Altöttinger Liebfrauenbote

Tag des Altöttinger Marienwerkes

Gottes Wort hören

Sich öffnen und das Wort Gottes hören hat Msgr. Josef Fischer am Tag des Altöttinger Marienwerkes empfohlen. Der Vorsitzende der Gebetsgemeinschaft hielt die Predigt zum Festgottesdienst in der St. Anna-Basilika und spendete nachmittags den Segen mit der Kopie des Gnadenbildes. Ein abwechslungsreiches Programm im Gebäudes des Marienwerkes am Kapellplatz vermittelte einen Eindruck von den vielfältigen Aufgaben der Gemeinschaft.

Vorsitzender Msgr. Josef Fischer (l.) und Geschäftsführer Josef Herrmann (2.v.l.) begrüßen die Großfamilie Wintz, langjährige Marienwerks-Mitglieder.
Vorsitzender Msgr. Josef Fischer (l.) und Geschäftsführer Josef Herrmann (2.v.l.) begrüßen die Großfamilie Wintz, langjährige Marienwerks-Mitglieder.
Junge Sänger der Altöttinger Kapellsingknaben und Mädchenkantorei zeigen, wie sie von Chorleiter Herbert Hager gelernt haben, ihre Stimme auszubilden.
Junge Sänger der Altöttinger Kapellsingknaben und Mädchenkantorei zeigen, wie sie von Chorleiter Herbert Hager gelernt haben, ihre Stimme auszubilden.
Filmvorführung: Der "historischen Marienfilm" aus dem Jahr 1950 wurde erst heuer im Juli als "Heimatschatz Bayerns" ausgezeichnet.
Filmvorführung: Der "historischen Marienfilm" aus dem Jahr 1950 wurde erst heuer im Juli als "Heimatschatz Bayerns" ausgezeichnet.
Auch die Dioramenschau konnte besichtigt werden.
Auch die Dioramenschau konnte besichtigt werden.

Dazu zählt vor allem die Musik: Kapellchor und -orchester des Altöttinger Marienwerkes gestalteten den Gottesdienst unter der Leitung von Max Brunner mit Haydns "Missa Sancti Nicolai" gewohnt eindrucksvoll. Die Altöttinger Kapellsingknaben und Mädchenkantorei, der weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Chor unter Leitung von Herbert Hager, präsentierte sein Können bei einer offenen Probe im Chorsaal.

Vorsitzender Msgr. Fischer und Geschäftsführer Josef Herrmann begrüßten zahlreiche Mitglieder und Gäste im Haus am Kapellplatz 18 zur Begegnung und zum Austausch. Dort waren auch die Türen zur Dioramenschau geöffnet, die im Gebäude des Marienwerkes beherbergt ist und in über 20 Schaubildern von der Geschichte der Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau in Altötting erzählt. Die Gebetsgemeinschaft, die sich neben der Pflege der Musik am Gnadenort auch der Förderung der Wallfahrt und der Marienfrömmigkeit verschrieben hat, präsentierte den Besuchern heuer gleich zwei Filme: zum einen den "historischen Marienfilm" aus dem Jahr 1950, der erst heuer im Juli als "Heimatschatz Bayerns" ausgezeichnet wurde; zum anderen den Film "Heiliger Bruder Konrad" anlässlich des Jubiläumsjahres des Kapuziners.

Der langjährige Klosterpförtner in Altötting war auch Thema der Predigt am Vormittag. Msgr. Fischer erinnerte an einen Zeitzeugenbericht im Rahmen des Seligsprechungsprozesses: die Glocke an der Klosterpforte habe der hl. Bruder Konrad selbst dann nicht überhört, wenn er im innigen Gebet versunken war; stets sei er zur Stelle gewesen, wenn jemand "ein offenes Ohr" benötigte.

"Effata!, das heißt: Öffne dich!"

Msgr. Josef Fischer bei der Predigt in der Basilika.
Msgr. Josef Fischer bei der Predigt in der Basilika.
Msgr. Josef Fischer spendete den Segen mit der Kopie des Gnadenbildes.
Msgr. Josef Fischer spendete den Segen mit der Kopie des Gnadenbildes.
Die Altöttinger Hofmusik gestaltete den AVE Mariengruß vor der Hl. Kapelle.
Die Altöttinger Hofmusik gestaltete den AVE Mariengruß vor der Hl. Kapelle.

Dass das "Hören" eine schwierige Herausforderung sein kann, erläuterte Msgr. Fischer, als er das Evangelium von der "Heilung eines Taubstummen" (Mk 7, 31-37) auslegte. Der von Jesus geheilte Taubstumme steht hier symbolhaft für Menschen, die das Wort Gottes nicht hören und nicht wahrhaben wollen. Gerade im Gottesdienst sollten wir alle "Hörer des Wortes" sein, erinnerte der Vorsitzende des Marienwerkes. Jesu' Aufforderung – in Jesu eigener, aramäischer Sprache überliefert – "Effata!, das heißt: Öffne dich!" dürfe für Christen heute auch im übertragenen Sinn kein Fremdwort sein. Denn es gelte nicht nur das leibliche Hörorgan, sondern stets auch das "innere Ohr, das Ohr des Herzens" offenzuhalten.

Die Gottesmutter Maria könne auch hier als Vorbild dienen – so zeigten Darstellungen, wie sich der Hl. Geist der Gottesmutter durch das Ohr näherte – wie etwa die Darstellung der "Empfängnis im Ohr", die am Nordportal der Würzburger Marienkapelle zu sehen ist –, dass Maria "die große Hörende des Wortes Gottes" ist. Das Altöttinger Marienwerk möchte laut Msgr. Fischer stets eine Gebetsgemeinschaft für die persönlichen Anliegen der Mitglieder und darüber hinaus für die großen Anliegen der Welt von heute wie etwa "Friede, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung" bleiben. Der Prediger resümierte: Für das Altöttinger Marienwerk sei die Aufforderung "Effata – Öffne dich!" kein fremdes, sondern ein "gefülltes Wort", das dazu auffordere "in Kontakt zu sein mit sich selbst, miteinander und mit Gott, dem Vater, der uns Jesus Christus gesandt hat, dass er uns berühre, damit wir Hörer des Wortes werden und die Sprache finden, die die Zeit heute braucht und versteht".

Am Nachmittag fand traditionell der AVE Mariengruß vor der Gnadenkapelle statt, der von der Altöttinger Hofmusik unter Leitung von Karlmann Kanzler musikalisch gestaltet wurde; Msgr. Fischer spendete abschließend den Segen mit der Kopie des Gnadenbildes.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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