Altöttinger Liebfrauenbote

334. Oberpfälzer Fußwallfahrt mit 1.320 Teilnehmern

Den Glauben in einer Hand

Die Ankunft der Oberpfälzer Fußpilger am Dienstag vor dem Pfingst-Wochenende bildet in Altötting den Wallfahrtsauftakt vor dem großen "Pfingst(an)sturm". So zogen am 4. Juni unter den Klängen der Altöttinger Musikkapelle betend und singend 1.320 Fußpilger vom Franziskushaus über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika; an der Spitze die Geistlichkeit, die sich angeschlossen hatte. Dass das Rosenkranz-Gebet zum Wegbegleiter des Lebens werden sollte, das legte in seiner Predigt der Hauptzelebrant Pfarrer Hans Zeltsperger den Pilgern eindringlich ans Herz.

Der "Kreuzkuss" beim Einzug in die St. Anna-Basilika gehört traditionell dazu.
Der "Kreuzkuss" beim Einzug in die St. Anna-Basilika gehört traditionell dazu.

"Es war super schee zum Gehen. Es war zwar warm, aber ein stetes Lüfterl sorgte für angenehmes Pilgerwetter", freute sich Georg Schön, der Leiter der Daßwanger Pilgergruppe – eine der insgesamt vier Gruppen, die auf verschiedenen Wegen in drei bzw. vier Tagen zu Fuß nach Altötting gegangen waren, um dann ab dem Franziskushaus eine Pilgergemeinschaft zu bilden. Dieses Jahr führten die Daßwanger mit 260 Teilnehmern den Pilgerzug zum Kapellplatz an, vor Hemau (180), Beilngries (520) und Günching (360).

"Wir stehen zu Christus"

Einzug der Pilger in die Basilika.
Einzug der Pilger in die Basilika.

Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl nahm die Teilnehmer an der 334. Oberpfälzer Fußwallfahrt herzlich in Empfang und dankte für das eindeutige Glaubenszeugnis: "Wir stehen zu Christus, Maria, zum Papst, zum Bischof, zum Gnadenort als 'Herz Bayerns'", betonte er.

Die anschließende Eucharistiefeier nannte Pfarrer Hans Zeltsperger aus Edelsfeld einen Mittelpunkt und Höhepunkt des Glaubenslebens; mit am Altar standen die "Pilgerpriestern" Stefan Brand aus Abenberg, Clemens Mennicken aus Eichstätt, Johannes Trollmann aus Titting (er pilgerte mit einer kleineren Gruppe den Weg auch zu Fuß zurück), Artur Wechsler aus Berching, Jaczek Machura aus Breitenbrunn, Berno Lässer aus Hemau, Karl Schmidt aus Greding, Jan Lamparski aus Günching sowie Martin Fuchs aus Berg bei Neumarkt.

"Zeugen Jesu für die Welt"

Pfarrer Hans Zeltsperger mit dem Rosenkranz in der Hand während seiner Predigt.
Pfarrer Hans Zeltsperger mit dem Rosenkranz in der Hand während seiner Predigt.

Der Unterschied zwischen Walking, Wandern und einer Fußwallfahrt war für Pfarrer Zeltsperger in seiner Predigt schnell erklärt: es bedeute zwar in allen Fällen zu Fuß unterwegs zu sein, sich zu bewegen, aus dem Alltag auszubrechen, sich über die Schönheit der Schöpfung zu freuen. Die Besonderheit des Pilgerns sei aber mehr: "Wir sind betend und singend, bittend und dankend zum größten Marienheiligtum Bayerns unterwegs als Zeugen Jesu für die Welt", betonte er. Gebetet unterwegs werde gerade der Rosenkranz, der uns lehre, aus der Perspektive Mariens auf Jesus zu blicken. Der Prediger zitierte einen Ausspruch Kardinal Joachim Meisners, damals Weihbischof in Erfurt, der einem russlanddeutschen Gottesdienstbesucher einen Rosenkranz geschenkt hatte und darauf die Antwort bekam: "Ich habe den ganzen katholischen Glauben in (m)einer Hand!"

Pfarrer Zeltspergers Anliegen an die Oberpfälzer Fußwallfahrer: "Beten wir miteinander, auf dass auch die Kinder in diesen schwierigen Zeiten zum Glauben finden können." Mit dem Rosenkranz könne der Beter mit Gott in Beziehung treten und mit den Augen Mariens auf Jesus blicken – so habe der Beter "den ganzen Glauben in einer Hand".

Pilgerehrung

Pilgerehrung.
Pilgerehrung.

Bei der Pilgerehrung nach der abendlichen Marienandacht und Lichterprozession mit Statio vor der Gnadenkapelle wurden von der Beilngrieser Gruppe in besonderer Weise Franz Klein und Rudi Rackl bedacht; sie waren jeweils zum 50. Mal mit den Oberpfälzern nach Altötting gepilgert.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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