Altöttinger Liebfrauenbote
Missio-Präsident Klaus Krämer (2. Reihe, Mitte, von links), Diözesanbischof Stefan Oster und Bischof Rudolf Voderholzer aus Regensburg (mit Hut) reihten sich ein in den Zug Tausender kleiner Königinnen und Könige von der Basilika St. Anna zum Rathaus Altötting.
Missio-Präsident Klaus Krämer (2. Reihe, Mitte, von links), Diözesanbischof Stefan Oster und Bischof Rudolf Voderholzer aus Regensburg (mit Hut) reihten sich ein in den Zug Tausender kleiner Königinnen und Könige von der Basilika St. Anna zum Rathaus Altötting.

2.600 Königinnen und Könige bei Eröffnung der Sternsingeraktion in Altötting

Ein "wunderbares Zeugnis"

Gekrönte Häupter waren in Altötting schon öfter zu Gast, sogar in jüngerer Zeit zwei Päpste. Aber gut 2.600 kleine Königinnen und Könige auf einmal waren selbst für den Wallfahrtsort eine ganz neue Erfahrung. Denn von dem Wallfahrtsort aus wurden dieses Mal stellvertretend an die 300.000 Mädchen und Jungen ausgesandt, um ihren Segen in die Häuser der Menschen zu bringen und um Spenden für ihre Altersgenossen in Not zu erbitten.

Rund 2.600 kleine Königinnen und Könige verwandelten die Basilika St. Anna und später den Kapellplatz in Altötting bei der bundesweiten Sternsingeraussendung in ein Meer aus Sternen und Kronen.
Rund 2.600 kleine Königinnen und Könige verwandelten die Basilika St. Anna und später den Kapellplatz in Altötting bei der bundesweiten Sternsingeraussendung in ein Meer aus Sternen und Kronen.

Schon morgens im Zug auf dem Weg nach Altötting war klar, dass heute etwas Besonderes sein muss. Hier waren keine normalen Pilger unterwegs, sondern edel gekleidete, kleine Monarchen von weit her. Angesichts der kalten Temperaturen trugen manche ihre Kronen über dicken Wollmützen und ihre kostbaren Brokat- oder Samtgewänder über Anoraks. Und da waren natürlich die langen Holzstäbe mit den Sternen darauf, die meist die Herkunft der Gruppen verrieten. Denn alle befanden sich auf dem Weg in den Marienwallfahrtsort, wo am 28. Dezember die bundesweite Eröffnung der 61. Sternsingeraktion stattfand.

Tausende Kinder und Jugendliche aus zwölf Diözesen

Diözesan- und Jugendbischof Stefan Oster fühlte sich sichtlich wohl inmitten der vielen Sternsingerinnen und Sternsinger.
Diözesan- und Jugendbischof Stefan Oster fühlte sich sichtlich wohl inmitten der vielen Sternsingerinnen und Sternsinger.

Aus zwölf Diözesen waren Tausende Kinder und Jugendliche ins Bistum Passau aufgebrochen, das zum ersten Mal für dieses Großereignis als Gastgeber fungierte. Deren Sternsinger traten selbstverständlich zahlreich an, dazu kamen 600 aus dem Nachbarbistum Regensburg mit ihrem Bischof Rudolf Voderholzer und 500 aus der Erzdiözese München und Freising. Aber auch aus Osnabrück, Hildesheim und Paderborn waren Gruppen angereist. Der Passauer Bischof Stefan Oster zog mit den Sternträgern in die Basilika St. Anna ein. Mit Glitzersteinen und Aufklebern verschönert, strahlten diese Sterne im Licht der einfallenden Sonne.

"Ihr seid Teil der größten Solidaritätsaktion von Kindern und Jugendlichen für Kinder in Not"

Ein "Kamel" in der Basilika sieht man auch nicht alle Tage ...
Ein "Kamel" in der Basilika sieht man auch nicht alle Tage ...
Eine kleine Mahnung zur rechten Zeit von "Groß" zu "Klein" ...
Eine kleine Mahnung zur rechten Zeit von "Groß" zu "Klein" ...
Altöttinger Sternsinger mit Staffelstern.
Altöttinger Sternsinger mit Staffelstern.

Vom Altar aus bot sich dem Bischof ein wunderbares Bild auf lauter gekrönte Häupter in den Kirchenbänken. Wer dort keinen Platz mehr gefunden hatte, schaute von den Emporen herab oder stand beziehungsweise setzte sich in den Seitenkapellen auf den Boden. Spätestens beim Gloria wurde es auch dem letzten Besucher warm ums Herz, selbst das prächtige Kamel, dargestellt von zwei Jugendlichen der Pfarrgruppe Rheinhessische Schweiz aus dem Bistum Mainz, wippte da mit dem Kopf im Rhythmus der Musik.

Bischof Oster lobte die Sternsinger für ihren Einsatz und sagte: "Ihr seid Teil der größten Solidaritätsaktion von Kindern und Jugendlichen für Kinder in Not." Mit ihrem Mitwirken setzten sie ein "wunderbares Zeugnis" für Christus. In seiner Predigt ermahnte Oster aber auch, die Geldspenden den Betroffenen zukommen zu lassen und nicht mit einer zweiten Büchse für sich selbst zu sammeln, wie er es schon erlebt habe. Das Geld sei für Not leidende Kinder bestimmt, "die Süßigkeiten für Euch", so Oster. Er rief die Kinder bei der Aussendungsfeier auf, sich nicht entmutigen zu lassen, wenn sie abgewiesen würden. Sie legten als Heilige Drei Könige ein "wunderbares Zeugnis" für Christus ab, wenn sie den Segen in die Häuser brächten.

Nach dem Gottesdienst zogen die Sternsinger zum Kapellplatz. Am Rathaus durfte die Gruppe der Altöttinger Stiftspfarrkirche den Segenswunsch "20 * C + M + B * 19" ("Christus mansionem benedicat", Christus segne dieses Haus) an die Eingangstür schreiben. Zugleich weisen die Buchstaben auf die Namen der drei Weisen Caspar, Melchior und Balthasar hin. Christoph (17) führte die Kreide mit sicherer, linker Hand, auch bei der Jahreszahl "19". Kein Wunder, bringt er es doch auf acht Jahre Sternsingererfahrung. Bürgermeister Herbert Hofauer hat jetzt nur noch das Problem, dass traditionsgemäß Sternsinger am 1. Januar erneut den Segensspruch anschreiben wollen. Doch wo? Dafür wusste Bischof Voderholzer die Lösung: Papst Benedikt XVI. habe den Spruch immer außen und innen an seine Tür schreiben lassen. Am Ende aber schrieben sie ihn dann einfach links an den anderen Türflügel - was dem Rathaus für 2019 zweifachen Segen beschert.

Text: red, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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