Altöttinger Liebfrauenbote

50 Jahre Jagdhornbläsergruppe Altötting – Festliche Hubertusmesse mit Bischof em. Wilhelm Schraml

Jagdhornbläser "jubilieren"

Eigentlich gestaltet die Jagdhornbläsergruppe des Jagdschutz- und Jägervereins Altötting mit Vorsitzendem Ludwig Unterstaller seit 1999 alljährlich im November die Hubertusmesse in der St. Anna-Basilika und erfreut die Gottesdienstbesucher weit über die Landesgrenzen hinaus mit ihrer musikalischen Darbietung. Am vergangenen Samstag gab es für die Jagdhornbläser/innen einen besonderen Anlass die Hubertusmesse vier Wochen früher abzuhalten: Sie konnten exakt am 6. Oktober ihr 50. Gründungsjubiläum begehen. Hauptzelebrant Bischof em. Wilhelm Schraml nahm dies zum Anlass, nicht nur einen herzlichen Glückwunsch auszusprechen, sondern auch zum Nachdenken anzuregen, was diese Gemeinschaft für den einzelnen im Leben bedeutet.

Bischof em. Wilhelm Schraml bei der Messfeier in der St. Anna-Basilika.
Bischof em. Wilhelm Schraml bei der Messfeier in der St. Anna-Basilika.

Bischof Schraml empfahl auf den Schutzpatron der Jägersleute, den hl. Hubertus zu schauen: "Hubert war ein einfacher Mensch, unkompliziert, konnte sich herzlich freuen, liebte Blumen und Blüten, Rehe und Füchse, Hasen und Rebhühner; vor allem liebte er seine 'Ardennen', in denen er so oft auf die Jagd ging". Weiter stellte der Festprediger fest, dass dem jungen Jäger dabei Hetze und Hast fremd gewesen waren: "Er hatte Zeit und er nahm sich Zeit."

"Mann der Ehrfurcht"

Standkonzert auf dem Kapellplatz.
Standkonzert auf dem Kapellplatz.

In der Natur habe Hubert so etwas wie eine "Widmung Gottes" an den Menschen gesehen, eine Widmung voller Überraschungen, erklärte Bischof Schraml. Und im Respekt vor der Würde des Lebens könne man in Hubert "einen Mann der Ehrfurcht" erkennen, wie uns auch die Legende überliefere, derzufolge Hubert einem Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz zwischen dem Geweih begegnete. Gerade in unserer heutigen technisierten Welt könne es nur von Vorteil sein, "wenn uns die Ehrfurcht vor Gottes Schöpfung wieder geschenkt würde, wenn wir mit unseren Augen in der Schönheit der Natur den Abglanz des Schöpfers erkennen würden". Der Festprediger stellte fest, dass uns der hl. Hubertus noch etwas vorlebte: die Ehrfurcht vor Gottes Führung. Mit seinem "hörenden Herzen" habe Hubert versucht, die Signale Gottes zu deuten.Er habe erkannt: Probleme des Lebens würden nicht mit Methoden der Jagd und anderen Ablenkungsversuchen gelöst, sondern "man muss nach innen leben, um nach außen wirken zu können." Bischof Schraml resümierte: "Der hl. Hubertus, der Schutzpatron der Jägersleute, könnte für unsere strapazierte Gesellschaft, für unseren Lebensstil und für unser Zusammenleben ein guter Wegweiser sein: Ehrfurcht vor der Schöpfung, Ehrfurcht vor dem Leben, Ehrfurcht vor Gottes Führung. Ich wünsche es Ihnen von Herzen."

Zur Jubiläumsfeierlichkeit waren auch Jagdhornbläsergruppen u.a. aus Mauern, Wolfratshausen, der Holledau, Eggenfelden, dem Rupertiwinkel, Pfarrkirchen und Mühldorf gekommen, um die Altöttinger Jagdhornbläsergruppe beim Standkonzert auf dem Kapellplatz mit Einzel- und Gemeinschaftsvorträgen "blaskräftig" zu unterstützen. Die Falknergruppe Donautal präsentierte "lebendiges Anschauungsmaterial aus Gottes Schöpfung in Wald und Flur", darunter Steinadler "Burle", Uhu "Filou", einen Wüstenbussard und einen Gerfalken. Nach dem Standkonzert begab sich der Festzug zum Kirta-Stadel auf dem Dultplatz. Hier eröffnete Landrat Erwin Schneider als Schirmherr der Veranstaltung den Festakt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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