Altöttinger Liebfrauenbote

Zweite Altöttinger Fastenpredigt mit Pfarrer Peter König

Sehende Augen des Glaubens

"Heilen, was verwundet ist" lautet das Motto der diesjährigen Reihe der traditionellen Altöttinger Fastenpredigten. In der zweiten von insgesamt vier Predigten sprach in der Kirche St. Josef, Altötting-Süd, Peter König, Pfarrer in Vilsbiburg und regelmäßiger Altötting-Pilger, über seinen persönlichen "Lieblingsheilungsbericht" im Evangelium und über wirklich wertvolle Geschenke.

Pfarrer Peter König (3.v.l.) nach seiner Fastenpredigt mit (v.l.) Kaplan Michael Osterholzer, Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl und Pfarrvikar Deva Gudipalli.
Pfarrer Peter König (3.v.l.) nach seiner Fastenpredigt mit (v.l.) Kaplan Michael Osterholzer, Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl und Pfarrvikar Deva Gudipalli.

Die Fastenpredigten setzen das Thema des Eucharistischen Stundengebets der Kapuziner fort, das auch Motto der diesjährigen Wallfahrtssaison ist. Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl stellte den Prediger Peter König als wahrhaft "marianischen Pfarrer" vor, der mehrmals im Jahr den Gnadenort in Altötting besucht; das erste Mal pilgerte er vor 48 Jahren in das "Herz Bayerns", wie er in seiner Predigt verriet.

Wie schon der Prediger in der Vorwoche wählte auch Pfr. König das Evangelium über die Heilung des blinden Bartimäus (Mk 10,46-52) und dies aus naheliegenden persönlichen Gründen: denn beinahe wäre er aufgrund eines Bindehauttumors selbst erblindet. Pfr. König schilderte in seiner Predigt wie er die scheinbar endgültige Diagnose erhalten hatte, wie er dann aber doch noch mit einer Augen-OP geheilt werden konnte; vor allem aber erzählte er, wie eine scheinbar zufällige Begegnung die entscheidende Wende brachte: als er bei seinen wöchentlichen Krankenbesuchen als Pfarrer eine Patientin traf, die selbst erst kurz zuvor eine Krebs-Diagnose erhalten hatte, habe diese kurzfristig den Kontakt zu der Klinik hergestellt, die ihn schließlich gerade noch rechtzeitig operierte. Pfr. König resümierte: "Ja, es braucht Menschen, die Mut machen und die einem zur Seite stehen." Außerdem betonte er: "Es braucht den Glauben an Jesus, denn er schenkt uns das wahre Sehen – damit wir sehen, dass wir uns das Wertvollste im Leben nicht selbst erkaufen oder verdienen, sondern nur als Geschenk empfangen können: die Liebe, die Gemeinschaft, den Frieden in uns und in der Gemeinschaft, ein letztes Ziel im Leben."

"Anderes Sehen"

Pfarrer Peter König während seiner Predigt in der Kirche St. Josef.
Pfarrer Peter König während seiner Predigt in der Kirche St. Josef.

Mit Blick auf das Evangelium über den blinden Bartimäus hielt Pfr. König fest: "Der Blinde hatte die sehenden Augen des Glaubens, während viele Sehende um Jesus die wahren 'Blinden' des Glaubens waren." Insbesondere hob Pfr. König den letzten Satz hervor: "... und er folgte Jesus auf seinem Weg nach". Sein Glaube habe Bartimäus nicht nur geheilt, sondern ihm darüber hinaus ein "anderes Sehen" geschenkt – die Fähigkeit Jesu Weg zu erkennen und ihm nachzufolgen.

Ausdrücklich wies Pfr. König hin auf die Gottesmutter als "Helferin auf dem Weg" der Gläubigen – "auf dem Kreuzweg und auf dem Weg zur Auferstehung". Eindringlich bat er die Altöttinger: "Gebt den Pilgern Mut; empfangt sie mit fröhlichem Gesicht!" Und: "Öffnet Eure Türen und Herzen für die Pilger, die wie der blinde Bartimäus oft nichts sehen und sich nur vortasten können!" Denn "wir Menschen brauchen einander" und müssten einander helfen, selbst dann, "wenn es nur ein gutes Wort ist", das wir anderen geben können.

Text und Fotos: Michael Glaß