Altöttinger Liebfrauenbote

Bischof Stefan Oster hat Magnus Pöschl aus Neureichenau zum Priester geweiht

Ein Festtag für das Bistum

Es war der krönende Abschluss der Maria-Hilf-Woche 2019 und für den 26-jährigen Magnus Pöschl der Beginn eines neuen Lebensabschnitts – gleichzeitig geht ein Lebenstraum in Erfüllung: Magnus Pöschl wollte von Kindesbeinen an Priester werden.

Bischof Stefan Oster leht während des Weiheakts Magnus Pöschl die Hände auf.
Bischof Stefan Oster leht während des Weiheakts Magnus Pöschl die Hände auf.

Für seinen priesterlichen Dienst wünschte ihm Bischof Stefan Gottes Segen und dankte ihm dafür, dass er sich für diesen Weg entschieden hat. Auch aus der Heimatpfarrei Neureichenau und aus seiner derzeitigen Praktikumspfarrei Osterhofen waren viele Gläubige nach Passau gekommen, um bei diesem schönen Ereignis dabei zu sein. In Simbach am Inn wird Magnus Pöschl seine erste Kaplanstelle antreten.

Mit seiner Weihe am 29. Juni ging für ihn ein Lebenstraum in Erfüllung. In einer Zeit, in der das Bekenntnis zu Jesus Christus keinesfalls mehr selbstverständlich sei, brauche es Mut, diesen Schritt zu gehen, machte Regens Martin Dengler gleich zu Beginn des Festgottesdienstes deutlich. Er sei deshalb froh und dankbar, dass der junge Mann aus Neureichenau diesen Weg eingeschlagen habe.

Was bedeutet es, Jesus nachzufolgen? Diese Frage stellte Bischof Stefan Oster in seiner Ausdeutung des Evangeliums. In Cäsarea Philippi, einem Ort mit enormer Symbolkraft, einem weltlichen und religiösen Zentrum des damaligen Palästina, habe Jesus die Jünger gefragt, für wen die Leute den Menschensohn halten. Hier sei Petrus mit seiner Antwort "Du bist der Messias!" zum Felsen der Kirche geworden.

Mit Blick auf dem gewählten Primizspruch des Neupriesters "Meine Stärke und mein Lied ist der Herr!" (Psalm 118,14) ließ Bischof Oster keinen Zweifel, dass der Glaube eine Kraft und eine innere Gewissheit sein könne, die es ermögliche, immer wieder neu Hoffnung zu schöpfen. "Als Priester werden Sie manchmal in Form sein und manchmal gar nicht, aber wenn Sie die Sakramente im Sinn der Kirche spenden, wird der Herr Ihre Kraft sein", wandte sich Oster an Magnus Pöschl.

"Abgründig barmherzig" sowie "abgründig anspruchsvoll"

Bischof Stefan Oster umarmt den von ihm geweihten Neupriester Magnus Pöschl.
Bischof Stefan Oster umarmt den von ihm geweihten Neupriester Magnus Pöschl.

Als Priester, der aus dem Glauben Kraft gewinne, sei er ein herausforderndes Zeugnis für unsere Welt und Zeit. Als Beter werde er in einer großen inneren Freiheit bleiben, wodurch die Menschen spürten, dass er erfüllt sei von Christi Geist und Gegenwart. "Möge der Herr Ihr Lied sein und möge er damit die Freude Ihres Lebens sein", wünschte er dem Weihekandidaten.

Gleichzeitig mahnte der Bischof, Gott nicht zu verharmlosen. "Wenn wir ihn zu einem anspruchslosen Himmelsopi machen, der niemandem böse sein kann, egal wie wir leben, dann verkünden wir tatsächlich einen Gott, den am Ende niemand braucht." Die Menschen seien berufen, Salz der Erde zu sein. Sie seien berufen, einen "Rettergott zu verkünden, der absolute Liebe ist, aber auch absolute Wahrheit". Dieser Gott sei gleichermaßen "abgründig barmherzig" wie "abgründig anspruchsvoll". "Wir haben als legitime Antwort nur die Sprache der Liebe und der Hingabe – und das Bleiben bei Ihm, beim Kreuz, beim Auferstandenen, der uns Lied und Stärke ist und immer sein will."

Zum Schluss seiner Predigt wünschte der Bischof dem künftigen Priester, dass es ihm oft gelinge, den Menschen auch die innere Herzenstür aufzusperren. Eltern, Verwandten und Freunde des Geistlichen ermutigte der Bischof, weiterhin Weggefährten zu bleiben und mit ihm und für ihn zu beten.

Im Anschluss an die Predigt folgte die eindrucksvolle Weihezeremonie: die Allerheiligenlitanei, bei der der Weihekandidat auf dem Boden liegt; die Handauflegung durch den Bischof, während die große Glocke des Doms läutet; die Salbung der Hände; die Überreichung von Brot und Wein; das Anlegen des Priestergewands; die Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester; die Eucharistiefeier; der Primizsegen. Eine Dankandacht bildete den Abschluss dieses Festtags, dem mit sechs Primizfeiern in den kommenden Wochen weitere folgen werden.

Text und Fotos: Wolfgang Krinninger

Am 4. Juli feiert Magnus Pöschl Nachprimiz in Altötting: 17.30 Uhr Vesper in St. Magdalena, 18 Uhr Rosenkranz in der Gnadenkapelle, 19 Uhr hl. Messe in der Stiftspfarrkirche.