Altöttinger Liebfrauenbote

16. Dankmesse für Motorradfahrer in Altötting – Predigt von Br. Georg Greimel

Unterwegs mit leichtem Gepäck

Die meisten Menschen können sich oft nur schwer von ihrem Besitz trennen und schleppen viel zu viel unnötiges Gepäck auf ihrem "Pilgerweg auf Erden" mit sich herum. Beim diesjährigen Dank-Gottesdienst für Motorradfahrer am 23. September empfahlen die Organisatoren vom Initiativkreis Junge Wallfahrt (IK) und der Prediger beim Freiluft-Gottesdienst auf dem Kapellplatz, Kapuzinerpater Br. Georg Greimel, den Bikern daher sich auf "das Wesentliche" zu konzentrieren, wie dieses Jahr das Wallfahrtsmotto lautete.

Szene aus dem kurzen Rollenspiel (siehe Text) mit Günter Wewerka und Elke Zellner vom IK; im Hintergrund Br. Georg Greimel (l.) und Br. Andreas Kaiser.
Szene aus dem kurzen Rollenspiel (siehe Text) mit Günter Wewerka und Elke Zellner vom IK; im Hintergrund Br. Georg Greimel (l.) und Br. Andreas Kaiser.

Günter Wewerka vom IK begrüßte heuer rund 500 Biker zum insgesamt 16. und leider "ersten richtig verregneten Motorrad-Dankgottesdienst" in Altötting. Die ersten Ausläufer von Sturmtief "Fabienne" waren nicht nur beim Freiluft-Gottesdienst zu spüren, sondern sorgten auch für eine weitaus geringere Teilnehmerzahl als sonst. Diejenigen, die dem schlechten Wetter trotzten, erlebten ein kleines "Hoch" immerhin beim Gottesdienst, der wie üblich von den Organisatoren sehr kreativ und von der Musikgruppe "Arche Noah" aus Tann musikalisch sehr schwungvoll gestaltet wurde.

Eine Gestaltung mit Schwung und Elan, die auch das Motorradfahren kennzeichnen. "Biken ist Erleben pur", stellte Günter Wewerka fest. In einem kurzen Rollenspiel vor dem Gottesdienst versuchte er eine Mitfahrerin davon zu überzeugen, dass zu viel Gepäck dieses Fahr-Erlebnis nur störe. Auf "das Wesentliche" kommt es eben an. "Was ist das Wesentliche? Was macht uns als Christen aus?", fragte er schließlich und lud die Gottesdienstteilnehmer zu ein paar Minuten Stille ein, um über diese Fragen nachzudenken.

Sich unverkrampft und locker auf den Weg machen

Biker trotzten beim Freiluft-Gottesdienst dem verregneten Wetter.
Biker trotzten beim Freiluft-Gottesdienst dem verregneten Wetter.

Br. Georg gab in seiner Predigt schließlich ein paar Antworten. Er betonte das "Hauptgebot der Gottes- und Nächstenliebe" sowie das "Sonntags-Gebot". Mit Verweis auf das Evangelium über "Die Aussendung der zwölf Jünger" (Mk 6,6-13) stellte er fest: Auch Jesus habe seinen Jüngern empfohlen "außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen". Zu zweit habe er sie schließlich losgeschickt – ein Hinweis darauf, dass ein guter Freund an der Seite eben viel wichtiger sei, als zu viel Gepäck auf den Schultern. Auch der Aberglaube könne eine unnötige Belastung sein, wie Br. Georg mit Blick auf das Evangelium – "Sie trieben viele Dämonen aus (...)" – feststellte. "Wenn eine schwarze Katze über den Weg läuft, hängt das Unglück allein davon ab, ob ich Mensch bin oder Maus", merkte er ironisch an. Sich unverkrampft und locker auf den Weg zu machen, riet Br. Georg den Zuhörern auch, als der regelmäßige Jakobsweg-Pilger von einigen seiner Erlebnissen berichtete. Insgesamt gelte es, seinen Blick frei zu halten, um das Wesentliche überhaupt sehen zu können. Den Blick auf Gott zu richten, riet Br. Georg. Er resümierte: "Jesus will nur das Beste für uns und das erfahren wir besser mit leichtem Gepäck."

Dem Dank für die abgelaufene und der Bitte für eine weitere unfallfreie Saison folgte der Segen. Diesen spendeten die Kapuzinerpatres Br. Andreas Kaiser und Br. Georg den Motorradfahrern, als sie auf ihrem Heimweg an der Gnadenkapelle vorbeifuhren.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

 

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