Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Die Wallfahrtssaison in Altötting ist nur auch offiziell eröffnet worden. Viele Gruppen kamen Anfang Mai ins "Herz Bayerns" – eine kleine Auswahl.

Jubiläumswallfahrt – Landshuter Wallfahrerverein in Altötting

Unter Leitung von Diakon Eduard Daser (Bild rechts, 83) – seit 39 Jahren im Amt, vom damaligen Münchner Erzbischof Joseph Ratzinger geweiht und bereits als Ministrant seit 75 Jahren auf Altötting-Wallfahrt mit dabei – zogen die 90 Buspilger vom Altöttinger Wallfahrerverein aus Landshut am 1. Mai bei strahlendem Sonnenschein über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika, um am festlichen Pontifikalamt mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und Passaus Diözesanbischof Dr. Stefan Oster teilzunehmen. Wie bestellt war zum offiziellen Wallfahrtsauftakt in Altötting "Jubiläumswetter" angesagt, umso erfreulicher für die Landshuter Pilgergruppe, denn der Wallfahrerverein konnte sein 185. Jubiläum vermelden. Kapuzinerpater Siegbert Mayer wertete es als positives Zeichen, dass gerade mit der Teilnahme junger Pilger die Wallfahrtstradition aufrechterhalten werden könne. Er stellte fest: Der Marienmonat Mai erinnere uns in besonderer Weise daran, dass Jesus uns die Gottesmutter vom Kreuz herab zur Mutter gegeben habe.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Perfektes Wetter am Festtag – Fußpilger aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Gangkofen

Über "perfektes Pilgerwetter" freuten sich am Festtag Patrona Bavariae am 1. Mai die insgesamt 469 Fußpilger aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Gangkofen. Gegen 12.15 Uhr trafen sie nach rund 35 km Fußmarsch – um 4.30 Uhr frühmorgens waren sie aufgebrochen – in Altötting ein. Einen "großen Respekt vor der Leistung und vor der großen Teilnehmerzahl" zollte ihnen Kapuzinerpater Heinrich Grumann, als er sie nach der Pontifikalmesse zum 1. Mai in der St. Anna-Basilika begrüßte. U.a. stellte er ihnen den hl. Br. Konrad als "großen Marienverehrer" und Fürsprecher vor. Mit Pfr. Jakob Ewerling feierten die Pilger im Anschluss eine hl. Messe in der Basilika.

Text und Fotos: Michael Glaß

Flammen des Glaubens – Bischof Wilhelm Krautwaschl in Altötting

Dass am 2. Mai, genau am monatlichen Gebetstag um geistliche und kirchliche Berufungen, das Bischöfliche Pastoralamt aus Graz-Seckau im Rahmen der Priesterfortbildung eine Pilgermesse in der St. Magdalena-Kirche feierte, bezeichnete Kapuzinerpater Norbert Schlenker als "glückliche Fügung". Besonders herzlicher Gruß galt dem Hauptzelebranten und Prediger Bischof Wilhelm Krautwaschl. Im Gegenwirken auf Krisen der Kirche wünschte Bischof Krautwaschl, "dass wir gerade an Gnadenorten wie hier bei der Gnadenmutter, die uns stets auf Jesus verweist, neu Feuer fangen und zu Flammen unseres Glauben werden." Durch das Osterfest und die befreiende Botschaft von der Auferstehung des Herrn, dem Sieger über Leid und Tod, werde das Weggeleit unserer Kirche sichtbar, betonte er. Im Blick auf den Herrn, der heilt, und in unserem Ja zu Gottes Botschaft würden wir Maria ähnlich und "bringen so den Herrn zur Welt".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Heil an Leib und Seele – Fußpilger aus Thalmassing/Opf.

"Ich bin überwältigt von Eurer großen Schar", begrüßte am 4. Mai gegen 11 Uhr Kapuzinerpater Siegbert Mayer die Fußpilger aus Thalmassing/Opf. nach ihrer 35. Altötting-Wallfahrt in der St. Anna-Basilika. In der Tat waren es auch heuer sehr viele – über 400 Wallfahrer –, die an drei Tagen die 108 Kilometer lange Strecke ins "Herz Bayerns" gemeistert hatten. Mit "Wind und Regen am Freitag" sowie "Kälte und Nebel am Samstagfrüh" hatten sie dabei laut einem Pilgerbegleiter zu kämpfen. "Ich sehe viele junge Gesichter", freute sich P. Siegbert auch. Unter diesen waren einige Erstkommunionkinder, die sich – sie waren mit dem Auto nach Altötting gebracht worden – am Samstagvormittag von Kapuzinerpater Br. Georg Greimel in einer Führung den Wallfahrtsort zeigen ließen (letztes Bild). P. Siegbert verwies in seiner Begrüßung auf die Muttergottes als "eine wahrhaft wunderbare Begleiterin" auf dem Weg des Lebens. Dekan Anton Schober (1. Bild, r.) feierte mit den Pilgern in der Basilika eine hl. Messe und griff in seiner Predigt das diesjährige Wallfahrtsmotto "Heilen, was verwundet ist" auf. Um "heil an Leib und Seele" zu werden empfahl er regelmäßige Wallfahrten, außerdem das Gebet – gerade auch für die vielen "Glaubenslosen" und Suchenden der heutigen Zeit, damit Christus alle Menschen heilen könne.

Text: Michael Glaß, Fotos: Michael Glaß 7, Roswitha Dorfner 1

Vertrauen aufbauen – Fußwallfahrt aus Günzkofen

"Es ist wieder eine schöne Wallfahrt gewesen", bilanzierte Pilgerleiter Helmut Steinmeier die 133. Fußwallfahrt aus Günzkofen und Umgebung nach Ankunft am 4. Mai gegen Mittag. Erneut hatte er "seine" Gruppe in einer Nachtwallfahrt rund 60 km zum Gnadenort geführt. Kapuzinerbruder Ernst Konrad Mackenbrock geleitete die Pilger zur Hl. Kapelle, betete mit ihnen ein "Vaterunser" und ein "Gegrüßet seist Du, Maria" und sang mit ihnen das Lied "Maria, Dich lieben". In seiner Begrüßung riet er, zu Christus Vertrauen aufzubauen und anderen Menschen stets "auf Augenhöhe" zu begegnen.

Text und Fotos: Michael Glaß

Segen für neues Pilgerkreuz – Pilger aus Niederstraubing/Pfarrverband Holzland

Aus Niederstraubing/Pfarrverband Holzland im Landkreis Erding zogen am 4. Mai um die Mittagszeit 45 Pilger unter Leitung von Familie Neumaier zur Gnadenkapelle. Stolz trug Tim (14) das neue Pilgerkreuz voraus; das von Opa Anton in Auftrag gegebene Kreuz segnete Kapuzinerpater Ludwig Wörle während der Begrüßung. In Bezug auf das Wallfahrtsmotto erklärte P. Ludwig: Jesus könne nur heilend wirken bei Menschen gläubigen Vertrauens. Die Niederstraubinger waren um 4 Uhr früh abmarschiert; zunächst ging's nach Dorfen, dann mit dem Bus bis Tüssling und schließlich die letzten sieben Kilometer den Kreuzweg von Heiligenstatt nach Altötting wieder zu Fuß.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner