Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Weder Hitze noch Regenschauer halten Pilger davon ab, ins "Herz Bayerns" zu marschieren: Zahlreiche Gruppen wurden Anfang Juli in Altötting empfangen – eine kleine Auswahl:

Auf ein Wiederkommen – Pilger aus Bad Saulgau/Oberschwaben

"Wenn's uns gefällt, dann ist es nicht ausgeschlossen, dass wir wieder kommen", erklärte schmunzelnd Dekan Peter Müller (1. Bild, M.) aus Bad Saulgau/Oberschwaben, der mit einer Pilgergruppe aus seinem Dekanat für zwei Tage am Gnadenort weilte. Diakon Thomas Zauner sprach nach der Einbegleitung am Festtag Maria Heimsuchung, 2. Juli, vor der Gnadenkapelle herzliche Grußworte und empfahl, es dem hl. Bruder Konrad, "dessen 200. Geburtstag wir heuer feiern und der ein großer Marienverehrer gewesen ist", gleichzutun: den Rosenkranz betend, als Pilger unterwegs, das mache das Leben leichter und bringe uns dem Himmel ein Stück näher.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Verhinderte Nachtwallfahrt – Pilger aus Eichendorf-Aufhausen

Von Diepoltskirchen aus hatte sich 28 Pilger aus Eichendorf-Aufhausen zum 62. Mal unter Leitung von Anton Ritt am Freitagabend, 6. Juli, auf den Weg gemacht. Nach 39 km Fußmarsch die Nacht hindurch war das Pilgerziel am Samstag gegen 6.30 Uhr erreicht. Für Pilgernachwuchs ist gesorgt, denn die siebenjährigen Zwillinge Maxi und Leopold haben den Papa Anton Guggenberger (1. Bild, r.) von der Neuöttinger Innbrücke aus begleitet. Dabei war die Stimmung der beiden etwas verschnupft: Eigentlich wollten sie mit dem Papa ein längeres Wegstück und auch im Dunkeln mitmarschieren, aber Mama Karin, die der Pilgergruppe mit dem Auto nachgefahren ist, hat sie irgendwie verfehlt und so traf man erst in Neuötting zusammen. Dafür nahm's Papa Guggenberger gelassen: "Egal, wie die Wegstrecke ausfällt, Hauptsache ist doch, dass sich bei den Buben die Wallfahrtsluft festsetzt", meinte er lachend. Nicht gerade zum Lachen war das Pilgerwetter: beim Abmarsch hatte es heftig geschüttet. Nach dem Einzug über den Kapellplatz zur Gnadenkapelle sprach Kapuzinerpater Ludwig Wörle ein Dankgebet fürs gute Ankommen am Pilgerziel. Mit Verweis auf das Br. Konrad-Jubiläumsjahr empfahl P. Ludwig: "Wenn ihr nach dem Pilgergottesdienst noch Zeit habt's, schaut's Euch die drei Br. Konradausstellungen an, die sind es wert."

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Ihr tragt Jesus mit" – Radpilger aus dem Pfarrverband Kirchdorf-Julbach-Seibersdorf

Wieder ertönten am Samstagmorgen, 7. Juli, die Altöttinger Kirchenglocken und kündeten von der Ankunft der 40 Fuß- und zehn Radpilger aus dem Pfarrverband Kirchdorf-Julbach-Seibersdorf unter Leitung von Christoph Strohhammer (1. Bild, 2.v.r.), mitmarschiert ist auch wieder Pfarrer János Kovács. Diakon Thomas Zauner (1. Bild, 2.v.l.) hatte die Wallfahrtsteilnehmer an der Stinglhamerstraße in Empfang genommen und zur Gnadenkapelle einbegleitet. "Ihr habt's sicherlich unterwegs den Rosenkranz gebetet" und spezifisch auf den 'Freudenreichen Rosenkranz' eingehend mit dem Absatz 'Den du o Jungfrau zu Elisabeth getragen hast', versicherte Zauner: "Auch Ihr tragt Jesus mit nach Altötting, im sichtbaren Zeichen des Kreuzes und besonders wichtig, auch im Herzen." Dann stimmte Zauner "Segne du Maria" an zum Dank, "dass Euch die Gottesmutter sicher nach Altötting geführt hat!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Wegweiser zu Gott – Fußpilger aus Marktl-Stammham

Nach der Ankunft der Fußpilger aus Marktl-Stammham und Einbegleitung durch Kapuzinerpater Heinrich Grumann in die St. Anna-Basilika am 7. Juli wurde mit Pfarrer Josef Kaiser (4. Bild, vorne l.) und BGR Pfr. Adolf Fritscher (4. Bild, vorne r.) Pilgergottesdienst gefeiert. Pfarrer Fritscher, der an Mariä Heimsuchung seinen 80. Geburtstag begehen konnte, sprach von einem Freudentag, hier gemeinsam in Altötting bei der Gottesmutter und dem hl. Bruder Konrad Eucharistie feiern zu dürfen. In den Heiligen, wie Bruder Konrad, sah Pfr. Fritscher keine weltfremden Menschen, sondern "Wegweiser und Wegbegleiter zu Gott". Bruder Konrad sei ein Mann des Gebets, des Aufbruchs, des Dienens und der Demut gewesen. "Auch wir brauchen Tage des Aufbruchs, wie die heutige Wallfahrt, des Gebets in der Familie und Gemeinschaft!" Das Kreuz, für Bruder Konrad ein Buch, sei dabei unser Navigationsgerät zur Vollendung.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Treue Oberpfälzer Pilger – Wallfahrt aus dem Dekanat Weiden/Opf.

Bereits um 6 Uhr war am Samstag, 7. Juli Abfahrt für die Wallfahrtsteilnehmer aus dem Dekanat Weiden/Opf. und da hieß es früh aufstehen, wer dabei sein wollte. Kapuzinerpater Alexander Madathil, der die Buspilger am Parkplatz Gries in Empfang nahm, freute sich besonders, als er einen indischen Mitbruder, den Pfarrvikar P. Mejo Jose von der Pfarrei St. Konrad unter den Wallfahrtsteilnehmern entdeckte. Betend und singend zogen die Buspilger auf den Kapellplatz ein und umrundeten nach alter Pilgertradition die Gnadenkapelle. Vor dem Gottesdienst in der St. Anna-Basilika mit Msgr. Andreas Uschold als Hauptzelebrant und Prediger verwies P. Alexander bei seinen herzlichen Grußworten auf den Festtag Maria Heimsuchung, der zur Freude aufrufe. Maria und Elisabeth, zwei schwangere Frauen, von Gott gesegnet, verdeutlichten uns die Gegenwart Gottes in dieser Welt. Dies bedeute auch für uns, die verschiedenen Lebenslagen vertrauensvoll anzunehmen, denn Gott begleitet uns auf allen Wegen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Feuerwehr-Wallfahrt aus Burgweinting

28 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Burgweinting sind am Sonntag, 8. Juli, nach Altötting geradelt, heuer zum 11. Mal. Eigentlich wollten die Feuerwehrler mit ihrer 10. Jubiläums-Radwallfahrt vor sechs Jahren abschließen - doch dieses Jahr, zum 50-jährigen Pfarreijubiläum, befand man es Grund genug, mit einer Wallfahrt bei der Gnadenmutter von Altötting Dank zu sagen und auch zu bitten, dass bei den Feuerwehreinsätzen nichts passiert, wie es Vorstand Marco Schimmich und zweiter Vorstand Wolfgang Ebentheuer formulierten. Etwa 100 Burgweintinger waren zusätzlich mit dem Bus angereist und eine Bläsergruppe des Orchestervereins Regensburg-Steinweg. So wurde in feierlicher Prozession mit Pfarrer Franz Ferstl und Kapuzinerpater Ludwig Wörle zur St. Konradkirche gezogen, um mit einem Dankgottesdienst ihre Wallfahrt "zu krönen".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Fackel des Glaubens weitergeben – 59. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben

Bischof Rudolf Voderholzer bei der Feier der Eucharistie.
Bischof Rudolf Voderholzer bei der Feier der Eucharistie.
Ehrengäste (v.l.): Peter-Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Banater Schwaben mit Ehefrau Hiltrud, Josef Lutz, stllv. Vorsitzender des St. gerhardswerks und Wolfgang Sellner, Zweiter Bürgermeister von Altötting.
Ehrengäste (v.l.): Peter-Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Banater Schwaben mit Ehefrau Hiltrud, Josef Lutz, stllv. Vorsitzender des St. gerhardswerks und Wolfgang Sellner, Zweiter Bürgermeister von Altötting.

"Wallfahrtswege sind die Pulsadern des christlichen Europas, Marienwallfahrtsorte Knotenpunkte der christlichen Vernetzung, Orte der Auferbauung, des Trostes, Orte der Anbetung Gottes, zu den uns Maria hinführt": Bischof Rudolf Voderholzer aus Regensburg war am Sonntag, 8. Juli, zur 59. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben unter dem Motto "Gottes Wort leben – wie Maria" gerne nach Altötting gekommen, wie er bestätigte, um als Hauptzelebrant und Prediger dem feierlichen Pontifikalgottesdienst vorzustehen und mit den donauschwäbischen Pilgern "die Gottesmutter zu verehren".

Es bewege ihn tief, zu sehen, so der Bischof, mit welcher Liebe die donauschwäbischen Pilger die von den Eltern und Großeltern ererbten Traditionen aus den Heimatländern Rumänien, Ungarn und dem ehemaligen Jugoslawien pflegten. Gelebte Tradition präsentierte sich besonders in den Trachten- und Fahnenabordnungen, die in einer feierlichen Prozession unter den Klängen der Blaskapelle St. Anna von der Gnadenkapelle zur St. Anna-Basilika zogen. Aber auch die Jugendblaskapelle aus Rumänien wie auch der Kirchenchor und Banater Chor St. Pius (München) trugen zum guten Gelingen der Wallfahrt bei.

Der stellvertretende Vorsitzende des St. Gerhardswerks, Josef Lutz, bedankte sich für die zahlreiche Teilnahme der donauschwäbischen Landsleute und sein herzlicher Gruß galt den Ehrengästen, darunter der Vertriebenenseelsorger als Visitator em. EGR Andreas Straub, Peter Zillich, Adam Possmayer und Karl Zirmer sowie Stiftskanonikus Johann Palfi.

Wenn er auch nicht Angehöriger der donauschwäbischen Volksgruppe sei, so fühle er sich doch mit ihnen verbunden, sagte Bischof Rudolf in seiner Predigt und erinnerte an seinen großen Vorgänger, den hl. Bischof Wolfgang, der eine große Liebe zum Osten und Südost-Europa hatte und dessen pastorales Wirken neben dem des hl. Gerhards, des Patrons der Donauschwaben stehe. "Und schließlich weiß ich als Sohn einer sudetendeutschen Mutter aus eigener Anschauung um die Not von Flucht, Vertreibung, Neuanfang sowie Ringen um die Identität, aber auch um allen Segen, den die Heimatvertriebenen für das Nachkriegsdeutschland bedeuteten", bekräftigte der Bischof.

Dies bestätigte auch Peter-Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Banater Schwaben der das Wort des Laien zum Thema: "Glaube stiftet Gemeinschaft und überwindet Grenzen" sprach. In Erinnerung an Zeiten der Flucht und Vertreibung, da den donauschwäbischen Landsleuten bitterstes Unrecht und unermessliches Leid widerfahren sei, habe allein der Glaube die Menschen zusammengeschweißt.

"Die erste Generation hat den Tod, die zweite die Not, die dritte das Brot" – so hätten ihm donauschwäbische Freunde die überlieferte Erfahrung von Anfang an geschildert, berichtete Bischof Voderholzer. Die Heimat-Vertriebenen hätten nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrem Fleiß und Können nicht nur Deutschland mit aufgebaut: "sie haben auch die Kirche belebt!" Herzlich dankte Bischof Voderholzer den donauschwäbischen Pilgern für die Glaubenskraft und Liebe zur Kirche. Als großen Verdienst bezeichnete es der Regensburger Bischof, dass die Donauschwaben nicht einer verlorenen Vergangenheit nachgetrauert, sondern die Gegenwart beherzt angepackt hätten, ohne die Geschichte zu vergessen oder zu verleugnen; außerdem seien sie immer zur Versöhnung bereit gewesen. Für Bischof Voderholzer sind die Vertriebenenverbände und Volksgruppen prädestiniert, "Förderer eines vereinten Europas auf der Basis des christlichen Glaubens zu sein – somit gehört das Kreuz zu den Grundlagen des christlichen Europa!" So lautete Bischof Voderholzers dringender Appell: "Bitten wir den Herrn, er möge uns auf die Fürsprache der Gottesmutter gewähren, dass wir die Fackel des Glaubens, die uns unsere Vorfahren übergeben haben, brennend halten und weitergeben können an die kommenden Generationen, zum Wohl unserer Heimat – der alten und der neuen – und zur Verherrlichung Gottes, dem der Lobpreis und die Ehre sei in alle Ewigkeit!"

Da die Donauschwaben als große Muttergottes-Verehrer bekannt sind, wurden am Nachmittag in der St. Anna-Basilika noch ein Mariensingen und im Anschluss eine Marienandacht mit dem Visitator em. EGR Msgr. Andreas Straub als stimmiger Wallfahrtsabschluss angeboten.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner