Altöttinger Liebfrauenbote

Erste Altöttinger Fastenpredigt mit dem Passauer Domdekan Msgr. Hans Bauernfeind

Bruder Konrad: Bote des Friedens

"Bruder Konrad war ganz im Geiste des heiligen Franziskus ein Bote des Friedens und er ist es für uns heute immer noch", stellte Msgr. Hans Bauernfeind am 22. Februar in der Stiftspfarrkirche fest. In der ersten von insgesamt vier Altöttinger Fastenpredigten griff der Passauer Domdekan das Thema des Eucharistischen Stundengebets der Kapuziner auf und stellte den heiligen Klosterpförtner vor als "Schlüsselfigur, den inneren Frieden zu entdecken und der eigenen Berufung auf die Spur zu kommen".

Domdekan Msgr. Hans Bauernfeind bei seiner Fastenpredigt in der Alt-öttinger Stiftspfarrkirche.
Domdekan Msgr. Hans Bauernfeind bei seiner Fastenpredigt in der Alt-öttinger Stiftspfarrkirche.

Auf den "Ruf Jesu" hatte sich Johann Birndorfer, der junge Parzhamer Landwirt und leidenschaftliche Pilger schon sehr früh eingelassen, wie Msgr. Bauernfeind ausführte; vor allem zeichnete ihn ein tiefer "innerer Friede" und eine Sehnsucht für Gott aus, die ihn diesen Ruf überhaupt erst hören ließen. Ein Friede, der es ihn später als Kapuziner und Klosterpförtner in Altötting auch ermöglichte, die "Nöte der Menschen" zu sehen: "Gemäß seinen Vorsätzen sollte kein Wort aus seinem Mund kommen, das gegen die Liebe zum Nächsten verstoßen würde. Er hat sich darangehalten – mit innerer Ruhe und Gelassenheit – selbst dann noch, wenn es ganz schwer war", blickte der Domdekan zurück. "Was für ein unerschöpflicher Friede muss im heiligen Bruder Konrad gewirkt haben! Wie sonst hätte er einen 16-Stundentag über vier Jahrzehnte lang bewältigen können – zum Wohle der Menschen und zur Ehre Gottes."

Msgr. Bauernfeind sagte an die Gottesdienstbesucher gewandt: "Schwestern und Brüder, mit dem heiligen Bruder Konrad finden wir also die Schlüsselfigur, in demselben Frieden ehrfürchtig, voll Nächstenliebe und Einsatzbereitschaft für Menschen da zu sein – egal woher sie kommen, von welcher Hautfarbe, Religion und Meinung sie sind."

"Schlüsselfigur im Gebet"

Im Bild von links: Stiftskanonikus Johann Palfi, Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl, Domdekan Msgr. Hans Bauernfeind, Guardian Kapuzinerpater Norbert Schlenker und Stiftskanonikus Pfr. i.R. Alois Schießl mit Ministranten der Pfarrei.
Im Bild von links: Stiftskanonikus Johann Palfi, Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl, Domdekan Msgr. Hans Bauernfeind, Guardian Kapuzinerpater Norbert Schlenker und Stiftskanonikus Pfr. i.R. Alois Schießl mit Ministranten der Pfarrei.

Darüber hinaus sei der hl. Br. Konrad "eine Schlüsselfigur im Gebet, in der Anbetung und in der Feier der Heiligen Messe" gewesen, wie der Domdekan weiter ausführte. "Im Gebet und in der Gebetsgemeinschaft mit der Gnadenmutter von Altötting stand Bruder Konrad mitten im Leben und hat das Leben vor Gott hingetragen." Msgr. Bauernfeind sprach die Gottesdienstteilnehmer erneut direkt an: "Schwestern und Brüder, wenn wir füreinander beten und die Menschen und die Welt ins Gebet nehmen, dann fangen wir an, die Welt zu verändern. Dann wird das Gebet zum Politikum. (...) Dass Papst Pius XI. Bruder Konrad 1934 heiliggesprochen hat, zeigt, wie sehr sich Bruder Konrad vom arroganten und mörderischen Herrentum des Nationalsozialismus unterschied. Er liebte die Menschen, fühlte mit ihnen und sah sie mit den Augen Gottes. Wer so vom Frieden Gottes erfüllt ist wie er, bringt den Frieden zu den Menschen."

Mit Blick auf das an diesem Tag begangene Fest Kathedra Petri, das an die Berufung des Apostels Petrus zum Lehramt in der Kirche und an seine Übernahme des römischen Bischofsstuhls (Kathedra) erinnert, stellte Msgr. Bauernfeind heraus, wie wichtig die Gemeinschaft der Gläubigen in der Kirche ist: "Bruder Konrad hat als junger Bauer und als Ordensmann die Kirche geliebt und sie unterstützt." Ähnlich wie Petrus sei auch der hl. Br. Konrad eine "Schlüsselfigur geworden, den Menschen das Himmelreich aufzuschließen". Mit Blick an eine Ansprache des damaligen Papstes Benedikt XVI. erinnerte der Domdekan an die eigentliche Bedeutung dieses Festtages: von der Kathedra Petri gehe die Wahrheit und der Frieden aus, betonte er – freilich sei nicht der Stuhl selbst dazu imstande, vielmehr gehe es um Jesus Christus, die "Mitte der Kirche": "Von Ihm kommt der Friede, dass in Gott alles seine Ordnung findet." Br. Konrad wiederum sei zu Hause gewesen in eben diesem Frieden. Der Domdekan zeigte sich sicher: "Der Frieden ist auch heute spürbar, wenn ich mich ganz auf Jesus einlasse und mein Leben mit ihm teile, bespreche und vor ihm ins Gebet bringe." Br. Konrad war und ist demnach ein "Bote des Friedens" und es mache "geradezu Freude, an ihn zu denken und uns von seinem Frieden das Herz füllen zu lassen".

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner