Altöttinger Liebfrauenbote

Bischof Stefan Oster weiht Magnus Pöschl in Altöttinger Stiftspfarrkirche zum Diakon

"Sein 'Ja' ist ein Geschenk für uns alle"

Bischof Stefan Oster hat am 8. Dezember, dem "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria" ("Maria Immaculata"), in der Altöttinger Stiftspfarrkirche Magnus Pöschl aus dem Priesterseminar St. Stephan/Passau zum Diakon geweiht. "Sein 'Ja' (zum Amt des Diakons) ist ein Geschenk für uns alle", betonte der Bischof in seiner Predigt. Dabei verdeutlichte er auch, dass das "Schenken" und auch das "Beschenkt werden" eigentlich gar nicht so einfach sind – und, dass wir das wertvollste Geschenk bereits empfangen haben.

Bischof Stefan Oster (M.) mit dem Neu-Diakon Magnus Pöschl (3.v.r.) und Präfekt, Regens, Subregens sowie Spiritual des Passauer Priesterseminars, Xavier Prodduturi (l.), Martin Dengler (2.v.l.), Domdekan Hans Bauernfeind (2.v.r.) sowie P. Mirko Legawiec (r.), außerdem Diakon Anton Cuffari (3.v.l.).
Bischof Stefan Oster (M.) mit dem Neu-Diakon Magnus Pöschl (3.v.r.) und Präfekt, Regens, Subregens sowie Spiritual des Passauer Priesterseminars, Xavier Prodduturi (l.), Martin Dengler (2.v.l.), Domdekan Hans Bauernfeind (2.v.r.) sowie P. Mirko Legawiec (r.), außerdem Diakon Anton Cuffari (3.v.l.).

Die meisten kennen die Fragen und Probleme, die sich mit dem "Schenken" ergeben und die Bischof Oster in seiner Predigt ansprach: Passt das Geschenk überhaupt zu der betreffenden Person? Sagt es auch etwas über den Geber aus? Sagt es etwas über die Qualität der Beziehung aus? Und was tun, wenn man ein Geschenk erhält, das einem nicht gefällt? Ehrlich sein oder "gute Miene zum bösen Spiel" machen ...?

Gott jedenfalls hat sich für diese Welt ein besonderes Geschenk 'einfallen' lassen: "Gott hat der Welt seinen Sohn Jesus geschenkt. Christus kommt als Gabe in unser Leben und in unsere Herzen", betonte Bischof Oster in seiner Predigt. Als "unfassbare Einheit zwischen Alles und Nichts" beschrieb Bischof Oster diese Gabe und verdeutlichte: das kleine Kind in der Krippe sei "das ewige Wort Gottes, obwohl es kein Wort sprechen kann"; den Gekreuzigten habe der Evangelist Johannes als "die Herrlichkeit der Liebe Gottes" bezeichnet; die Kommunion sei eine "Gabe, die völlig unscheinbar ist", aber durch das Bekenntnis der Christen sei sie "die Gegenwart des Erlösers der Welt". Der Bischof rief die Zuhörer dazu auf, diese Gabe zu achten und bekannte, dass im Blick auf den Wert von Gottes Gabe auch sein "Amen" manchmal zu schwach sei und er auf die Unterstützung der Gemeinde hoffe.

"Ein wirklicher Diener der Kirche ist ein Mensch, der sich verschenkt"

Magnus Pöschl in Altöttinger Stiftspfarrkirche.
Magnus Pöschl in Altöttinger Stiftspfarrkirche.

Ausdrücklich betonte Bischof Oster, dass die Diakonenweihe auch für ihn keine Selbstverständlichkeit, sondern "ein Privileg" sei. Auch weil sie an einem besonderen Marienfeiertag an einem "Ort der Muttergottes" in Altötting stattfinde; außerdem in der Nähe des hl. Br. Konrad, der gerade auch für einen "Diakon – wörtlich übersetzt: Diener" ein Vorbild sei.

Nicht nur sei ein neuer Diakon ein "Geschenk für uns alle", auch der Diakon selbst müsse sich stets fragen, wie er ein Geschenk für die anderen werden könne. Bischof Oster berichtete von dem Wunsch vieler Jugendlicher nach "authentischen Kirchenleuten", den diese im Rahmen der kürzlich stattgefundenen Jugendsynode in Rom geäußert hatten. Dabei betonte er vor allem die Bedeutung der Marienverehrung: Die Gottesmutter Maria und ihr "Ja" (vgl. Tagesevangelium zur "Ankündigung der Geburt Jesu", Lk 1,26-38) seien der "Ursprung der Kirche"; um "authentisch" zu bleiben, müssten Diakone und Priester immer wieder zu diesem "Anfang" finden und die Beziehung zur Gottesmutter pflegen, "denn sie ist am engsten mit Jesus verbunden". Bischof Oster betonte: "Ein wirklicher Diener der Kirche ist ein Mensch, der sich verschenkt", und zwar so, "dass die Menschen spüren, dass die Beziehung zum Herrn eine Beziehung der Freude ist". Ausdrücklich dankte Bischof Oster all jenen, die Magnus Pöschl begleitet und für ihn gebetet haben und bat um das regelmäßige Gebet für alle im Priesterstand.

"Wenn einer berufen ist, dann der Magnus"

Neu-Diakon Magnus Pöschl begrüßt nach der Weihe seine Eltern.
Neu-Diakon Magnus Pöschl begrüßt nach der Weihe seine Eltern.

"Wenn einer berufen ist, dann der Magnus", zitierte Bischof Oster in seiner Predigt u.a. die Mutter des Kandidaten. Bereits in seiner Kindheit und Jugend sei bei Magnus Pöschl der Wunsch erwacht, Priester zu werden; gereift sei dieser schließlich u.a. durch die (Kirchen-)Musik (siehe dazu auch das Kurzportrait im "Boten" Nr. 49, S. 15). Viele Familienangehörige und Freunde kamen zum feierlichen Weihe-Gottesdienst in die Stiftspfarrkirche, der vom Altöttinger Kapellchor und -orchester sowie von der Schola des Priesterseminars mit Mozarts Orgelsolomesse eindrucksvoll musikalisch gestaltet wurde. Unter den Gästen waren einige Angehörige des Pfarrverbands Osterhofen, wo Magnus Pöschl derzeit eingesetzt ist. Zahlreiche Priester versammelten sich im Altarraum: Regens und Subregens des Passauer Priesterseminars, Martin Dengler und Domdekan Hans Bauernfeind, konzelebrierten; außerdem waren zugegen Spiritual P. Mirko Legawiec OSPPE sowie Priester des Passauer Domkapitels mit u.a. Generalvikar Klaus Metzl sowie des Altöttinger Kollegiatstifts St. Rupertus mit Stiftspropst, Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl.

Feierlicher Weihe-Akt

Weihe-Akt: Bischof Stefan Oster legt Magnus Pöschl die Hände auf.
Weihe-Akt: Bischof Stefan Oster legt Magnus Pöschl die Hände auf.

Der Akt der Weihe selbst war geprägt von aussagekräftigen Riten und Gesten: Magnus Pöschl erklärte sich bereit, das Amt des Diakons zu übernehmen und sprach sein "Ja" zum zölibateren Leben. Bischof Stefan Oster legte ihm die Hände auf und sprach das Weihegebet. Als Zeichen seines Dienstes wurden Magnus Pöschl Stola und Dalmatika angelegt, Bischof Oster überreichte ihm das Evangelienbuch.

Bereits am Vorabend der Weihe hatte Magnus Pöschl mit Bischof em. Wilhelm Schraml zur geistlichen Einstimmung in der Gnadenkapelle die Komplet (Abendgebet) gebetet. Nach der Weihe am Samstag fand nachmittags eine feierliche Vesper in der St. Konradkirche mit Predigt des neuen Diakons und anschließender Prozession zur Gnadenkapelle statt. In der Kapelle wurde die mitgebrachte Kerze entzündet; der Neu-Diakon sprach das Weihegebet an die Gottesmutter Maria und spendete zusammen mit Prälat Mandl den Segen für die anwesenden Gläubigen.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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Während der Allerheiligenlitanei im Rahmen der Weihe legte sich Magnus Pöschl auf den Boden vor dem Altar.
Während der Allerheiligenlitanei im Rahmen der Weihe legte sich Magnus Pöschl auf den Boden vor dem Altar.
Bischof Stefan Oster überreicht Magnus Pöschl das Evangelienbuch.
Bischof Stefan Oster überreicht Magnus Pöschl das Evangelienbuch.
Neu-Diakon Magnus Pöschl assistiert bei der Eucharistie-Feier.
Neu-Diakon Magnus Pöschl assistiert bei der Eucharistie-Feier.
Magnus Pöschl und Bischof Stefan Oster am Altar.
Magnus Pöschl und Bischof Stefan Oster am Altar.
Neu-Diakon Magnus Pöschl mit Bischof Stefan Oster.
Neu-Diakon Magnus Pöschl mit Bischof Stefan Oster.
Neu-Diakon Magnus Pöschl mit Bischof Stefan Oster und seinen Eltern.
Neu-Diakon Magnus Pöschl mit Bischof Stefan Oster und seinen Eltern.