Altöttinger Liebfrauenbote
Fröhlicher Einzug in die St. Anna-Basilika.
Fröhlicher Einzug in die St. Anna-Basilika.

Über 5.000 Pilger mit der Passauer Jugend-Fußwallfahrt in Altötting

"Kommt her, mir nach!"

Über 5.000 Pilger sind heuer am 4. Mai mit der Passauer Jugend-Fußwallfahrt nach Altötting gekommen. Das Wallfahrtsmotto "Kommt her, mir nach!" (Mk 1, 17) war eine echte Herausforderung: Regen, Kälte und Wind erhöhten die ohnehin großen Strapazen auf dem rund 90 Kilometer langen Weg. Die Stimmung nach dem zweitägigen Fußmarsch bei der Begrüßung und beim Vorabendgottesdienst in der St. Anna-Basilika war dennoch fröhlich und ausgelassen.

Einzug durch ein Spalier an applaudierenden Zuschauern über den Kapellplatz.
Einzug durch ein Spalier an applaudierenden Zuschauern über den Kapellplatz.

Den Applaus der vielen im Spalier stehenden Zuschauer am Altöttinger Kapellplatz jedenfalls hatten sich die Pilger redlich verdient. Die Musikgruppe "Nepomuk" sorgte sowohl beim Empfang, als auch beim Gottesdienst für Stimmung und ein Teil der Musikgruppe gestaltete auch die anschließende abendliche Lichterprozession. Altöttings Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl freute sich in seinen Begrüßungsworten in der Basilika über die vielen "Glaubenden, Suchenden und Hoffenden, die Maria im Blick haben". Der stellvertretende Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker erklärte: "Wir freuen uns immer wieder, wenn die Basilika so gut besetzt ist", dass sie aus allen Nähten zu platzen scheine; insbesondere dann, wenn so viele junge Gesichter darunter seien. Auch der hl. Bruder Konrad habe nach dem Wallfahrts-Motto mit dem Aufruf zur Nachfolge Jesu gelebt, erinnerte er. "Viel Freude auf dem Weg mit Jesus", wünschte P. Norbert den Pilgern.

"Herz öffnen für die Begegnung mit dem Auferstandenen"

Junger Pilger mit Kreuz und Jesus-T-Shirt.
Junger Pilger mit Kreuz und Jesus-T-Shirt.

Diese waren an den zwei Tagen der Wallfahrt den Weg der Jünger gewissermaßen nachgegangen. Dem Anfangsgottesdienst zum Wallfahrtsmotto über die Berufung der ersten Jünger (Mk 1, 16-20) folgten vier Stationen zu den Themen Nachfolge, Entscheidung, Hören und Vertrauen. Beim Gottesdienst mit Jugendpfarrer Wolfgang de Jong am Ziel in Altötting zum Evangelium über die Erscheinung Jesu am See von Tiberias (Joh 21, 1-14) schloss sich der Kreis: "Wir wollen unser Herz öffnen für die Begegnung mit dem Auferstandenen", leitete Pfr. de Jong ein.

"Da hab' ich g'wusst: Das is' Jesus."

Rollenspiel zum Thema "Menschen"-Fischen.
Rollenspiel zum Thema "Menschen"-Fischen.
Jugendpfarrer Wolfgang de Jong erteilt den Segen.
Jugendpfarrer Wolfgang de Jong erteilt den Segen.

Ein im bairischen Dialekt vorgetragenes fiktives Rollenspiel über "zwei namentlich nicht genannte Jünger Jesu" am Tag nach der Erscheinung Jesu eröffnete die Predigt: "Da hab' ich g'wusst: Das is' Jesus. – Komm! Leg'n ma unser' Sach' weg und geh' ma! Wir müssen die Botschaft Jesu zu den Menschen bringen", demonstrierten die beiden Schauspieler die mutmaßliche Reaktion der Jünger. Pfr. de Jong erklärte in seiner Predigt: Die Begegnung mit dem Auferstandenen sei "ein Geschenk, mit dem auch wir rechnen dürfen". Auch wenn sich ein solches Ereignis nicht "be-rechnen" lasse, steht für den Prediger außer Zweifel: "Jesus offenbart sich jenen, die an ihn glauben und für ihn offen sind." Auf das "Sich-Einlassen" auf Jesus komme es an. Pfr. de Jong betonte den Wert und die Bedeutung der Eucharistie und außerdem, dass das "persönliche Bekenntnis zum Auferstandenen" nicht einfach so feststehe, sondern sich entwickeln und wachsen müsse. "Der Alltag ist der Ort, wo sich der Glaube an den Auferstandenen immer wieder aufs Neue bewähren muss", stellte er fest.

An eben jenen Alltag zurück ging es für die Pilger bald nach der feierlichen Lichterprozession auf dem Kapellplatz – mit vielen Erinnerungen an – Pfr. de Jong: "das Abenteuer Fußwallfahrt". Ein Abenteuer, für das viele auch schlechtes Wetter in Kauf nehmen.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

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