Altöttinger Liebfrauenbote
Einzug der Oberpfälzer Fußpilger.
Einzug der Oberpfälzer Fußpilger.

333. Oberpfälzer Fußwallfahrt mit 1.400 Teilnehmern

Weg des Vertrauens

Am 15. Mai, dem Dienstag vor dem Pfingstfest, war es wieder so weit: Die Ankunft der großen Oberpfälzer Fußwallfahrt am Gnadenort Unserer Lieben Frau war quasi der Auftakt für den "Pfingststurm" am folgenden Wochenende, als viele tausend Fußwallfahrer nach Altötting kamen. Zum 333. Mal erreichten die Oberpfälzer Fußpilger – aufgeteilt in vier Gruppen aus Hemau, Beilngries, Günching und Daßwang – ihr Ziel.

Prälat Günther Mandl ehrt Pilgerleiter Richard Bögerl.
Prälat Günther Mandl ehrt Pilgerleiter Richard Bögerl.
Paulus Fruth mit Sohn Wendelin an der Gnadenkapelle.
Paulus Fruth mit Sohn Wendelin an der Gnadenkapelle.
Joseph Regensburger aus Berching mit der Muttergottesfahne.
Joseph Regensburger aus Berching mit der Muttergottesfahne.

Unter den Klängen der Musikkapelle Altötting und einbegleitet von den beiden Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl und Kapuzinerpater Norbert Schlenker zogen die 1.400 Pilger ein. Drei Tage waren die meisten unterwegs gewesen, manche vier. Mit vielen teils blumengeschmückten Holzkreuzen marschierten sie über den Kapellplatz – vorbei an der von Diakon Thomas Zauner aufgestellten Gnadenbildkopie – hinunter zur St. Anna-Basilika. Wallfahrtshöhepunkt war dann der feierliche Pilgergottesdienst mit Jugendpfarrer Clemens Mennicken aus Eichstätt und den Konzelebranten, darunter Dekan Artur Wechsler aus Berching, Pfarrer Jacek Machura aus Breitenbrunn, Pfarrer Hans Zeltsperger aus Edelsfeld, Pfarrer Stefan Brand aus Abenberg, Pfarrer Martin Fuchs aus Berg bei Neumarkt, Pfarrer Johann Trollmann aus Titting sowie dem Franziskanerpater Bartimäus aus Freystadt.

Für Pilgerleiter Richard Bögerl, der nach der abendlichen Lichterprozession neben anderen Pilgerjubilaren für seine 35. Teilnahme an der Oberpfälzer Fußwallfahrt (Beilngrieser Gruppe) von Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl mit einer Urkunde geehrt wurde, ist die Wallfahrt zur Altöttinger Gnadenmutter "die schönste Zeit im Jahr", wie er erzählte – sie sei wichtig, "um zu sich zu kommen, in sich abzutauchen und über sich und sein Leben nachzudenken, was das ganze Jahr über, sei's in der Familie oder Beruf, einfach zu kurz kommt". Dies äußerte so ähnlich auch Joseph Regensburger aus Berching (63). Er war heuer zum 33. Mal dabei und nicht zu müde, beim Einzug die Muttergottesfahne voranzutragen. Was heuer sehr positiv dazukam, sei das ideale Pilgerwetter gewesen, zwar gut warm, aber durch den ständigen Wind sehr angenehm, erzählte Paulus Fruth mit Söhnchen Wendelin; beide waren Teilabschnitte bei der Hemauer Gruppe mitmarschiert – am Samstag, 12. Mai, beim Abmarsch an der Mariensäule Eckertshof bis Painten und am Sonntag, 13. Mai, von Rothenburg bis Hohenthann. Da Wendelin heuer mit seinem Zwillingsbruder im September eingeschult werde, ist das Wallfahrten unter der Woche dann nicht mehr so leicht möglich, stellte Fruth bedauernd fest.

"Wie kommt ma leicht und schnell in den Himme?"

Feierlicher Einzug zum Gottesdienst in die Basilika.
Feierlicher Einzug zum Gottesdienst in die Basilika.
Pfr. Clemens Mennicken bei seiner Predigt.
Pfr. Clemens Mennicken bei seiner Predigt.
Den hl. Bruder Konrad im Blick haben Pilger während der hl. Messe.
Den hl. Bruder Konrad im Blick haben Pilger während der hl. Messe.

Wallfahrten spiegelten christliches Leben wieder, stellte der Hauptzelebrant Pfarrer Klemens Mennicken in seiner Predigt fest. Beim Pilgern unterwegs gebe es durchaus "Augenblicke, in denen man meint, es geht nicht mehr weiter, aber es gibt auch kleine, himmlische Momente, wenn uns ein gutes Wort erfreut." Besonderen Anteil an "himmlischen Momenten", so Pfr. Mennicken, habe "die Gottesmutter Maria, die uns an der Hand nimmt und zu Jesus, ihren Sohn, zur Pforte des Himmels, führt."

In Erinnerung an einen Vortrag bei der Marianischen Männerkongregation über die "heilsame Kraft der Vergebung" mit anschließender Frage- und Gesprächsrunde über Gott und die Welt, beschäftigte Pfr. Mennicken besonders die Frage eines älteren Herrn: "Wie kommt ma leicht und schnell in den Himme?" Wie wir uns den Himmel verdienten, die Gemeinschaft mit dem Vater, das komme schon auf uns selber an, legte der Prediger den Oberpfälzer Fußpilgern ans Herz. Er verwies auf das Evangelium über die klugen und törichten Jungfrauen, die ihrem Bräutigam entgegeneilten. "Als Christen müssen wir wachsame Menschen werden und stets für das Kommen Jesu bereit sein", stellte er fest und mahnte, Jesus nicht aus dem Blick zu verlieren. Maria, als mächtige Fürsprecherin bei Gott, helfe uns die Tür zum Himmel aufzuschließen. Auch der Lebensweg Mariens sei ein steiniger Weg gewesen, "voll Demut ist sie diesen Weg des Kreuzes an der Seite ihres Sohnes Jesus gegangen", erinnerte Pfr. Mennicken; es sei dies aber auch ein "Weg des Vertrauens und in der Bereitschaft zur Hingabe" gewesen. Durch die Taufe hätten wir stets Anteil am himmlischen Fest, "wir brauchen nur, wie Maria, zur Einladung Gottes 'Ja' zu sagen", erklärte er.

Am Schluss des Pilgergottesdienstes empfahl Pfarrer Mennicken: "Nehmt's diesen Schwung von der Wallfahrt mit nach Hause in Eure Familien, damit dieser reich und kostbar wirkt in den Alltag hinein!" Eben jener Schwung zeigte sich bei etwa 30 Fußpilgern, die den weiten Heimweg ab Donnerstag, 17. Mai, wieder zu Fuß zurücklegten.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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