Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Zahlreiche Pilgergruppen erreichen im Mai den Gnadenort in Altötting – die meisten zu Fuß, viele mit dem Bus und einige auf eher ungewöhnliche Weise mit dem Traktor oder auf Kutschen und Pferden. – Hier eine kleine Auswahl der Wallfahrtsgruppen.

Jesus, Heil der Welt – Wallfahrt aus Landau/Isar

Am Freitag, 17. Mai, um 17.15 Uhr hatten sich 36 Fußpilger aus Landau/Isar auf den Weg gemacht, um die Nacht hindurch im Gebet nach Altötting zu marschieren. Am Hörndl bei Holzen – der letzten Raststation – gab's eine Überraschung: der ehemalige Landauer Pfarrer Christian Kriegbaum war am frühen Samstagmorgen aus seiner nahegelegenen neuen Wirkungsstätte Winhöring gekommen, um den Pilgern "Grüß Gott" zu sagen, war er doch in den letzten Jahren immer von Landau aus mitgepilgert. Auch nach der Ankunft in Altötting und Einbegleitung zur Gnadenkapelle gab's für die Landauer Fußwallfahrer durch Kapuzinerpater Ludwig Wörle einen herzlichen Empfang (1. Bild). Das diesjährige Wallfahrtsthema "Heilen was verwundet ist" verband P. Ludwig mit Jesus Christus, das Heil der Welt. Heilung geschehe nur dann, so P. Ludwig, wenn wir bereit sind, die Botschaft Jesu anzunehmen. Eine halbe Stunde später, gegen 8.30 Uhr, erreichte die zweite Pilgergruppe aus Landau unter der geistlichen Leitung von Stadtpfarrer August Lindmeier und Pfarrvikar P. Nelson, die mit dem Bus etwas abkürzten und ab 4.30 Uhr von Geratskirchen aus zu Fuß nach Altötting pilgerten, den Gnadenort (2. Bild). Der stellvertretende Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker begrüßte die Landauer Pilger nach dem Einzug in die Stiftspfarrkirche "als Volk Gottes auf dem Weg" und verwies auf die beiden großen "Pilger-Heiligen" am Gnadenort: Maria, die Jesus auf dem Weg bis zum Tod am Kreuz begleitete, und auf den hl. Bruder Konrad, der in seinem Leben viel gepilgert sei in der Nachfolge Jesu.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Pilgerleiter-Jubiläum – Wallfahrt aus Berglern

"Christus vollendet unseren Glauben und Maria steht uns zur Seite, damit wir nicht müde werden, an ihren Sohn zu glauben", versicherte Kapuzinerpater Sunil Kachappally den 70 Fußpilgern aus Berglern nach deren Ankunft am frühen Samstagnachmittag, 18. Mai. Sebastian Faltermaier trug wieder das Berglerner Pilgerkreuz voraus. Nicht müde, seine tiefe Verbundenheit zu Altötting zu bezeugen, ist Pilgerleiter Josef Stangl (1. Bild, Mitte im Hintergrund), der bei der abendlichen Lichterprozession für sein 30jähriges Engagement als Pilgerleiter von Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl geehrt wurde. Die Fußpilger aus Berglern (liegt im Erdinger Moos) hatten sich am 18. Mai um 4.15 Uhr Richtung Hörgersberg auf den Weg gemacht, kürzten dann mit dem Bus bis Tüssling ab, um die restliche Wegstrecke auf dem Kreuzweg von Heiligenstatt nach Altötting zu pilgern.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Glaube und Vertrauen – Wallfahrt aus Ingolstadt-Zuchering

"Dein Glaube hat dir geholfen", zitierte Kapuzinerpater Ludwig Wörle am 19. Mai aus den Heilungsgeschichten im Evangelium – Glaube und Vertrauen seien Voraussetzung für Heilung an Leib und Seele, betonte er mit Blick auf das diesjährige Wallfahrtsmotto. P. Ludwig hatte die rund 50 Teilnehmer der Wallfahrt aus Ingolstadt-Zuchering (Pfarrei St. Blasius) einbegleitet und sprach mit ihnen ein Dankgebet vor der Hl. Kapelle. Auch heuer zogen diese nach ihrer viertägigen und ca. 135 Kilometer langen Fußwallfahrt mit einer kleinen Statue der Schwarzen Muttergottes und mit einem großen mit Blumen bestückten Vortragskreuz über den Kapellplatz; außerdem hatte jeder Pilger sein persönliches kleines Kreuz mitgetragen. Auch eine "Muttertags"-Rose trugen sie wieder mit sich, wenngleich sie heuer ihre Wallfahrt aufgrund der Erstkommunionfeier in der Pfarrei um eine Woche verschieben mussten. Sei's drum: im Marienmonat Mai ist ja quasi jeder Tag ein "Muttertag", insbesondere in Altötting. Die beiden Pilgerleiter Erna und Herbert Kramer freuten sich über eine gelungene Wallfahrt. Mit dem ehemaligen Eichstätter Dompropst Prälat Klaus Schimmöller feierten die Pilger schließlich eine hl. Messe in St. Konrad.

Text und Fotos: Michael Glaß

Neues Bewusstsein – 5. Bulldog-Wallfahrt

Ein Gebet, "dass Gott uns hilft, ein neues Bewusstsein zu bekommen, was notwendig ist und was nicht", sprach Kapuzinerpater Bruder Jeremias Borgards am 19. Mai mit den Teilnehmern der fünften Bulldog-Wallfahrt aus Erding, Bergham, Freising und Umgebung; auch eine kleine Gruppe aus Wolnzach in der Hallertau hatte sich ihnen angeschlossen. Sehr klimafreundlich mögen die Traktoren nicht sein, führte Br. Jeremias aus, doch seien sie zweifelsohne nützlich – ganz im Gegenteil etwa zu Kreuzfahrtschiffen, stellt er fest, denn: "Erholen kann man sich auch anders!" Auf einer Wallfahrt zum Beispiel, wie sie erneut der Hallbergmooser Bulldog-Oldtimer-Verein "Bayerische Eicher-Fahrer am Hausler-Hof" unter Leitung von Maria und Karl Vieregg organisiert hatte. Mit 40 Bulldog-Oldtimern – mehr als in den Jahren zuvor, wie Br. Jeremias feststellte – tuckerten die rund 50 Teilnehmer in den Wallfahrtsort, um dort ihre Fahrzeuge segnen zu lassen und im Anschluss daran mit dem ehemaligen Eichstätter Dompropst Prälat Klaus Schimmöller und den Pilgern aus Ingolstadt-Zuchering eine hl. Messe in St. Konrad zu feiern.

Text: Michael Glaß, Fotos: Michael Glaß 5, Roswitha Dorfner 5

Schöpfung Gottes bewahren – Pferdewallfahrt

"Mit Gott in Verbindung zu stehen ist gerade auch für Wallfahrer/innen gut", sagte Kapuzinerpater Bruder Jeremias Borgards bei der 13. Pferdewallfahrt aus dem ober- und niederbayerischen Raum am 19. Mai; Br. Jeremias blickte dabei vor allem auf Manuela Mitterbauer als "Vor-Reiterin" auf ihrer Araber-Stute Suleika und mit dem Pilgerkreuz in Händen. Organisator Ludwig Mitterbauer aus Dietersburg-Baumgarten freute sich über die rege Teilnahme mit 15 Pferde-Gespannen/-kutschen und etwa 30 Reiter/innen. Das "Bilderbuchwetter" tat sein Übriges, jedenfalls bot sich für die Kapellplatzbesucher ein prächtiges Bild, als am Sonntagnachmittag die herausgeputzten Gespanne und die Reiter/innen auf ihren edlen Tieren den Kapellplatz erreichten, die Gnadenkapelle umrundeten und sich zur kurzen Statio zwischen Marienbrunnen und Gnadenkapelle platzierten. Mit Blick auf die baldige Europawahl, die ja oft als "Klimawahl" bezeichnete werde, appellierte Br. Jeremias an unser Verantwortungsbewusstsein und forderte ein stetes Eintreten um die Bewahrung der Schöpfung Gottes. "Als Christen sind wir verpflichtet, das Leben zu wählen, den Einsatz für das Leben, das Gott uns geschenkt hat", betonte er. Nach dem "Vaterunser-Gebet" für all die mitgebrachten Anliegen der Pilger, dem abschließenden Segen und der Verteilung der geweihten Anhängerkreuzchen wurden Rösser, Reiter, Kutschierer und alle "Schaulustigen" kräftig mit Weihwasser besprengt. Roß und Reiter sowie die Kutschen setzten sich dann wieder in Bewegung, um die Gnadenkapelle ein drittes Mal zu umrunden, bevor es in sichtlich schnellerer Gangart Richtung Heimat ging.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner