Altöttinger Liebfrauenbote

Dritte Altöttinger Fastenpredigt mit Generalvikar Prälat Klaus Metzl

Keine Angst vor dem Tod

Der Passauer Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl hielt am 8. März in der Stiftspfarrkirche die dritte von insgesamt vier Altöttinger Fastenpredigten. Zum Thema "Bereit sein zum Sterben" erklärte er, wieso Christen den Tod nicht fürchten müssen und welche vier Haltungen im Leben zählen.

Generalvikar Klaus Metzl.
Generalvikar Klaus Metzl.

"Abschiede nicht nur zu erleiden, sondern auch anzunehmen und zu gestalten", hatte Kapuzinerpater Norbert Schlenker seinen Zuhörern beim diesjährigen Eucharistischen Stundengebet empfohlen. Auch Br. Konrad sei hierfür ein Vorbild; ausdrücklich schilderte P. Norbert, wie der heilige Klosterpförtner mit den Worten "Wie Gott will" seinen nahenden Tod annahm. Das Stundengebet der Kapuziner, das traditionell die Fastenzeit einläutet, ist Ausgangspunkt für die Reihe der Altöttinger Fastenpredigten, und Generalvikar Klaus Metzl griff den Faden zum Thema Tod auf und erklärte ausführlich, das für den scheinbar endgültigen Abschied gerade Christen bereit sein können – mehr noch: für Christen habe der Tod streng genommen keine Bedeutung, stellte er fest.

Dass der Tod gerade in der Fastenzeit ein wichtiges Thema ist, erklärte der Generalvikar mit Verweis auf den Aschermittwoch: "Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und zum Staube zurückkehren wirst", zitierte er die Worte, mit der Gläubige zu Beginn der Fastenzeit das Aschenkreuz empfangen. Der Tod sei nun einmal eine Tatsache und darüber hinaus eine sehr persönliche Angelegenheit – jeder Einzelne müsse sich damit auseinandersetzen und "bereit sein". Die Frage der Bereitschaft aber wiederum sei eine ur-christliche: Wachsam zu sein gelte es schließlich auch mit Blick auf die Wiederkunft Jesu, stellte der Prediger mit Verweis auf das Evangelium (Mt 24,43f) fest.

Bereitschaft, dem Herrn zu begegnen

Im Bild von links: Stiftskanonikus Pfr. i.R. Alois Schießl, Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl, Generalvikar Klaus Metzl, Guardian Kapuzinerpater Norbert Schlenker und Diakon Heribert Wagner mit Ministranten der Pfarrei.
Im Bild von links: Stiftskanonikus Pfr. i.R. Alois Schießl, Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl, Generalvikar Klaus Metzl, Guardian Kapuzinerpater Norbert Schlenker und Diakon Heribert Wagner mit Ministranten der Pfarrei.

Im christlichen Sinne könne jedoch nicht allein die Bereitschaft für den "irdisch-biologischen Tod" gemeint sein, fuhr Generalvikar Metzl fort. Was bedeutet also "Sterben im christlichen Sinne", fragte er und erklärte: "In der Taufe auf Jesu Christi Tod und Auferstehung sind wir bereits der Sünde und dem Tod gestorben, sodass wir – wie Paulus sagt (vgl. Röm 6,3f) – schon in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln. Durch die Taufe sind wir bereits zu Kindern des Lichtes und des Lebens geworden. Der Tod hat keine Macht mehr über uns." Stattdessen warteten wir "auf die Wiederkunft des Herrn am Ende der Tage, wenn er auf den Wolken des Himmels mit all seinen Engeln erscheinen wird, um Gericht zu halten über Lebende und Tote". Der Prediger resümierte: "Weil also der irdische Tod im christlichen Glauben keinen Schrecken – ja überhaupt keine Bedeutung mehr hat, deshalb brauchen wir ihn nicht zu fürchten."

Nicht allein für den Abschied auf Erden müssen wir uns laut Generalvikar Metzl bereithalten, vielmehr müssten wir "bereit sein, dem Herrn zu begegnen". Er skizzierte vier Haltungen, die dabei wichtig seien.

Nicht zu sündigen, lautete der erste Rat des Generalvikars; "weil wir aber doch immer wieder das Böse tun, gehört die Bereitschaft zur Umkehr und zur Versöhnung ganz wesentlich zum Leben eines jeden Christen", führte er weiter aus und legte seinen Zuhörern das "Sakrament der Beichte" ans Herz. Als zweite wesentliche Haltung nannte der Prediger den Lobpreis Gottes. Drittens müsse die Bereitschaft zum Lobpreis "immer mit der Bereitschaft einhergehen mit Menschen in Not zu teilen", erklärte er mit Verweis auf das Evangelium vom "Beispiel vom reichen Mann und vom armen Lazarus" (Lk 16, 19ff). "Denn die Gottes- und Nächstenliebe sind nicht zu trennen", bekräftigte Generalvikar Metzl mit Blick auf die "Werke der Barmherzigkeit" (Mt 25, 34ff). Schließlich betonte er die Verkündigung des Glaubens als die vierte wesentliche Haltung: "Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt", zitierte er den ersten Petrusbrief (1Petr 3,15b).

Am Ende appellierte Generalvikar Metzl an die Zuhörer: "Lasst uns also aus diesem Geheimnis heraus voller Zuversicht und ohne Angst als Jüngerinnen und Jünger in der Welt leben, weil wir mit dem Apostel Paulus im Glauben wissen: Christus ist für mich das Leben und Sterben mein Gewinn" (Phil 1,21).

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner