Altöttinger Liebfrauenbote

Vierte Altöttinger Fastenpredigt mit Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl

Geliebte Kinder Gottes

Am 15. März fand die letzte von vier Fastenpredigten in Altötting statt. In der Pfarrkirche St. Josef in Altötting Süd sprach Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl zum Thema "Nachfolgen und Leben finden". Am Beispiel des hl. Br. Konrad verdeutlichte er, dass Wurzeln des Glaubens, der Liebe und des Vertrauens im Elternhaus für die Kinder den Weg ebnen für eine angstfreie, vertrauensvolle Begegnung mit Gott.

Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl während seiner Predigt in St. Josef.
Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl während seiner Predigt in St. Josef.

Väter, so versinnbildlichte Mandl, würden manchmal missbraucht als "Erziehungswauwau" – allzu oft jage die väterliche Autorität Kindern Angst ein. Ähnlich verhalte sich dies im kirchlichen Bereich. Oft werde Gott als "Erscheinungswauwau" missbraucht und den Kindern gedroht: "Wenn du nicht brav bist, wird Gott dich bestrafen!" Dabei erscheine Gott in der Bibel als barmherziger Vater, der auch den verlorenen Sohn nicht aufgegeben habe. Wer im Johannesevangelium (Joh 3, 14-21) lese, stellt fest: "Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat." Durch die Taufe würden alle Christen "zu geliebten Kindern Gottes." Priester sollten daher vor allem barmherzige Väter sein und vor allem keine seelenlosen Manager. Als Guter Hirte in der Nachfolge Jesu sei gerade Papst Franziskus ein großes Vorbild in der Welt und werde zurecht als "Heiliger Vater" tituliert.

"Jedes Kind hat ein Recht darauf, ein Wunschkind zu sein!"

In der Mitte Prediger Prälat Günther Mandl; rechts hinter ihm im Bild Pfarrvikar Deva Gudipalli (l.) und stellvertretender Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater Norbert Schlenker (r.).
In der Mitte Prediger Prälat Günther Mandl; rechts hinter ihm im Bild Pfarrvikar Deva Gudipalli (l.) und stellvertretender Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater Norbert Schlenker (r.).

Im Jubiläumsjahr des hl. Bruder Konrad stellte Prälat Mandl über den Klosterpförtner fest: er habe die Geborgenheit eines liebevollen und gläubigen Elternhauses erleben dürfen. Nach der Geburt des Johann Birndorfer am 22. Dezember 1818 kurz nach Mitternacht, sei es sein gütiger Vater gewesen, der seinen Sohn in eine warme Decke gehüllt, begleitet von der Patin, zur Taufkirche nach St. Wolfgang trug. Jahre später, auf der Suche nach einem Beichtvater und Seelenführer, sei er nach Aigen am Inn zum Benefiziaten Franz Xaver Dullinger gekommen. In diesem, erklärte Mandl, fand Bruder Konrad einen väterlichen und priesterlichen Freund und Ratgeber.

Darüber hinaus betonte Prälat Mandl die Bedeutung der Mutter/Kind-Bindung. Mutterliebe sei eine "Lebensgarantie" für ein Kind und durch nichts zu ersetzen, durch keine Kita und kein Internat. Das sichere Gefühl für jedes Kind und jeden Menschen "erwünscht zu sein", wie es der heiligen Ordensfrau Mutter Teresa stets ein großes Anliegen war, erwachse aus einem intakten Elternhaus. Wunschkinder seien leistungsfähiger, belastbarer, könnten sich im Leben besser einbringen. Deshalb, so Mandl, sollte im Grundgesetz stehen: "Jedes Kind hat ein Recht darauf, ein Wunschkind zu sein!"

Bruder Konrad sei ein Wunschkind für seine Eltern gewesen und nur darum konnte er auch tief im Glauben verwurzelt diese enge Beziehung zum himmlischen Vater und zur Muttergottes aufbauen, erläuterte Prälat Mandl. Diese Erfahrung der Geborgenheit gelte es weiterzugeben. Am Ende zitierte er Papst Benedikt XVI.: "Wo die Mutter ist, sind wir wirklich zu Haus, hier haben die Menschen Wohn- und Heimatrecht!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner