Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Der Mai ist Marienmonat und damit natürlich auch beliebter Monat für eine Wallfahrt zur "Schwarzen Madonna" nach Altötting. Viele Pilgergruppen kamen in den letzten Tagen an – eine kleine Auswahl.

Für "einen Augenblick" – Fußwallfahrt aus Vilshofen a.d.D./Aunkirchen

Da staunte Kapuzinerbruder Ernst-Konrad Mackenbrock nicht schlecht, als er am 4. Mai zwei Nachwuchs-Pilger begrüßen durfte (4. Bild): zum vierten Mal pilgerten bereits der erst 11jährige Severin und zum dritten Mal sein jüngerer Bruder Moritz (7) nach Altötting. Die beiden hatten an der mittlerweile traditionsreichen Fußwallfahrt aus Vilshofen a.d.D./Aunkirchen teilgenommen, die nach 39 Kilometer Fußmarsch ihr Ziel erreichte: Jung waren auch der Vortragskreuzträger und die Trägerinnen des Jubiläums-taferl, das auf die 175. Jubiläums-Fußwallfahrt verwies. Pilgerleiter Josef Königseder dankte allen 140 Teilnehmern herzlich fürs Mitpilgern. "Maria, schenke mir einen Augenblick, deinen Augenblick ..." zitierte Bruder Ernst-Konrad aus einem Heilungsgebet, passend zum diesjährigen Wallfahrtsmotto "Heilen, was verwundet ist". Altötting als Gnadenort Unserer Lieben Frau und des hl. Bruders Konrad werde vielfach aufgesucht von Menschen die Heilung an Körper und Seele suchten, erklärte er.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Auf Maria schauen – Wallfahrt aus der Diözese Eichstätt mit Bischof Gregor Maria Hanke OSB

Am Sonntag, 5. Mai, kamen 500 Wallfahrer aus der Diözese Eichstätt mit dem Eichstätter Oberhirten Gregor Maria Hanke OSB ins "Herz Bayerns". Sie waren mit neun Omnibussen angereist, davon sechs aus dem Oberpfälzischen Neumarkt, wie Domkapitular Norbert Winner berichtete. Die Eichstätter Buspilger standen unter Leitung von Domvikar Reinhard Kürzinger. Der stellvertretende Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker begrüßte die Pilger zum festlichen Pontifikalamt in der St. Anna-Basilika.

Bischof Hanke erläuterte in seiner Predigt das Evangelium des Sonntags (Joh 21, 1-19): "Dort wo unser Glaube schwach wird, dürfen wir mit dem Auferstandenen rechnen", stellte er fest. Er erinnerte an die Frage des auferstandenen Jesus an den Apostel Petrus: "Liebst du mich?" Diese Frage sei berechtigt, denn die Apostel hätten sich wenig standhaft im Glauben gezeigt, im Gegenteil: Der Tod Jesu habe die Jünger gänzlich aus der Bahn geworfen. Glaubensverlust habe sich breitgemacht; das leere Grab und das Zeugnis der Frauen seien nicht überzeugend für sie gewesen. Die Jünger hätten sich hinter verschlossenen Türen versteckt, wollten in ihr altes Leben als Fischer zurückkehren. "Der Herr gibt nicht auf, zeigt sich den Jüngern mitten im Alltag", betonte Bischof Hanke. Ohne auf Autorität und Macht zu pochen, "geht Jesus mit ihnen einen Weg und erneuert so die Botschaft Gottes in ihnen". Bischof Hanke weiter: "Jesus geht ihnen nach, er versuchte den Glauben in der Begegnung mit ihnen zu erneuern". Dies sei zugleich eine Botschaft an die Welt: Der Weg des Kreuzes ist der Weg des Glaubens in die Liebe – nicht in Furcht und Angst. Die Osterüberlieferung mache noch etwas deutlich: Frauen kämen im Oster-Evangelium nicht weiter vor. Warum – dafür hatte Bischof Hanke eine Erklärung parat: "Weil sie im Glauben stark und festgehalten haben!" Darum Bischof Hanke's Appell: Auf Maria schauen; auf ihren Glaubensweg, der sich auszeichnet im "Offensein für Gott und in der Bereitschaft zur Nachfolge" – nur dieser Weg führe über alle menschlichen Krisen hinweg und hinein in die "Liebesfähigkeit, nach der die Welt hungert".

Der Ursprung dieser jährlichen Wallfahrt geht auf das Jahr 1945 zurück, als Kriegsheimkehrer aus dem Oberpfälzischen Neumarkt, Diözese Eichstätt, aus Dank zur Gnadenmutter nach Altötting pilgerten.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Schwester im Glauben – Fußpilger aus der Pfarreiengemeinschaft Mamming-Niederhöcking in Altötting

"Ihr habt Euch wie Maria, unsere Schwester im Glauben, auf den Weg gemacht" – Kapuzinerpater Norbert Schlenker hieß die 56 Fußpilger aus der Pfarreiengemeinschaft Mamming-Niederhöcking am Samstagmorgen, 11. Mai, nach der Einbegleitung und kurzen Statio vor der Gnadenkapelle herzlich willkommen. 60 Kilometer hatten diese in einer "Nachtwallfahrt" zurückgelegt und so wieder das Gelübde eines Kriegsheimkehrers eingelöst. Wie die Gottesmutter den Weg ihres Sohnes bis unter das Kreuz begleitet habe, so sei sie auch Wegbegleiterin der Kirche durch die Jahrhunderte, erklärte P. Norbert. Er verwies auf das erste Heilungswunder, wodurch die Wallfahrt nach Altötting entstanden sei und wünschte den Wallfahrern beim anschließenden gemeinsamen Pilgergottesdienst (Fuß- und Buspilger) in der St. Anna-Basilika mit Pfarrer Thomas Gleißner eine "Begegnung mit Christus, dem Heil der Welt".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Heil und Heilung – Wallfahrt aus Frontenhausen bei Dingolfing

70 Wallfahrer aus Frontenhausen bei Dingolfing unter der geistlichen Leitung von Pfarrer Thomas Diermeier konnte Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl am 11. Mai nach der Einbegleitung über den Kapellplatz zum Kongregationssaal in Empfang nehmen. Ein Teil der Pilger hatte ab 4 Uhr frühmorgens die 45 Kilometer nach Altötting zu Fuß zurückgelegt bei teils regnerischem Wetter. Seit 1489 pilgerten die Menschen zum Gnadenort um Ermutigung, Heilung und Stärkung zu bitten, erklärte Prälat Mandl bei der Pilgerbegrüßung und erklärte: "Maria sieht auch Eure traurigen Augen und Sorgenfalten und hat für jeden eine Lösung parat. Maria reicht Eure Bitten an ihren göttlichen Sohn weiter um Heil und Heilung  zu erbitten."

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Jesus, unser guter Hirte – "Auer Bittgang"

In Regenkleidung gehüllt zogen am 11. Mai die 240 Oberlandler Fußwallfahrer, der sogenannte "Auer Bittgang" (ab Rosenheim-Schlossberg und Umgebung), unter Leitung von Rupert Hille laut betend über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika. "Ihr habt es geschafft, seid auch etwas geschafft, verständlich nach den Strapazen einer zweitägigen Fußwallfahrt", zollte Kapuzinerpater Heinrich Grumann seinen Dank und Respekt. Auch wenn das Wetter beim Pilgern unterwegs etwas ungünstig gewesen sei: "Wir brauchen den Regen dringend", stellte er fest. Fürs "guade Okemma" stimmte Pilgerleiter Hille sogleich das Pilgerlied "Schwarze Madonna" an. Am Gnadenort Unserer Lieben Frau könne man dem Himmel ein Stück näher kommen, sagte P. Heinrich. "Auch Ihr seid gekommen, um Euer Herz der Gottesmutter hinzuhalten, um zu danken für diese Tage der Glaubensgemeinschaft unterwegs und um mit neuer Kraft in den Alltag zurückzukehren." Beim Pilgergottesdienst verwies P. Heinrich auf das Evangelium vom guten Hirten (Joh 10,1ff), der uns immer nahe sei, der auch die verirrten und versprengten Schafe heimhole. Jesu Worte "Meine Schafe hören auf meine Stimme" deutete P. Heinrich als eine Botschaft an uns, auf dass "wir uns immer wieder aufs Neue um eine persönliche Bindung und Beziehung zum guten Hirten Jesus Christus bemühen".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner