Altöttinger Liebfrauenbote
Feierlicher Einzug der Pilger der Malteser-Wallfahrt zur St. Anna-Basilika.
Feierlicher Einzug der Pilger der Malteser-Wallfahrt zur St. Anna-Basilika.

47. Malteserwallfahrt mit Kranken und Behinderten – Gottesdienst mit Bischof Konrad Zdarsa

Christus ähnlich werden

Christus näher zu kommen, ihm gar ähnlich zu werden, ist ein ebenso anspruchsvolles wie lohnenswertes Ziel – wie dies möglich sein kann, erklärte der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa in seiner Predigt in der St. Anna-Basilika im Rahmen der 47. Malteserwallfahrt mit Kranken und Behinderten am 15. Juli.

Bischof Konrad Zdarsa.
Bischof Konrad Zdarsa.

Gerade an einem Marienwallfahrtsort – durch die Anrufung der Mutter des Herrn – sei es möglich, Christus näher zu kommen, stellte Bischof Zdarsa fest und erklärte: "Wir alle sind durch die Taufe berufen, Ihm ein Stück ähnlicher zu sein." Hierbei zählten weder Äußerlichkeiten wie Stand oder Herkunft eines Menschen, vielmehr gehe es darum, Jesu Gesinnung und Haltung zu leben, Gott und den Menschen zu dienen. "Das Gutsein leben, glauben, hoffen und lieben wie Christus und schließlich: die Frohe Botschaft verkündigen", empfahl der Bischof den Gottesdienstbesuchern. Christus ähnlich zu sein bedeute freilich auch, Leiden auf sich zu nehmen, stellte der Bischof mit Blick auf die zahlreichen kranken und behinderten Pilger fest. Gerade in dieser Situation könne ein Blick auf das Kreuz hilfreich sein.

Malteser-Wallfahrt: immer wieder eine Stärkung

Renate Schepper (siehe Text) mit einem Votivbild.
Renate Schepper (siehe Text) mit einem Votivbild.

Dass man trotz schwerer Schicksalsschläge den Mut nicht verlieren muss, zeigte Renate Schepper. Sie hat ihr ganz persönliches Kreuz auf sich genommen und gelernt, es zu tragen: lange Jahre war sie beim Malteser Hilfsdienst in Garmisch-Partenkirchen engagiert, nun sitzt sie aufgrund einer Erkrankung selber im Rollstuhl. Sie erlebt die alljährliche Malteser-Wallfahrt immer wieder als Stärkung, wie sie verriet. Heuer hatte sie besonderen Grund zur Freude: genau am Wallfahrtstag jährte sich ihre 10. Malteser-Wallfahrt nach Altötting und sie konnte an diesem Tag ihren 70. Geburtstag feiern.

"Mit Euch und durch Euch wird Kirche lebendig erfahrbar"

Pilger mit Malteser-Fahne, im Hintergrund Wallfahrtsorganisator Franz-Josef Freiherr von der Heydte.
Pilger mit Malteser-Fahne, im Hintergrund Wallfahrtsorganisator Franz-Josef Freiherr von der Heydte.

"Mit Euch und durch Euch wird Kirche lebendig erfahrbar", hatte Wallfahrtsorganisator Franz-Josef Freiherr von der Heydte vor dem Gottesdienst den vielen Pilgern gedankt. "Ihr seid die wichtigsten Mitglieder der Kirche, weil ihr täglich Euer Kreuz auf Euch nehmt, so wie es uns Jesus aufgetragen hat...", begrüßte Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl die Gottesdienstteilnehmer. Von der Heydte rief mit Blick auf das achteckige Malteser-Kreuz dazu auf "Flagge zu zeigen für ein christliches Europa". "Das Kreuz als christliches Symbol hat hier seinen Platz", betonte er.

Festlicher Einzug

Malteser Pilger ziehen mit Fahnen an der Gnadenkapelle vorbei.
Malteser Pilger ziehen mit Fahnen an der Gnadenkapelle vorbei.

Festlich war zuvor der Zug vom Treffpunkt Dultplatz zum Kapellplatz. Der Weg führte an der zwischen Gnadenkapelle und Stiftspfarrkirche aufgestellten Gnadenbildkopie vorbei. Voran schritten die Fahnenab-ordnungen mit den roten Fahnen und weißem Malteserkreuz, dann der Bischof und die Priester sowie die Malteserritter und -damen, gekleidet in schwarze Kukullen, dahinter die vielen Helfer des Malteserhilfsdienstes die sich fürsorglich um die Pilger im Rollstuhl kümmerten.

"Die Kranken standen stets im Mittelpunkt der Mission Jesu"

Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl segnet Pilger vor der Gnadenkapelle.
Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl segnet Pilger vor der Gnadenkapelle.

Nachmittags fand eine Andacht vor der Gnadenkapelle mit Prälat Mandl statt. Der Wallfahrtsrektor betonte: Krankheiten schenke der Herr zur Bewährung, um zu wachsen und Christus ähnlicher zu werden. "Die Kranken standen stets im Mittelpunkt der Mission Jesu", erklärte er. Die Kranken stünden seit dem Wunder von 1489 auch in Altötting im Mittelpunkt; damals wurde ein kleines Kind, das im Mörnbach ertrunken war, durch die Anrufung Mariens wieder zum Leben erweckt, erinnerte Mandl.

Nach der Weihe der Wallfahrtsandenken und dem Pilgersegen durch Bischof Zdarsa wurden die Wallfahrtsteilnehmer von der Musikkapelle Mellrichstadt, die auch die Andacht gestaltet hatte, wieder zu ihren Bussen begleitet, um mit Kraft und Zuversicht im Herzen die Heimreise anzutreten.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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