Altöttinger Liebfrauenbote

52. Altöttinger Pilgerfahrt nach Passau und Parzham

Auf den Spuren Bruder Konrads

Im Zeichen des Bruder-Konrad-Jubiläumsjahres stand die 52. Altöttinger Pilgerfahrt am 3. Fastensonntag, 4. März mit dem Ziel Passau und Parzham. Unter der geistlichen Leitung von Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl und bestens organisiert vom Wallfahrts- und Verkehrsbüro mit Direktorin Ulrike Kirnich als Hauptverantwortliche machten sich 350 Pilger des Pfarrverbands sowie der Pfarreien im Umland unter dem Jahresmotto "Jesu Kreuz – unser Buch" auf den Weg. Was eine Wallfahrt mit unserem Leben zu tun hat, das verdeutlichte Diözesanbischof Stefan Oster beim festlichen Pontifikalgottesdienst im Passauer St. Stephans-Dom.

Mit einem "jungen Pilgergesicht" zogen die Altöttinger Pilger in Passau ein.
Mit einem "jungen Pilgergesicht" zogen die Altöttinger Pilger in Passau ein.
Zahlreiche Fahnenabordnungen der Altöttinger Vereine und Verbände waren mit dabei.
Zahlreiche Fahnenabordnungen der Altöttinger Vereine und Verbände waren mit dabei.

Die Nachfrage war heuer so groß, dass sogar ein siebter Bus eingesetzt werden musste. Und dass sich mit der Teilnahme der Erstkommunionkinder und deren Eltern – betreut von Kaplan Christoph Leuchtner und Diakon Thomas Zauner – sowie der Altöttinger Kapellsingknaben und Mädchenkantorei unter Leitung von Herbert Hager – die erneut die festliche musikalische Gestaltung des Pontifikalgottesdienstes übernahmen – das "Pilgergesicht" deutlich verjüngere und belebe, sei ein sehr positiver Aspekt, freute sich Prälat Mandl bei der Abfahrt am Sonntagmorgen.

Erneut führte die Altöttinger Pilgerfahrt in ein "Quellgebiet" der Wallfahrten, die traditionell nach Altötting kommen. Ein Gegenbesuch in Passau sei längst überfällig gewesen, so Mandl, kommen doch jedes Jahr am 2. Samstag in der Osterzeit über 7.000 Passauer Jugendfußwallfahrer ins "Herz Bayerns". Es war darüber hinaus naheliegend, dass die Altöttinger den 200. Geburtstag Bruder Konrads, des Altöttinger Stadtheiligen und dritten Patrons der Diözese Passau, nicht nur am Gnadenort, sondern auch in der Dreiflüssestadt feierten. Diözesanbischof Stefan Oster zelebrierte die hl. Messe im Dom; ihm zur Seite standen als Konzelebranten nicht nur die beiden Altöttinger Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl und Kapuzinerpater Norbert Schlenker sowie Kaplan Christoph Leuchtner, sondern auch der Passauer Generalvikar Klaus Metzl sowie Domdekan Hans Bauernfeind und weitere Mitglieder des Domkapitels.

Bischof Oster: "Gott geht den Weg mit"

Eucharistiefeier im Pasauer Dom mit Bischof Stefan Oster (Mitte).
Eucharistiefeier im Pasauer Dom mit Bischof Stefan Oster (Mitte).
Bischof Stefan Oster mit den Altöttinger Kapellsingknaben und Mädchenkantorei (im Hintergrund), die auch heuer die hl. Messe musikalisch gestalteten.
Bischof Stefan Oster mit den Altöttinger Kapellsingknaben und Mädchenkantorei (im Hintergrund), die auch heuer die hl. Messe musikalisch gestalteten.

Nach Ankunft der 350 Buspilger aus Altötting in Passau formierten sie sich zur feierlichen Prozession zum Stephansdom. Unter den Teilnehmern waren Erster Bürgermeister Herbert Hofauer mit Gattin Geli, Vertreterinnen der Congregatio-Jesu- wie auch der Heilig-Kreuz-Schwestern, Vertreter der Kapuziner, außerdem Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Luise Hell, Mitglieder des neugewählten Pfarrgemeinderats, Pastoralreferent Arnold Hutterer und Pastoralassistent Tobias Bärlehner sowie Vertreter des Roten Kreuzes. Unter den Klängen der Musikkapelle Altötting zogen die Pilger mit den Fahnenabordnungen der Vereine und Verbände zum Dom.

"Wenn wir uns miteinander als Kirche von Passau auf den Weg machen, wobei uns der hl. Bruder Konrad im Gebet vereint, dann spüren wir Kirche", eröffnete Bischof Oster die Liturgiefeier, "da dient die Wallfahrt als Hilfsmittel des Glaubens, wobei wir den Herrn, wie es der hl. Bruder Konrad vorgelebt hat, stets in unsere Mitte stellen." Bischof Stefan hinterfragte in seiner Predigt den Zusammenhang einer Wallfahrt mit unserem Leben. Eine Wallfahrt habe zum einen ein Ziel, eine Richtung zu Orten von heiligen Männern und Frauen oder wie in Altötting zur Gottesmutter. Diese Pilgerstätten ließen in besonderer Weise die Gegenwart Gottes spüren. An Wallfahrtsorten werde sehr viel gebetet. Doch das Gebet, das Sprechen mit Gott, begleite die Pilger bereits beim Unterwegssein und dies bedeute: "Gott geht den Weg mit!" Dies habe auch das II. Vatikanische Konzil betont. Wallfahrt sei aber zugleich eine Erinnerung an uns, auf diesem Weg zu bleiben. Mit Verweis auf das Evangelium des 3. Fastensonntags (Joh 2, 13-25) mahnte Bischof Oster, dass die Kirchen als Orte des Gebets und Gottesverehrung nicht zu Orten des Tourismus und des Kommerzes verkommen dürfen. "Gott muss die Mitte bleiben", appellierte er. Letztendlich seien wir durch die Taufe selber zu "Tempel Gottes" geworden: "Jesus ist im Tempel des Herrn gegenwärtig und 'räumt auf', wenn's notwendig ist", erklärte Bischof Oster und fügte hinzu: Dazu lade gerade in der Fastenzeit das Sakrament der Versöhnung ein, damit wir frohen Herzens der Auferstehung des Herrn entgegen sehen können.

Schlussandacht mit Tauferinnerung in Parzham

Die beiden Altöttinger Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl (r.) und Kapuzinerpater Norbert Schlenker bei der Schlussandacht in Parzham.
Die beiden Altöttinger Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl (r.) und Kapuzinerpater Norbert Schlenker bei der Schlussandacht in Parzham.
Pilger vor dem Bruder Konrad-Hof in Parzham.
Pilger vor dem Bruder Konrad-Hof in Parzham.

Am Ende des festlichen Pontifikalamts sprach Passaus Zweiter Bürgermeister Urban Mangold herzliche Grußworte an die Pilger. Altöttings Bürgermeister Hofauer dankte sowohl Bischof Oster wie auch Mangold für den freundlichen Empfang.

Der Familien- und Chorbus begab sich schließlich auf Heimreise, während die anderen Wallfahrer nach Parzham, dem Geburtsort des hl. Br. Konrad, weiterfuhren. Herzlich begrüßt von Pfarrer Gunther Drescher vom Pfarrverband Bad Griesbach und Pfarrvikar Roland Burger, dem ehemaligen Pfarrer von Altötting-Süd, feierten die Pilger eine feierliche Schlussandacht mit Tauferinnerung.

P. Norbert erinnerte in seiner Abschlusspredigt an den Lebensweg des heiligen Klosterpförtners. Trotz gewissen Reichtums hätte die Familie Birndorfer stets ein offenes Herz für die Mitmenschen gehabt, ihr Wohlstand sei für sie zugleich Verpflichtung zum Teilen gewesen. Diese Lebenserfahrung sei dem Birndorfer Hansl in seinen 41 Jahre dauernden Pfortendienst im Altöttinger St. Annakloster sehr zugute gekommen. Wir sollten uns den Altöttinger Stadtheiligen und großen Heiligen unserer bayerischen Heimat zum Vorbild nehmen, gerade in heutiger Zeit in unserer Einstellung gegenüber Heimatlosen und Flüchtlingen. Aber, so P. Norbert, auch die ausgeprägte Religiosität und Frömmigkeit Bruder Konrads, die sich vor allem im Gebet auszeichnete, sei nachahmenswert. Immer in der Gegenwart Gottes zu leben sei stets einer Bruder Konrads Vorsätze gewesen.

In Erinnerung daran, dass der Geburtstag des Birndorfer Hansls zugleich dessen Tauftag gewesen sei, wurde die Andacht insbesondere im Gedenken an die eigene Taufe gefeiert, "um dem Herrn für die Berufung in das Leben als Christ in unserer Kirche zu danken mit der Bereitschaft, durch unser Leben Antwort auf den Anruf Gottes zu geben". Abschließend wurden die Pilger mit einer Bruder-Konrad-Reliquie gesegnet. Übrigens: Der hl. Bruder Konrad war auch guter Fürsprecher beim hl. Petrus. Ab den späten Vormittagsstunden zeigte sich Passau mit wahrhaftem "Jubiläumswetter" – Sonne pur und blauer Himmel.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Hier gelangen Sie zu einem Video über die Wallfahrt auf den Seiten des Bistums Passau

Impressionen

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