Altöttinger Liebfrauenbote

Zum 40. Todestag von Prälat Ludwig Uttlinger

"Apostel Unserer Lieben Frau"

Prälat Ludwig Uttlinger ist und bleibt in Altötting unvergessen: als Gründer des Altöttinger Marienwerkes hat er sich unschätzbare Verdienste als Förderer der Wallfahrt und insbesondere der Kirchenmusik am Gnadenort erworben. Am 26. Januar jährt sich sein Todestag zum 40. Mal.

Prälat Ludwig Uttlinger. Gemälde im Gebäude des Altöttinger Marienwerks.
Prälat Ludwig Uttlinger. Gemälde im Gebäude des Altöttinger Marienwerks.
Kapellmeister Uttlinger im Kreis seiner Sängerinnen und Sänger (1969).
Kapellmeister Uttlinger im Kreis seiner Sängerinnen und Sänger (1969).

Prälat Ludwig Uttlinger war gebürtiger Oberpfälzer. Der am 30. August 1899 in Riedenburg geborene Kaufmannssohn, der vom Vater bereits das Violinspiel erlernt hatte, absolvierte in Regensburg das Alte Gymnasium und später die Philosophisch-Theologische Hochschule und die Kirchenmusikschule. Zur zweiten Heimat wurde ihm Regensburg, wo er 1924 zum Priester geweiht wurde. Drei Jahre wirkte er dann als Kaplan in Schwandorf und in Waldmünchen in der Seelsorge, bis er 1927 als Musikpräfekt nach Regensburg gerufen wurde. Sechs Jahre war er hier und in Amberg tätig. Als 1933 der Altöttinger Stiftskapellmeister Anton Ebenberger starb, trat Ludwig Uttlinger dessen Nachfolge an.

Es waren stürmische Zeiten damals: Einerseits rüstete sich Altötting für die Feierlichkeiten zur Heiligsprechung Bruder Konrads 1934; andererseits aber warf die kirchenfeindliche Zeit des Nationalsozialismus ihre Schatten voraus. 1937 war Ludwig Uttlinger auf der Akademie der Tonkunst in München Schüler des großen Kirchenmusikers Josef Haas. Und in der Folge wurden auch Kompositionen des neuen Kapellmeisters bekannt, so 1938 eine Festlitanei, dann eine "Altöttinger Messe". Es folgten eine weitere Messe, Motetten und Kirchenlieder. Während des Zweiten Weltkriegs diente Kapellmeister Uttlinger als Seelsorger in den Lazaretten im Paulusstift, im Kreszentiaheim und im städtischen Krankenhaus. Nach Kriegsende bemühte er sich sogleich wieder um das Musikleben am Gnadenort.

1946 gründete Uttlinger am Vorabend von Mariä Verkündigung die "Altöttinger Musikgemeinde", aus der 1955 das Altöttinger Marienwerk hervorging. Auf die Initiative Uttlingers gingen die beiden Marienfilme, die Dioramen-Schau der Altöttinger Wallfahrtsgeschichte, die eindrucksvolle Kreuzweg-Anlage nahe der Gnadenkapelle, der Bau der "Rastkapelle" zum Gedächtnis an die Altöttinger Terror-Opfer von 1945, die Mithilfe bei der Wiederherstellung der Pfarrkirche und der Orgel, die Errichtung einer Singschule und vieles andere mehr zurück. Er trieb auch den Bau der Umgehungsstraße 1961 mit voran, um dem Gnadenort die notwendige Ruhe zu bewahren.

Vielfach geehrt

Für seine rastlosen Verdienste hat ihm die Stadt Altötting das Ehrenbürgerrecht verliehen, der Bundespräsident ehrte ihn 1959 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und die Kirche gab ihm die Ehrentitel eines Monsignores und eines Prälaten. Nach schwerer Krankheit vollendete sich schließlich am 26. Januar 1978 mit dem Tod von Ludwig Uttlinger ein ebenso bescheidenes wie energisches Priesterleben im Dienste der Wallfahrt und der Gnadenmutter von Altötting.

Es verwundert nicht, dass zahlreiche Trauergäste aus nah und fern – unter ihnen Diözesanbischof Dr. Anton Hofmann, Passau und Weihbischof Flügel von Regensburg – dem Verstorbenen beim Requiem in der Altöttinger Stiftspfarrkirche und am Grab auf dem Michaelifriedhof die letzte Ehre erwiesen. Bischof Hofmann nannte den Verstorbenen dabei einen echten "Ministranten und Apostel Unserer Lieben Frau von Altötting". Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

Text: Wolfgang Terhörst / Archiv, Fotos: Roswitha Dorfner (oben), Hildegard Pollety (unten)

Das Altöttinger Marienwerk wird im Gedenken an den 40. Todestag seines Gründers Prälat Ludwig Uttlinger am Todestag, Freitag, 26. Januar 2018 um 10 Uhr in der Gnadenkapelle eine hl. Messe feiern. Zelebrant ist der neue Vorsitzende des Marienwerks, Msgr. Josef Fischer. Anschließend folgt ein Gebet am Grab auf dem Michaelifriedhof.