Altöttinger Liebfrauenbote
Freudige Begrüßung – Nach drei Tagen Fußmarsch ziehen die Hallertauer Pilger auf dem Kapellplatz in Altötting ein.
Freudige Begrüßung – Nach drei Tagen Fußmarsch ziehen die Hallertauer Pilger auf dem Kapellplatz in Altötting ein.

58. Hallertauer Fußwallfahrt mit 1.300 Teilnehmern – Abt Wolfgang Hagl aus Metten feierte die hl. Messe

"Die Gottesmutter geht mit uns"

"Die Gottesmutter geht mit uns", hat Abt Wolfgang Hagl beim Gottesdienst mit den Hallertauer Fußwallfahrern am 7. Oktober in der Altöttinger St. Anna-Basilika bekräftigt. Der Abt aus Metten hielt dieses Jahr die Predigt für die rund 1.300 Pilger, die an drei Tagen zu Fuß ins "Herz Bayerns" marschiert waren.

Marianne Leppmeier trug heuer das traditionelle "Hallertauer Hopfenkreuz", links neben ihr Pilgerleiter Klaus Nöscher, und rechts von ihr Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl.
Marianne Leppmeier trug heuer das traditionelle "Hallertauer Hopfenkreuz", links neben ihr Pilgerleiter Klaus Nöscher, und rechts von ihr Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl.

"Schön, dass Ihr da seid! Was wäre der Oktober ohne Eure Wallfahrt?", begrüßte der Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl die Pilger in der Basilika. Die Wallfahrt aus der Hallertau jedes Jahr um rund das Erntedankfest hat eine lange Tradition, heuer fand sie zum 58. Mal statt. Mit zahlreichen Kreuzen waren die Pilger durch die Lande gezogen, vorneweg trug dieses Jahr Marianne Leppmeier das traditionelle "Hallertauer Hopfenkreuz" – sie ist mittlerweile ein "Urgestein" dieser Wallfahrt: schon zum 45. Mal war sie dabei. Pilgerleiter Klaus Nöscher trug auch heuer wieder die Verantwortung für dieses spezielle "Fitnessprogramm für Körper und Seele", wie er die Wallfahrt in seinen Begrüßungsworten in der Basilika umschrieb. Leider seien die Pilger auch dieses Mal wieder nass geworden, auch dies habe fast schon Tradition, wie er mit einem Augenzwinkern anmerkte. Das "Pilgergefühl" beeinträchtige das Wetter jedoch kaum: ausdrücklich betonte er das besondere Erlebnis der Ankunft am Ziel, wenn die Pilger an der Gnadenkapelle vorbei marschieren und durch das Spalier der vielen Leute, die applaudieren.

Bruder Konrad: "Vorbild an Bescheidenheit und Treue"

Abt Wolfgang Hagl (l.) und Pfr. Johann Braun aus Wolnzach.
Abt Wolfgang Hagl (l.) und Pfr. Johann Braun aus Wolnzach.
Pilgerleiter Klaus Nöscher in der Basilika.
Pilgerleiter Klaus Nöscher in der Basilika.

Als Ziel der Wallfahrt stellte Nöscher nicht nur die Gottesmutter Maria vor, sondern auch den hl. Bruder Konrad. Beide hätten Gott ihr "Ja"-Wort gegeben und beide hätten ihre Aufgabe im Stillen erfüllt. Auch Pfr. Johann Braun aus Wolnzach würdigte in seinen Begrüßungsworten Bruder Konrad als "Heiligen des kleinen Mannes" und als "Vorbild an Bescheidenheit und Treue".

Den Hauptzelebranten und Prediger, Abt Wolfgang Hagl aus Metten, stellte Pfr. Braun als "Sohn unserer Hallertauer Heimat" vor. Dieser freute sich, wie er sagte, "endlich einmal mit der legendären Hallertauer Wallfahrt einen Gottesdienst in der voll besetzten Altöttinger Basilika feiern zu dürfen". Ausdrücklich dankte er den Pilgern für ihr Glaubenszeugnis. Mit ihm am Altar standen Pfr. Braun, P. Alfred Niedermaier aus Steinerskirchen sowie Pfarrer Martin Maurer, Krankenhausseelsorger in Füssen/Pfronten – die beiden letztgenannten waren vier Tage zu Fuß nach Altötting gegangen.

"Ja" zur Liebe Gottes

Abt Wolfgang Hagl in der Basilika.
Abt Wolfgang Hagl in der Basilika.

In seiner Predigt stellte Abt Wolfgang die Gottesmutter Maria als "große Fürsprecherin" vor; sie gehe mit den Menschen mit und helfe ihnen, ihr Kreuz zu tragen. Er empfahl Maria als Vorbild: Ihr "Ja"-Wort sei ein "Ja" zur Liebe Gottes. Nicht Regeln und Gebote stünden beim christlichen Glauben im Vordergrund, wie er betonte, sondern die Beziehung zu Gott. Eine Beziehung, die Halt gebe und trage, wie der Prediger mit einem persönlichen Erlebnis schilderte: bei einer Firmung habe er einen Vater kennengelernt, dessen Frau bei der Entbindung ihrer gemeinsamen, nun zwölfjährigen Tochter, ins Koma fiel und kurz vor deren Firmung verstarb. Als er den Vater fragte, wie er dies alles geschafft habe, habe dieser geantwortet: "Nur durch meinen Glauben, durch die Beziehung mit Gott". Der Abt betonte: Die Gottesmutter verstehe die Sorgen und Nöte der Menschen und "sie sorgt dafür, dass unsere Gebete erhört werden". Ausdrücklich verteidigte er die Marienverehrung: "Man kann nicht zu Maria beten, ohne an Jesus Christus zu glauben", stellte er fest mit Blick auf das Evangelium von der Hochzeit zu Kana (Joh 2, 1-12), als Maria aufrief: "Was Er euch sagt, das tut!".

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

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