Altöttinger Liebfrauenbote

Augsburger Wallfahrerverein mit Weihbischof em. Josef Grünwald in Altötting

Zur Gemeinschaft berufen

Auch dieses Jahr sind am 8. August unter Leitung von Hermann Micheler 170 Buspilger mit dem Augsburger Wallfahrerverein nach Altötting gekommen – Anlass der Wallfahrt war traditionell das "Augsburger Friedensfest".

Feierlicher Einzug mit Marienfahne.
Feierlicher Einzug mit Marienfahne.

Seit 1650 begeht Augsburg alljährlich am 8. August das "Hohe Friedensfest". Ursprünglich feierten die Augsburger Protestanten damit das 1648 durch den Westfälischen Frieden eingeleitete Ende ihrer Unterdrückung während des Dreißigjährigen Krieges. Heute ist das Friedensfest ein auf das Augsburger Stadtgebiet beschränkter gesetzlicher Feiertag. Augsburg hat damit nicht nur die meisten gesetzlichen Feiertage in Deutschland, sondern darüber hinaus eine Gelegenheit mehr, eine Wallfahrt zu unternehmen. Nicht nur für Weihbischof Josef Grünwald ein willkommener Anlass nach Altötting zu pilgern: "zur Königin des Friedens und Mutter der Kirche", wie er während des Gottesdienstes in der St. Anna-Basilika feststellte. Feierlich einbegleitet und herzlich begrüßt worden waren die Gäste von Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl.

"Werfen wir unseren Glauben nicht über Bord!"

Weihbischof Josef Grünwald beim Pilgergottesdienst in der St. Anna-Basilika.
Weihbischof Josef Grünwald beim Pilgergottesdienst in der St. Anna-Basilika.

Neben der Altöttinger Gnadenmutter sei auch der hl. Bruder Konrad für die Augsburger ein viel verehrter und großer Fürsprecher, wie Weihbischof Grünwald betonte. Ein Votivbild im Krankenhaus Vincentinum erzähle von einer wunderbaren Heilung einer jungen Frau im Jahr 1929, ein unerklärlicher Prozess, der mit zur Heiligsprechung Bruder Konrads geführt habe – "was für eine wunderbare Verbundenheit Bruders Konrad nach Augsburg", zeigte sich Weihbischof Grünwald dankbar.

Das gläubige Vertrauen des hl. Bruders Konrad und Mariens Magnificat – "Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott meinen Retter" (vgl. Lk 1,46f) – legte Weihbischof Grünwald den Gläubigen besonders ans Herz. Ausdrücklich bat er um Erkenntnis und Dankbarkeit unserer Berufung: "Großes hat der Herr an uns getan. Als Teil Seiner Schöpfung, im Menschsein sind wir durch Seine unerschöpfliche Liebe als Familie Gottes zum Christsein, zur Gemeinschaft der Kirche, berufen", erklärte er und warnte angesichts der "glaubensschwindenden Zeit": "Werfen wir unseren Glauben nicht über Bord, halten wir uns an das gläubige Vertrauen Mariens an einen Gott der Liebe, des Trostes und der Barmherzigkeit."

Text: Roswitha Dorfner / red, Fotos: Roswitha Dorfner