Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Der Oktober ist ein beliebter Pilger-Monat, was sich natürlich auch in Deutschlands größtem Wallfahrtsort in Altötting zeigt. Das freundliche Herbst-Wetter in diesem Jahr lud geradezu ein zu einer Fußwallfahrt durch die Natur ins "Herz Bayerns". Viele Gruppen kamen – hier eine kleine Auswahl:

Bruder Konrad als Vorbild – Fußpilgergruppe aus dem Pfarrverband Grabenstätt

Altöttings Diakon Thomas Zauner begrüßte am 2. Oktober die Fußpilgergruppe aus dem Pfarrverband Grabenstätt. Georg Lichtmannegger, treuer Wallfahrtsteilnehmer bei der Fußwallfahrt aus Adelholzen mit Generaloberin Sr. Rosa-Maria, hatte die Idee, eine eigene Fußwallfahrt zu organisieren. Das Vortragskreuz auf dem Weg nach Altötting hatte P. Florin Farcas (l.) vorangetragen, der im Anschluss mit den Fußpilgern Gottesdienst in der St. Konradkirche feierte. Den Blick auf das Kreuz, als Buch des Lebens und Vorausschau für die Ewigkeit, habe auch der hl. Bruder Konrad empfohlen, stellte Diakon Thomas Zauner eine Verbindung zu diesem öffentlichen Glaubenszeugnis her. Gerade in unserer technisierten, leistungsorientierten und nach Reichtum und Besitz greifenden Welt sei das Vermächtnis des hl. Bruders Konrad, der als ein reicher Bauerssohn aus dem Rottal all seinen Besitz verschenkte um ein einfaches Leben als Kapuziner- und Pfortenbruder zu leben, sehr lehrreich.

Text und Foto: Roswitha Dorfner

Ehrenrunde – Wallfahrer aus dem Pfarrverband Pfarrkirchen

Mit dem Bus bis nach Tann und dann ab 7 Uhr morgens zu Fuß pilgerte am 3. Oktober die Gruppe aus dem Pfarrverband Pfarrkirchen unter Leitung von Kaplan Florian Haider und P. Dariusz Parzyck OSPPE nach Altötting. Um 13 Uhr empfing sie Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl und begleitete sie zur St. Konradkirche. Da dort noch ein Pilger-Gottesdienst gefeiert wurde, entschloss sich Mandl mit den Pfarrkirchnern "zu einer Ehrenrunde" zurück zum Kapellplatz mit Umrundung der Gnadenkapelle. Die Fußpilger nahmen's gelassen bei dem sonnigen Herbsttag und freuten sich über einen Willkommengruß im Freien direkt vor dem Heiligtum Unserer Lieben Frau. Mandl stimmte mit ihnen ein "Gegrüßet seist du Königin" an. In die Pfarrkirchner Pilgergruppe eingereiht hatte sich dieses Jahr ein "Nordlicht": der zehnjährige Raphael (3. Bild) aus Hamburg war beim Großonkel in Niederbayern zu Besuch und dieser hat den Buben gleich mitgenommen, um ein bisschen "Pilgerluft zu schnuppern".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Anständig aufgeführt" – Pilger aus St. Emmeram in Wemding

Der Pfarrer von St. Emmeram in Wemding, Wolfgang Gebert hatte am 3. Oktober eine Buswallfahrt nach Altötting organisiert und gab den Teilnehmern nach Ankunft am Busparkplatz Gries humorvoll Anweisung: "Wenn wir uns hier in Altötting anständig aufführen, sagen wir, wo wir herkommen, wenn nicht, sagen wir, wir kommen aus Monheim (Anm.: Nachbarort von Wemding)". Und anständig haben sie sich aufgeführt: Mit einer Ministrantenschar, Fahnenträgern und einer eigenen Blaskapelle zogen sie feierlich über den Kapellplatz den Kapuzinerberg hinunter. Da die St. Konradkirche mit einer anderen Pilgergruppe "besetzt" war, verlegte Altöttings Diakon Thomas Zauner die Pilgerbegrüßung vor den Bruder-Konrad-Brunnen. Passend, denn auch die Wemdinger können eine Wallfahrtsstätte aufweisen: "Maria Brünnlein zum Trost". Zauner munterte die Pilger auf, zur Ehre der Gnadenmutter "Maria dich lieben" zu singen, zumindest die ersten zwei Strophen. "Wir sind doch auch ein Wallfahrtsort und können die weiteren Liedstrophen ebenso auswendig", entgegnete schlagfertig Pfarrer Gebert.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Stabwechsel – Fußwallfahrer aus Peiting

Drei Tage unterwegs waren die 23 Fußwallfahrer aus Peiting, die am 5. Oktober feierlich am Kapellplatz empfangen wurden. Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl dankte herzlich für das Glaubenszeugnis und betonte: "Beim Wallfahren zählt nicht die sportliche Leistung, da zählt das Gebet unterwegs – auch ist nicht der Weg das Ziel, sondern Ziel allein ist die Muttergottes – bei ihr sind wir daheim!" Einen "Stabwechsel" in der Pilgerleitung gab's bei der 17. Peitinger Fußwallfahrt zu vermelden: Dankbar zeigte sich Elfriede Schmid, dass sich Vortragskreuzträger Georg Degle bereiterklärte, die Wallfahrt weiterzuleiten. Und dass es gut weitergeht mit der Peitinger Wallfahrts-tradition, zeigte sich angesichts von fünf Neuzugängen. Mit Kapuzinerpater Siegbert Mayer feierten die Peitinger Pilgergottesdienst in der Gnadenkapelle und am Nachmittag eine Andacht in der St. Konradkirche.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Auf den Spuren Br. Konrads – Wallfahrt aus dem Pfarrverband Ering am Inn

Auf den Spuren des hl. Klosterpförtners Konrad zu wandeln, versuchte Pfarrer Peter Kieweg aus dem Pfarrverband Ering am Inn seinen Mitpilgern am 6. Oktober bei der Pilgermesse in der St. Konrad-Kirche zu vermitteln. Zuvor hatten sich die Wallfahrer ab Prienbach zu Fuß auf den Weg gemacht, ein Teil war mit dem Bus zum Gnadenort gekommen. Wallfahrtsrektor Prälat Günter Mandl freute sich über die vorwiegend jungen Pilger – mit dabei waren viele Ministranten – und dankte außerdem Pfarrer Kieweg für dessen Engagement als Seelsorger in "Rufbereitschaft", wenn in der Altöttinger Gnadenkapelle ein Priester für die hl. Messe benötigt werde.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Auf das Kreuz schauen – Pilger aus der Pfarrei "Mariä Verkündigung" in Tegernheim

"Auf das Kreuz und auf den Gekreuzigten zu schauen", riet der stellvertretende Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater Norbert Schlenker den Buspilgern aus der Pfarrei "Mariä Verkündigung" in Tegernheim. Die Pilgergemeinschaft, die eine eigene Bläsergruppe mit dabei hatte, feierte am 6. Oktober die anschließende Hubertusmesse mit Bischof em. Wilhelm Schraml mit und nachmittags mit ihrem Pfr. Andrzej Kuniszewski eine Andacht im Kongregationssaal.

Text und Fotos: Michael Glaß

Besuch aus Indien – Bischof John Nellikunnel zu Gast

Erst am 5. April dieses Jahres war John Nellikunnel zum Bischof geweiht worden, am 12. Oktober machte der Oberhirte der Eparchie Idukki im südindischen Bundesstaat Kerala im Rahmen eines Deutschland-Besuchs eine Wallfahrt nach Altötting und zelebrierte eine hl. Messe in der Gnadenkapelle. Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl begrüßte den Bischof der mit der römisch-katholischen Kirche unierten syro-malabarischen Kirche herzlich und feierte mit ihm die hl. Messe zu Ehren der Gottesmutter, der "Heiligen der Christen". Es war die erste Altötting-Wallfahrt von Bischof Nellikunnel, der insbesondere für die Opfer der verheerenden Flutkatastrophe in seiner Heimat in Kerala im August dieses Jahres betete. Auf Nachfrage stellte er kurz sein Bistum vor – ein junges Bistum, das erst im Januar 2003 von Papst Johannes Paul II. eingerichtet worden war. John Nellikunnel ist der zweite Bischof der Eparchie Idukki und trägt die Verantwortung für rund 225.000 Katholiken (bei insgesamt rund 700.000 Einwohnern in der Region) in 106 Pfarreien, in denen 183 Priester wirken.

Text und Fotos: Michael Glaß

In den Blick genommen – Wallfahrer der Pilgergemeinschaft Inchenhofen-Hollenbach

Mit zahlreichen Ministranten zogen am 13. Oktober über 100 Wallfahrer der Pilgergemeinschaft Inchenhofen-Hollenbach über den Kapellplatz zum Kongregationssaal und umrundeten zweimal die Gnadenkapelle. Um 5.30 Uhr waren die Buspilger aufgebrochen, gegen 9 Uhr kamen sie an. Die Gnadenmutter begrüßten sie mit dem Lied "Meerstern, ich dich grüße". Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, der die Pilger einbegleitet hatte, versicherte: "Die Gottesmutter hat Euch bereits bei der Abreise in den Blick genommen", sie stehe stets mit gutem Rat zur Seite. Mit Dekan Stefan Gast feierten die Pilger schließlich eine hl. Messe im Kongregationssaal und nachmittags eine Andacht in der Stiftspfarrkirche.

Text und Bilder: Michael Glaß

Glück mit dem Wetter – Wallfahrt der Reservisten aus Wittibreut

"Wir haben eigentlich immer Glück mit dem Wetter", freute sich Alban Friedlmeier, Leiter der 19. Wallfahrt der Reservisten aus Wittibreut, die am frühen Nachmittag des 13. Oktober in Altötting ankamen. Auch heuer schien die Sonne bei ihrer Ankunft und auch auf ihrem 32 km langen Weg zuvor konnten sich die über 50 Fußpilger über angenehme Temperaturen freuen. Kapuzinerpater und ehemaliger Militärpfarrer Ludwig Wörle empfing die Pilger am Ziel und geleitete sie zur Gnadenkapelle, wo er mit ihnen ein Dankgebet sprach und zur Begrüßung der Gottesmutter das "Salve regina" sang. In seiner kurzen Ansprache empfahl er ihnen die Geduld und Güte des hl. Br. Konrad. Von den Pilgern kam ein großer Teil aus Deining in der Oberpfalz, einer reiste sogar aus Leipzig an. Die Wallfahrer, die bei der Muttergottes um Schutz für die Soldaten im In- und Auslands-einsatz sowie um Frieden in der Welt baten, feierten mit Pfr. Martin Becker – der Pfarrer aus dem oberpfälzischen Velburg ist bereits seit Jahren geistlicher Begleiter dieser Wallfahrt – eine hl. Messe in der St. Josefskirche im Kloster der Englischen Fräulein.

Text und Fotos: Michael Glaß

Aus der Pfalz nach Bayern – Pilgergruppe "Maria Bildeich"

Die Pilgergruppe "Maria Bildeich" mit Teilnehmern aus sechs Pfarreien aus der Pfalz weilte vom 13. bis 15. Oktober unter der geistlichen Leitung von Pfarrer Marco Richtscheid in Altötting. Dreimal im Jahr besucht die Gemeinschaft laut Aussage von Organisatoren mit dem Bus eine Wallfahrtsstätte, zwei Stationen sind immer Pilgerorte in Deutschland oder Europa (dieses Jahr standen Himmerod und Maria Laach in der Eifel auf dem Programm), der "Wallfahrtssaisonabschluss" führe aber stets nach Altötting. Pfr. Richtscheid war es im Jubiläumsjahr des hl. Bruders Konrad ein besonderes Anliegen, seiner Pilgergruppe bei den Gottesdiensten und Andachten den hl. Klosterpförtner als Glaubensvorbild zu empfehlen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Zielgerade des Glaubens – Buspilger aus dem Dekanat Günzburg

Der stellvertretende Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker stand am 20. Oktober am Busparkplatz Gries bereit, um die 200 Buspilger aus dem Dekanat Günzburg mit Dekan Klaus Bucher (1. Bild, r. und 2. Bild, M.) in Empfang zu nehmen. Nach feierlichem Einzug und Statio vor der Gnadenkapelle stand ein Pilgergottesdienst in der Stiftpfarrkirche mit Bischof em. Wilhelm Schraml (4. Bild) auf dem Programm. Dieser dankte den Wallfahrern "für Euer Bekenntnis, das zugleich eine eindrucksvolle Demonstration Eures Glaubens in der Öffentlichkeit ist". Im Blick auf die Zukunft der Kirche in unserem Land äußerte sich Bischof Schraml sorgenvoll. Viele Menschen seien auf der Suche, viele "irren rastlos umher im Labyrinth der Ideologien und Meinungen von selbsternannten Heilslehrern", stellte er fest und empfahl als "Haltepunkt" die Gottesmutter Maria: "Sie führt Euch zu Christus, ihren Sohn, Euren Retter und Heiland, den Urheber und Vollender Eures Glaubens, Ursprung und Ziel Eures Heiles und Garant all Eurer Hoffnung – Er ist der 'Eckstein', der alles zusammenhält." Wer zu Maria gehe, befinde sich direkt auf der Zielgeraden des Glaubens, versicherte Schraml und mahnte zugleich die Notwendigkeit eines gefestigten Glaubens, einer starken Kirche an: "Wir brauchen heute mehr denn je die Fülle des Glaubens, wenn wir den großen Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft gewachsen sein wollen. Verkürzungen des Evangeliums oder gar Halbwahrheiten unseres Glaubens können die Unsicherheit und Verwirrung nur noch steigern. Die Kirche von heute und morgen – und Kirche sind wir alle – wird nur in dem Maß zum Zeichen der Hoffnung und des Heiles für die Menschen sein, als sie wie Maria bereit ist, konsequent Jesus Christus nachzufolgen."

Text und Fotos: Roswitha Dorfner