Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Die "Hauptsaison" der Wallfahrt nach Altötting ist vorüber, doch immer noch pilgern einzelnen Gruppen an den Gnadenort im "Herzen Bayerns" – eine kleine Auswahl:

"Hier seid ihr daheim" – Pilgergruppe aus Madrid-Getafe

Auf den Spuren von Papst Benedikt XVI. – u.a. in Regensburg, Marktl und Freising – wandelte eine spanische Pilgergruppe aus Madrid-Getafe. Das bischöfliche Ordinariat mit Bischof Finés Garcia Beltrán und Weihbischof Josef Rico besuchte am 23. Oktober auch die Muttergottes von Altötting. Mit den Worten von Papst Benedikt XVI. – "hier seid ihr daheim" – hieß sie Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl in der Gnadenkapelle herzlich willkommen, hielt eine kurze Führung und betete dann gemeinsam mit den Pilgern den Rosenkranz. Abschließend spendete Bischof Beltrán den eucharistischen Segen.

Text und Foto: Roswitha Dorfner

Heilswerk unserer Erlösung – Wallfahrt aus Erbendorf

Nicht gerade schönstes Pilgerwetter begleitete die 120 Erbendorfer Wallfahrer unter Leitung von Pfarrer Martin Besold ans Pilgerziel; als sie am 27. Oktober Alt-ötting erreichten, goss es in Strömen. Doch Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl stand mit dem Regenschirm zum Empfang bereit und wusste die Ankommenden zu trösten: Regen bringe bekanntlich Segen. Nach dem Einzug in die Basilika wünschte Mandl der Erbendorfern "einen erbaulichen Pilgergottesdienst mit Eurem Landmann Bischof em. Wilhelm Schraml". Der Hauptzelebrant und Prediger lud seine Landsleute und alle anderen Gottesdienstbesucher ein, Maria, die Hilfe der Christen und Mutter der Kirche zu bitten, dass sie uns zu ihrem Sohn führe. Bischof Schraml riet, über die Antwort Mariens, ihr "Ja" zum Heilswerk unserer Erlösung, nachzudenken. Dieses "Ja", das Bekenntnis zu Gott, sei "das schönste Wort unseres Lebens", es gebe "Kraft und Segen; kein anderes Wort, kein Gebet vermag so viel." Es sei die einzige Formel unseres Glaubens und unserer Christusnachfolge. Aber es sei zugleich das schwerste und gewichtigste Wort. Auch Maria wurde nach der Verkündigung des Engels durch den greisen Simeon prophezeit, "dass ein Schwert ihre Seele durchdringen werde" und musste dies leidvoll an der Seite ihres Sohnes bis hinauf nach Golgotha erfahren: "So leicht nimmt Gott ein Ja nicht hin, dass es nur Seligkeit bedeutet", stellte Bischof Schraml fest. Unser Ja "verbindet uns mit Gott, wird aber bisweilen auch zur Zerreißprobe unseres Glaubens". Jedoch werde es auch zum Halteseil unserer Hoffnung in der Gewissheit: Gott ist bei uns. "Wer Ja sagt zu Gott, erfasst seine rettende Hand."

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"... dass sie das Leben haben" – Hubertusmesse in der Basilika

Der Jagdschutz- und Jägerverein Altötting mit Vorsitzendem Ludwig Unterstaller lud am 3. November zur traditionellen Hubertus- und zugleich zur Vorabendmesse in die St. Anna-Basilika. Viele waren gekommen, wohl auch, um den Klängen der Jagdhornbläsergruppe Altötting – die übrigens am 6. Oktober ihr 50. Gründungsjubiläum begehen konnte – zu lauschen. Der stellvertretende Wallfahrtsrektor und Guardian Kapuzinerpater Norbert Schlenker hielt die Predigt und betonte, dass die Hubertusmesse eine gute Gelegenheit sei, sich Gedanken über das Verhältnis des Menschen zur Natur zu machen, nicht zuletzt in Erinnerung an die "Umweltenzyklika Laudato si" von Papst Franziskus. Auf "vieldiskutierte Fragen" zum Umweltschutz zitierte P. Norbert die Worte Jesu aus dem Johannes-Evangelium (Joh 10, 1-10) als treffende Antwort: "Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu verderben; ich bin gekommen, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben." Darin sah P. Norbert eine Anfrage an den Menschen: Sind wir Hirten, welche die Natur schützen und hegen, oder sind wir Diebe, welche die Natur ihrer Schätze berauben und die Erde verderben? P. Norbert verwies auf die großen Visionen der Propheten, die eine zukünftige Welt schilderten, die nicht mehr vom Tod beherrscht werde und wo Mensch und Tier miteinander Frieden geschlossen hätten: "Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten ..." (Jes 11, 6-9). P. Norbert warnte, dass auch die Jagd leicht zur Leidenschaft werden könne, zum Fieber, das den Blick trübe. Auch die Legende vom hl. Hubertus überliefere, dass dieser als junger Mensch von maßlosem Jagdfieber gepackt, oft den Sonntag vergessen habe. Erst die Begegnung mit einem Hirschen, das Kreuz zwischen dem Geweih, habe in Hubertus ein Umdenken, die Bekehrung bewirkt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Geistliche Heimat – Wallfahrt der Pfarreiengemeinschaft Aichach-Oberbernbach

"Eine geistliche Heimat, die man im Herzen spürt", antwortete Pfarrer Herbert Gugler (2. Bild, r.) auf die Frage von Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, was den Pilgern aus der Pfarreiengemeinschaft Aichach-Oberbernbach der Gnadenort Altötting bedeute. Pfarrer i.R. Msgr. Thomas Gerstlacher (2. Bild, 2.v.r.) betonte, dass er mit Altötting auch "eine Kindheitserinnerung" verbinde und stellte fest: je älter man werde, umso öfter und lieber pilgere man zur Gnadenmutter. Vor dem Heiligtum der Muttergottes fand auch die Begrüßung Mandls nach der Einbegleitung über den Kapellplatz am 3. November statt. "Spürt ihr den Ort, die besondere Aura, den offenen Himmel?", hinterfragte der Wallfahrtsrektor und betonte, dass hier "Wunder um Wunder geschehen", dass jährlich 30 Wundermeldungen in Form von Votivtafeln bei ihm gemeldet würden. "Ja, Maria kennt auch Eure Probleme und hilft jedem Bittsteller – nur wann und wie, das ist 'ihre Sache'". Anschließend feierten die Pilger einen Gottesdienst in der Stiftspfarrkirche.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner