Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Am 1. Mai startet die Wallfahrt nach Altötting mit einem großen Pontifikalamt mit Erzbischof Ludwig Schick und Diözesanbischof Stefan Oster offiziell in ihre neue Saison. Inoffziell hat die Saison traditionell bereits mit dem Frühjahrshauptfest der Marianischen Männerkongregation begonnen und tatsächlich kamen schon viele Pilgergruppen an. – Hier eine kleine Auswahl von Gruppen, die in der letzten April-Woche kamen:

Für Seele und Körper – Fußpilger aus der Pfarrei Heilig Kreuz in Kelheim

"Sie haben einen weiten Weg hinter sich mit nicht gerade schönem Wetter – aber zum Wallfahrten gut geeignet", so begrüßte Kapuzinerpater Ludwig Wörle am 27. April die zahlreichen Fußpilger aus der Pfarrei Heilig Kreuz in Kelheim nach der Einbegleitung in der Stiftspfarrkirche St. Philippus und Jakobus. Zirka fünf Stunden hatten die Niederbayern da ab Massing (bis dort geht es mit dem Bus) in den Füßen – und sich bestimmt so manche Blase eingehandelt, wie P. Ludwig vermutete. Aber das passe ja gut zum Wallfahrtsmotto 2019, "Heilen, was verwundet ist", fügte er augenzwinkernd an. Das Motto beziehe sich aber natürlich in erster Linie auf die geistige Heilung: "Auch Sie dürfen hoffen, mit gläubigem Herzen in Altötting Heilung zu erfahren!" Schließlich feierten die Kelheimer in der Stiftspfarrkirche eine Pilgermesse mit ihrem Heimatpfarrer Leszek Smaglinski.

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst

Jubiläum mit Bischof – Fußwallfahrt aus Schwandorf

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer (2. Bild, M.) war Hauptzelebrant der feierlichen Pilgermesse in der St. Anna-Basilika anlässlich der 40. Jubiläumsfußwallfahrt von Schwandorf nach Altötting. 170 Kilometer hatten die rund 100 Pilger in vier Tagen absolviert. Eine respektable Leistung. Bischof Voderholzer marschierte selbst ein Stück mit und verkündete in seiner Predigt von der Freude am österlichen Glauben. Als die Altöttinger Kirchenglocken beim Einzug der Schwandorfer Fußpilger unter Leitung von Stefan Schenk am Samstagvormittag, 27. April, zu läuten begannen, war dies sowohl für die etwa 100 Pilger als auch für die auf dem Kapellplatz wartenden Familienangehörigen ein ergreifender Moment. Altöttings Wallfahrtsrektor sagte den Pilgern bei einer Statio vor der Gnadenkapelle ein herzliches Vergelt's Gott für das großartige öffentliche Glaubenszeichen in einer glaubensarmen Zeit, betonte seine Hochachtung und Wertschätzung zur 40. Jubiläums-Fußwallfahrt und dankte u.a. auch dem Wallfahrtsgründer und Ehrenpilgerleiter Diakon Hans-Dieter Göring. "Was wäre eine Wallfahrt ohne Pilgerleitung?", fragte er. Beim anschließenden Jubiläumsgottesdienst, dem sich viele weitere Pilgergruppen anschlossen, erinnerte Bischof Voderholzer an die "Freude der Osterbotschaft durch die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus" und erklärte: "Das Leben ist stärker als der Tod!" Eben jene hoffnungsfrohe Glaubensbotschaft lasse sich gerade auch bei einer Fußwallfahrt erfahren – im Gemeinschaftserlebnis im Gebet und nicht zuletzt im Wandern durch die Natur, die gerade im Frühling intensiv erlebt werden könne. Bischof Voderholzer betonte, dass nicht das Wegerlebnis allein zähle, sondern dass eine Wallfahrt stets ein Ziel habe. In Altötting verweise die Gottesmutter Maria auf ihren Sohn, den auferstandenen Herrn. Selbst wenn die Bibel kaum von Begegnungen des Auferstandenen mit seiner Mutter berichte, so erklärte Bischof Voderholzer zuversichtlich: "Der Auferstandene Herr ist zuerst seiner Mutter Maria begegnet." Maria habe zum Heilsplan Gottes ihr "Ja" gesprochen, habe ihren Sohn von der Geburt bis zum Tod am Kreuz begleitet und alles in ihrem Herzen bewahrt. Die Begegnung Jesu mit seinen Jüngern hingegen habe die Bedeutung einer "Zurüstung", damit diese als Zeugen und Verkünder der Osterbotschaft bis an die Grenzen der Erde gehen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Glaubenslichter – Wallfahrer aus Malgersdorf

Am 27. April um 2 Uhr morgens war für die 80 Wallfahrer aus Malgersdorf im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn Abmarsch mit dem Ziel Altötting. Verstärkung bekam die Fußpilgergruppe unter Leitung von Franz-Xaver Guggenberger und Pfarrvikar Robert Albert ab Neuötting durch junge Pfarreimitglieder wie Ministranten, Erstkommunionkinder und Firmlinge, die mit dem Bus angekommen waren. So bekam die Wallfahrt aus Malgersdorf beim Einzug kurz vor 13 Uhr über den Kapellplatz zur St. Konradkirche ein "junges Gesicht", worüber sich Kapuzinerpater Sunil Kachapally sehr freute. Pfarrer Joseph Peedikaparambil dankte "seinen Malgersdorfern" beim anschließenden Pilgergottesdienst in der Hoffnung, dass der auferstandene Herr uns in sein Osterlicht nehme, um als "Glaubenslichter" die Welt heller zu machen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Stolz auf wetterfeste Pilger – Wallfahrt aus Obergangkofen

Geregnet habe es bis Winhöring – also kurz vor dem Ziel –, schilderte Pilgerleiter Thomas Selmeier, doch nach der Ankunft seien alle Unbilden vergessen. Wie zur Bestätigung kam in Altötting tatsächlich die Sonne hervor zur Begrüßung der Fußwallfahrer aus Obergangkofen am 27. April. "Ich bin stolz auf euch", richtete Selmeier das Wort an seine Mitpilger, die immerhin bei nasskaltem Wetter 25 Kilometer in fünf Stunden von Neumarkt St. Veit aus unterwegs waren (bis dort geht es mit dem Bus) – eine Handvoll Hartgesottene seien sogar die ganze Nacht hindurch ab Obergangkofen unterwegs gewesen. Auch im nächsten Jahr wolle man zur Gnadenmutter pilgern, schließlich bestehe die Tradition schon seit über einhundert Jahren.

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst

Fruchtbringendes Fußpilgern – Wallfahrt aus Viechtach

130 Kilometer in drei Tagen hatten die 190 Viechtacher Fußpilger zurückgelegt und Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl zollte ihnen nach der Ankunft am 27. April in der St. Anna-Basilika einen "großen Respekt". V.a. dankte er Pilgerleiter Alfred Kasperbauer. Wettermäßig war alles dabei, wie dieser berichtete, beim Abmarsch sehr heiß und teils windig, am dritten Pilgertag Regenschauer – dieser Wechsel von Wärme und Kälte gehe besonders in die Knochen, stellte er fest. Doch beim ergreifenden Einzug in Altötting seien die Strapazen vergessen, sagt er, und als sich auch noch die Sonne am Himmel zeigte, wertete dies der Pilgerleiter als Belohnung "für unser Gebet unterwegs". Die Viechtacher Stadtkapelle gestaltete den Pilgergottesdienst musikalisch. Unter den Pilgerjubilaren, die mit einer Urkunde für 5, 10, 15, 20, 25, 30 und 45jährige Teilnahme geehrt wurden, war heuer auch Johann Schötz als Vorgänger im Amt des Pilgerleiters (45 Jahre). Besonderer Dank Kasperbauers galt Philipp Ernst (14) als jüngstem und Josef Plötz (81) als ältestem Teilnehmer sowie Alois Hackl, der die Pilgerkreuze anfertigte und dieses Jahr als Pilgerjubilar (30 Mal) ab Holzen das Vortragskreuz nach Altötting tragen durfte. Unter den Pilgerjubilaren befand sich auch Kilian Heimlich, ein Theologiestudent aus Osterhofen – aus dem Heimatort von Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Mandl, der dies als ein gutes Zeichen für "fruchtbringendes Pilgern" zur Gnadenmutter nach Altötting wertete.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Heilmittel für die Kirche – Fußpilger aus dem Pfarreienverband Pilsting-Großköllnbach-Parnkofen

Es war am Morgen des Weißen Sonntags, 28. April, ein prächtiges Bild am Kapellplatz, als die vielen Ministranten in ihre weißen Chorröcke gekleidet sowie die Erstkommunionkinder in weiß gewandet, die Fußpilger aus dem Pfarreienverband Pilsting-Großköllnbach-Parnkofen als Zeichen des Dankes und der Anerkennung zur St. Anna-Basilika einbegleiteten. Anlehnend an das Wallfahrtsmotto "Heilen was verwundet ist", bezeichnete Diakon Thomas Zauner in seiner Begrüßung die Teilnahme vieler Kinder an einer Wallfahrt als das beste "Heilmittel für eine erkrankte Kirche". Wenn junge Menschen durch eine Wallfahrt öffentlich bezeugen, "unser Herz schlägt für Jesus", dann sei das ein großartiges missionarisches Zeugnis in unserer Zeit, erklärte er. Pilgerleiter Albert Pöschl war sichtlich stolz über die großartige Wallfahrtsbeteiligung mit 80 Fußpilgern, verstärkt durch etwa 400 Buspilger, davon 100 Kinder und Jugendliche. Feierlich wurde der Wallfahrtstag in Altötting mit einem Pilgergottesdienst gekrönt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Nahtloser Übergang – Fußpilger aus Sünching

Während Altöttings Diakon Thomas Zauner die Pilger aus Großmehring willkommen hieß, erreichten am 28. April auch die Sünchinger Fußpilger unter Leitung von Familie Krottenthaler ihr Pilgerziel, umrundeten nach alter Pilgertradition die Gnadenkapelle und verrichteten kniend ihr Pilgergebet. So gab's einen nahtlosen Übergang und Zauner übernahm stellvertretend für Kapuzinerpater Heinrich Grumann erneut die Pilgerbegrüßung: "Es ist der Ruf der Gottesmutter, dem die Pilger nach Altötting folgen mit der Gewissheit: Maria nimmt all unsere Sorgen, Anliegen und Dank an, hilft uns tragen und übergibt alles ihrem göttlichen Sohn!" Dass auch eine Pilgergemeinschaft trägt zeigte sich bei der Gottesdienstfeier beider Pilgergruppen im Kongregationssaal mit Pfarrer Erwin Gietl und Pfarrer Peter König. Zweiterer hat die 117 Sünchinger Pilger bei ihrer 145. Fußwallfahrt in drei Tagen wieder fußpilgernd begleitet.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner