Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Grabesritter, Radler für den Frieden und hunderte Schüler – das Pilgerleben in Altötting ist so bunt wie die Kirche insgesamt. Eine kleiner Auswahl der Wallfahrtsgruppen, die in den letzten Tagen ins "Herz Bayerns" kam:

Orte der Orientierung – "Grabesritter von Jerusalem" aus der Duisburger Komturei in Altötting

Drei Tage, vom 13. bis 15. Juli, weilten die "Grabesritter von Jerusalem" aus der Duisburger Komturei St. Viktor mit der Vorsitzenden Monika Barking am Gnadenort. Mit Weihbischof Rolf Lohmann aus dem Bistum Münster (2. Bild, links; rechts neben ihm der Abt von Scheyern, Markus Eller – siehe Text darunter) feierten sie in der Gnadenkapelle, in St. Konrad und in der St. Anna-Basilika Gottesdienst und nahmen am Samstagabend an der Lichterprozession teil. Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl freute sich mit Weihbischof Lohmann den ehemaligen Wallfahrtsrektor von Kevelaer begrüßen zu können. Beim Gottesdienst in der Gnadenkapelle am 13. Juli – als Konzelebrant stand auch Praemonstratenser-Pater Dominik Kitta von der Abtei Hamborn mit am Altar – würdigte Weihbischof Lohmann Maria als "Urbild des Glaubens" und als Vorbild für die Kirche. "Maria preist im Magnifikat die Größe des Herrn", erinnerte er und betonte: "Sie hat begriffen, dass der für sie bestimmte Weg eine Zukunft hat." Gnadenorte seien Orte der Orientierung und Perspektive, stellte er fest und appellierte an die Gottesdienstbesucher, den Glauben weiterzugeben.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Der richtige Weg – Frauenbund Scheyern pilgert, Abt Markus Eller predigt

"Ob das Wort Gottes uns nah kommen darf, entscheidet unser Herz", betonte der Abt von Scheyern, Markus Eller, am 14. Juli. Er zelebrierte an diesem Samstag die Vorabendmesse mit anschließender Lichterprozession. Bereits am späten Nachmittag hatte er zusammen mit Kapuzinerpater Heinrich Grumann Radpilgerinnen vom katholischen Frauenbund Scheyern zum Kapellplatz einbegleitet.
In seiner Predigt am Abend hinterfragte er, welcher Weg auf den Straßen des Lebens wohl der richtige sei und stellte fest, dass diese Frage nicht leicht zu beantworten sei. Gerade in diesen Wochen, wenn viele junge Menschen die Schule verlassen, um neue Wege einzuschlagen, stehe diese Frage im Raum. Um sie zu beantworten, müsse erst einmal der eigene Standort bekannt sein: "Wo sehe ich mich in meinem Leben, wer bin ich eigentlich?" Das Glück, das so viele suchen, könne man nicht einfach so machen oder festhalten, die Botschaft Jesu aus dem Markus-Evangelium (Mk 6, 7-13) lehre uns hierbei sowieso ganz anderes: als Jesus seine Jünger ausschickt, befiehlt er ihnen, "nichts auf dem Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen". Die Botschaft Jesu lehre uns, ein "sich auf den rechten Weg machen, um anderen das Heil zu bringen, das Gott für uns bereitet hat" – und das hänge nicht ab von dem, was wir haben und wer wir sind, bekräftigte Abt Markus.
Den richtigen Weg im Visier aber weniger Glück mit dem Wetter hatten die 27 Radpilgerinnen vom katholischen Frauenbund Scheyern: kurz vor Altötting ging ein heftiges Gewitter mit Starkregen nieder und trotz Unterstand kamen sie durchnässt am Pilgerziel an. In trockener Ersatzkleidung – alle trugen einheitlich die roten Frauenbund-T-Shirts und wurden von Abt Markus lachend als "meine rote Armee" bezeichnet – nahmen die Frauen an der Vorabendmesse in der St. Anna-Basilika mit anschließender Lichterprozession teil.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Friedenswallfahrt – 27. Köferinger Radwallfahrt

"Der Friede ist eines der höchsten Güter und es ist für uns alle unübersehbar, dass wir von diesem erstrebenswerten Ziel weiter entfernt sind als je zuvor", erklärten die Organisationsleiter der 27. Köferinger Radwallfahrt, Reinhard und Claudia Kautetzky das diesjährige Wallfahrtsthema: "Die Waffen nieder!", ein Ruf, den Bertha Suttner als "Antikriegs-Roman" der Menschheit hinterlassen habe. Am 14. Juli erreichten 300 Köferinger Radpilger nach 120 km Wegstrecke den Gnadenort und setzten dadurch ein ausdrucksstarkes "Friedenszeichen". Mitgeradelt ist auch wieder der Köferinger Pfarrer Matthias Kienberger, der appellierte: "Nehmen wir die Bitten um Frieden in allen Bereichen des menschlichen Lebens mit hinein in unsere Rucksäcke, Gepäckträger, Taschen und bringen wir sie zur Gottesmutter nach Altötting!" Wegen eines Gewitters konnten die Organisatoren nicht wie geplant weiße Friedenstauben fliegen lassen. Vor dem Gottesdienst in der Basilika wurden die Tauben stattdessen in Händen gehalten – als Zeichen für den Frieden.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Gott sucht Euer Herz" – 31. Schülerwallfahrt des Gymnasiums Landau

Die Schüler aus Landau ziehen über den Kapellplatz in die Stiftspfarrkirche ein – rechts vorne Studiendirektorin Annemarie Wallner.
Die Schüler aus Landau ziehen über den Kapellplatz in die Stiftspfarrkirche ein – rechts vorne Studiendirektorin Annemarie Wallner.
Statio vor der Gnadenkapelle mit (von links): Subregens Robert Paulus, Msgr. Dr. Franz Bauer, Abt Marianus Bieber und Kapuzinerpater Br. Georg Greimel.
Statio vor der Gnadenkapelle mit (von links): Subregens Robert Paulus, Msgr. Dr. Franz Bauer, Abt Marianus Bieber und Kapuzinerpater Br. Georg Greimel.

Trotz hochsommerlicher Temperaturen haben am Donnerstagnachmittag, 5. Juli, hunderte Schüler und Schülerinnen an der 31. Wallfahrt des Gymnasiums Landau nach Altötting teilgenommen. Abt Marianus Bieber aus Niederaltaich erklärte den Schülern in seiner Predigt in der Stiftspfarrkirche, dass sie sich von Gott stets getragen wissen dürfen.
"Vergelt's Gott für Eure Wallfahrt und Euer Gebet", rief Kapuzinerpater Br. Georg Greimel den Schülern des Gymnasiums Landau zu, als diese or der Gnadenkapelle eine kurze Statio hielten. Das diesjährige Motto lud zum: "Bitten, beten, singen, glauben, danken, feiern" ein, die jungen Pilger machten eifrig mit. In verschiedenen Sprachen trugen Schüler/innen vor der Hl. Kapelle das "Gegrüßet seist du Maria" vor. Vorbeter
Tobias Meindl, der das "Ave Maria" auf Latein vortrug, hat heuer Abitur gemacht und war bereits als Ministrant bei der diesjährigen Landauer Fußwallfahrt mit dabei. Abt Marianus ging in seiner Predigt näher auf das Matthäus-Evangelium von den "Talenten" (Mt 25,14-30) ein: Verschiedenste Gaben und Fähigkeiten habe uns Gott von Natur aus mitgegeben, erklärte er. Dabei gehe es Gott gar nicht um die äußere Erscheinung eines Menschen, um sein "Outfit". Abt Marianus versicherte: "Gott misst nicht nach Noten im Jahreszeugnis! Gott sucht Euer Herz!" Gerade auf einer Wallfahrt, so Abt Bieber, bestehe die Möglichkeit, mit Gott ins Gespräch zu kommen, im Gebet, in Momenten der Stille und Besinnung, anderen nahe zu sein, denen es gerade nicht so gut geht wie uns. Abt Bieber resümierte: "Dann werden wir die Kraft Gottes immer mehr spüren. Wenn wir uns von Gott getragen wissen, dann kann uns in diesem Leben nichts passieren."
Als geistliche Begleitung war heuer Subregens Robert Paulus aus Regensburg mit dabei; er wird ab September neuer Stadtpfarrer von Landau. Auch der Gründer der Wallfahrt, Msgr. Dr. Franz Bauer, reiste extra aus Regensburg an. Die Schüler-Wallfahrt aus Landau hat eine einmalige Tradition: sie wurde 1987 ins Leben gerufen und von Msgr. Bauer 27 Jahre geleitet. Seit vier Jahren wird sie von Studiendirektorin Annemarie Wallner fortgeführt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner