Schraml (l.) für die Anbetungskapelle in Altötting.
Diözesanbischof Stefan Oster (r.) dankte seinem Vorgänger, Bischof em. Wilhelm Schraml (l.) für die Anbetungskapelle in Altötting.

Ingrid Wagner (Passau) und Roland Kiechle (Augsburg) begrüßten "im Herzen Bayerns" Teilnehmer aus vielen deutschen Diözesen, darunter Gäste aus Österreich, der Schweiz, Frankreich und der Niederlande. "Ich bin schier überwältigt", sagte ein glücklicher Passauer Bischof. Über hundert Helfer hätten mit "Herzblut geackert", um den Kongress auf die Beine zu stellen. Ihnen dankte er ebenso wie Bischof em. Wilhelm Schraml, dass er 2006 die eucharistische Anbetung mit der Anbetungskapelle in besonderer Form auf den Kapellplatz gebracht habe. Schraml berichtete in einem bewegenden Moment wie Papst Benedikt der XVI. bei seinem Besuch 2006 nach der Eucharistiefeier als erster Anbeter in der Anbetungskapelle verweilte. Auf Altötting bezogen, sagte der Altbischof: "Ich danke Gott von Herzen, dass er diesen Ort so segnet."

In seiner Predigt fragte der Augsburger Weihbischof Florian Wörner: "Was ist wichtig im Leben? Wo geht uns das Herz auf? Welchen Stellenwert hat dabei Gott?" Und machte bei den Besuchern eine Art Gewissenserforschung: "Hand aufs Herz: Geht nicht alles andere vor – und Gott ist unter ferner liefen ...?" Anbetung heiße, "Gott hat den ersten Platz in meinem Leben". Der Augsburger Weihbischof knüpfte ein untrennbares Band zwischen Anbetung und Nächstenliebe: "Wer vor Gott hinkniet, der kann nicht wegschauen, wenn draußen einer Hilfe braucht."

Stille kehrte ein in der Basilika, als das Allerheiligste auf dem Zelebrationsaltar zur Anbetung ausgesetzt wurde. Lichteffekte tauchten das Gotteshaus in unterschiedliche Farben. Die goldene Monstranz wurde angestrahlt und auf diese Weise das Zentrum des Glaubens deutlich gemacht. Es bestand die Möglichkeit zur Anbetung, zum Gespräch mit einem Seelsorger und zur Beichte. Für alle, die etwas für ihre spirituelle Weite tun wollten, war der Adoratio-Kongress in Altötting eine gute Adresse.

Text: Werner Friedenberger / red, Fotos: Roswitha Dorfner

Viele weitere Beiträge zu den Gottesdiensten, Workshops, Vorträgen, etc. im Rahmen des dreitägigen Kongresses finden Sie in der aktuellen Printausgabe des Altöttinger Liebfrauenboten sowie auch einige Beiträge auf der Website des Bistums Passau.

Impressionen

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