Altöttinger Liebfrauenbote

Bistum Passau öffnet den Weg für die Erneuerung der Firmpastoral

"Firmung mit 16"

Im Bistum Passau sollen junge Katholiken künftig erst ab 16 Jahren gefirmt werden. Bisher sind die Empfängerinnen und Empfänger dieses Sakraments in der Regel zwischen zwölf und 14 Jahre alt. 2019 wird die Firmung daher dort, wo dies bisher praktiziert worden sei, ausgesetzt.

Bischof Stefan Oster während der Firmung 2014 in der Stiftspfarrkirche St. Philippus und Jakobus Altötting.
Bischof Stefan Oster während der Firmung 2014 in der Stiftspfarrkirche St. Philippus und Jakobus Altötting.

"Wir wollen junge Menschen zu einer persönlichen Christusbeziehung hinführen", begründete Bischof Stefan Oster die Entscheidung. Sie hätten ein Recht darauf, "von uns zu erfahren, wie es möglich ist und wie es erfahrbar wird, Freundschaft mit Jesus zu leben – und wie sie das in ihrem Leben stärken und tragen kann". Der Wunsch nach der Firmung solle aus einer bewussten, freien, aber auch verbindlichen Entscheidung der jungen Menschen kommen, heißt es. Danach müssten sie auf die Feier des Sakraments gut vorbereitet werden. Ziel sei es, dafür "auf breiter Basis" ein möglichst einheitliches Konzept auszuarbeiten.

Die Heraufsetzung des Firmalters sei ein Ergebnis vieler Gespräche und Überlegungen mit Priestern, Diakonen sowie pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, so Oster. Der Bischof will sich auch in seinem Hirtenwort zum ersten Fastensonntag (18. Februar) mit dem Thema befassen. In den deutschen Diözesen gibt es unterschiedliche Regelungen und Wege, jedoch keine Vorgaben der Deutschen Bischofskonferenz.

Neben zahlreichen positiven Stimmen, die unter anderem die größere Reife 16-jähriger Firmlinge und die dadurch mögliche größere Tiefe der Firmvorbereitung betonen, gibt es aber auch einige negative Rückmeldungen – von Eltern wie Geistlichen. Aus Bad Birnbach, wo die spätere Firmung probeweise schon seit 2017 praktiziert wird, meldete sich etwa Manfred Moosbauer, Vater eines späten Firmlings. Gegenüber der Passauer Neuen Presse (PNP) beklagte er einerseits die mangelnde Einbindung der Jugendlichen selbst in den Entscheidungsprozess der Diözese sowie die Problematik, dass viele Jugendliche mit 16 entweder im Vorbereitungsstress auf die Schulabschlussprüfungen seien, "oder sie starten mit ihrer Ausbildung, engagieren sich in Vereinen und bei der Feuerwehr". Für Pfarrer Gunther Drescher, Leiter des Pfarrverbands Bad Griesbach, sind Zwölfjährige durchaus in der Lage, die Entscheidung, das Sakrament zu empfangen, bewusst und freiwillig zu treffen. Vor allem in holprigen Teenagerzeiten könne der Rückhalt Gottes und der Kirche dem ein oder anderen Jugendlichen behilflich sein, erklärte Drescher gegenüber der PNP.

Text: red, Foto: Roswitha Dorfner