Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Der September ist traditionell ein "Pilger-Monat" – zuletzt kamen Bergmanns-Knappen, ein brasilianischer Bischof und eine Gruppe aus der mit Altötting sehr verbundenen Marktgemeinde Mondsee im Salzkammergut.

Nicht Herr, sondern Diener sein – Bayernweite Wallfahrt der Bergmanns-Knappen

Eine bayernweite Wallfahrt des Landesverbands Bayerischer Bergmanns-Knappen und Hüttenmännischer Vereine e.V. nach Altötting fand am 23. September statt. Rund 500 Bergmänner zogen in ihren traditionellen Trachten zum Festgottesdienst in die St. Anna-Basilika. Der stellvertretende Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater Norbert Schlenker, stellte den hl. Bruder Konrad vor als "einfachen Kapuzinerbruder", der zuallererst Diener gewesen sei.

Dass "Christsein kein Herrensein, sondern Dienst am Anderen ist", betonte P. Norbert, als er auf die biblischen Texte des Tages (Lesung: Jak 3,16-4,3, Evangelium: Mk 9, 30-37) verwies. "Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein", zitierte er aus dem Evangelium. In seiner Predigt erinnerte er u.a. an die Heiligsprechung Br. Konrads im Jahr 1934, als gerade jemand "der größte Führer aller Zeiten sein wollte" und als die Kirche diesem Irrsinn ganz bewusst den "kleinen, schlichten" Bruder als wahres Vorbild entgegengesetzt habe. Zwischen "zwei Fenstern" habe sich das Leben des Kapuziners abgespielt, schilderte P. Norbert: am Fenster "der am meisten frequentierten Pforte in ganz Bayern", der Klosterpforte in St. Anna, wo Br. Konrad sich um die Anliegen all der unterschiedlichen Menschen kümmerte und schließlich am Fenster der Alexiuszelle, von wo aus Br. Konrad den Tabernakel in der damaligen St. Anna-Kirche im Blick hatte und all die Anliegen der Menschen zum Herrn trug. Ein "Kapuzinerbruder voller Empathie" sei er gewesen, außerdem ein "großer Verehrer der Gottesmutter und der Eucharistie". Das Kreuz sei für ihn "Jesu Buch" gewesen, in dem er täglich gelesen habe. Den Pilgern riet P. Norbert, das Kreuz zu achten und dabei vor allem auf den Gekreuzigten selbst zu blicken, "der sich klein machte, gedemütigt wurde" und dennoch die Menschen erlöst habe. Schließlich erinnerte P. Norbert an die Stelle im Tages-Evangelium, als Jesus ein Kind in die Mitte der Jünger stellte – "Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf (...)" – und stellte fest: Menschen bräuchten "auch Nahrung für die Seele" und dies gelte insbesondere auch für Kinder. Mit Blick auf Jesu Beispiel zitierte er aus dem Lukas-Evangelium (Lk 10,37): "Dann geh und handle du genauso! Amen."

Nach dem Festgottesdienst zogen die Bergmänner in einer feierlichen Prozession hinauf zur Statio vor der Gnadenkapelle. Diese gestalteten – wie bereits zuvor den Gottesdienst – Musikkapelle und Knappenchor aus Kropfmühl musikalisch.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Um Frieden in der Welt – Bischof Jailton de Oliveira Lino aus Brasilien in Altötting

Am 22. September konnte Altöttings Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl Bischof Jailton de Oliveira Lino aus Brasilien in der Gnadenkapelle begrüßen. Zusammen mit Brasilienmissionar Gerd Brandstetter, dem Gründer des Kinderdorfs in Guarabira, und Bischofssekretär P. Josef Arimathae feierte Bischof Jailton – im November letzten Jahres von Papst Franziskus zum Bischof der Diözese Teireira de Freitas Caravalas ernannt – eine hl. Messe in der Gnadenkapelle. Durch das bedingungslose "Ja" Mariens zur Botschaft des Engels sei uns Christus, der Friedensfürst und Retter der Welt geschenkt worden, betonte Bischof Jailton in Bezug auf das Lukas-Evangelium; ausdrücklich empfahl er die Gottesmutter als Vorbild. Bischof Jailton erbat den besonderen Segen für sein Land Brasilien und die ganze Welt, um Stabilität und Frieden; zugleich sagte er Dank für die großzügige Unterstützung aus Deutschland – insbesondere für das Kinderdorf in Guarabira, das vor 30 Jahren gegründet wurde.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Der Glaube trägt – Pilger aus Mondsee im oberösterreichischen Salzkammergut in Altötting

Es ist zu einer erfreulichen Pilgertradition geworden, dass sich eine Gruppe aus Mondsee im oberösterreichischen Salzkammergut zu Fuß auf den Weg macht nach Altötting und nach drei Tagen und 80 zurückgelegten Kilometern am Pilgerziel eintrifft, heuer am 22. September. Besonderheit ist alljährlich, dass die Fuß- und auch etliche Buswallfahrer den letzten Wegabschnitt über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika unter den Klängen der heimatlichen Musikkapelle hereingespielt werden, dieses Jahr von der Musikkapelle Tiefgraben aus Mondsee. Die 21. Mondseer Fußwallfahrt fand unter einem neuen Führungsteam statt: die 60 Pilger wurden unter Leitung von Thomas und Gerald Steinbichler, Rainer Brandl sowie Margarete Schafleitner angeführt. Mit dabei war wieder Pastoralassistent Benedikt Rodler; dem Weg von Burghausen nach Altötting am dritten Pilgertag hatte sich auch Pfarrer Dr. Ernst Wageneder angeschlossen. Nach der Begrüßung von Altöttings Diakon Thomas Zauner bedankte sich Pfarrer Wageneder beim Pilgergottesdienst für den "gemeinsamen Weg des Glaubens hin zu Maria – sie ist es die zu Christus führt". Er ergänzte: "Der Glaube ist es, der uns trägt – auch wenn es uns manches Mal den Boden unter den Füßen wegzuziehen scheint. Immer wieder ermutigt uns der Glaube, dass wir beharrlich den Weg gehen, den Gott uns bereitet hat." Beharrlich den Weg nach Altötting hatte natürlich auch die "alte Führungsriege" mit Sepp Eichriedler und Georg und Matthias Steinbichler gefunden, diesmal auf bequemere Weise mit dem Bus. Alle Wallfahrer waren sich einig: Diese schöne Pilgertradition muss aufrecht erhalten werden im Bewusstsein der religiösen Wurzeln und engen Verbundenheit der Mondseer mit dem Gnadenort Altötting durch die Gottesmutter Maria und durch den hl. Rupertus.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner