Altöttinger Liebfrauenbote

Luxemburgs Erzbischof Jean-Claude Hollerich SJ in Altötting

Lieben und Leben

"Lieben und Leben" hat Jean-Claude Hollerich SJ den Gläubigen empfohlen. Der Erzbischof von Luxemburg und Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) predigte am 12. August in der Altöttinger St. Anna-Basilika.

Erzbischof Jean-Claude Hollerich während der hl. Messe in der Basilika, links im Hintergrund Domkapitular Gerhard Auer.
Erzbischof Jean-Claude Hollerich während der hl. Messe in der Basilika, links im Hintergrund Domkapitular Gerhard Auer.

Der Altarraum der Basilika war an diesem Sonntag bei der 10 Uhr-Orchestermesse dicht gefüllt. Viele Priester und Seminaristen aus Luxemburg waren anwesend; Passaus Domkapitular Gerhard Auer, ein Studienkollege von Hollerich, konzelebrierte. Seit 2011 ist Hollerich Erzbischof von Luxemburg, dieses Jahr übernahm er zudem das Amt des COMECE-Präsidenten von Kardinal Reinhard Marx. Bei ihrer Bayern-Reise besuchte die Pilgergruppe aus Luxemburg neben München noch Marktl und Passau.

"Gott ist die Allmacht der Liebe"

Erzbischof Jean-Claude Hollerich während der Predigt.
Erzbischof Jean-Claude Hollerich während der Predigt.

In seiner Predigt betonte Erzbischof Hollerich die Losung "To love and live – Lieben und Leben". Nicht nur Eltern wünschten ihren Kindern "ein frohes, gutes, langes Leben", stellte er fest, sondern auch Gott, "der allmächtige Vater". Unverzichtbar für ein gelungenes Leben sei die Liebe. "Gott ist die Allmacht der Liebe", Gott liebe alle Menschen auf Erden und wolle mit den Menschen in Beziehung treten, erklärte der Erzbischof. "Durch die Taufe sind wir Kinder Gottes im vollen Sinn des Wortes und haben so Anteil an der Liebe Gottes und am ewigen Leben", stellte er fest.

Diese Gottverbundenheit, so Erzbischof Hollerich, komme gerade in der Feier der hl. Eucharistie zu tragen, denn dieses "Brot des Lebens" sei eine Wegzehrung und Stärkung auf dem Lebensweg. Darüber hinaus sei die hl. Kommunion "das persönliche Band, das die Kirche zusammenhält", betonte Hollerich. Der Same des Göttlichen, der unsere Herzen erreiche, sei auch Grund unserer Menschlichkeit: "Wenn ich spüre, dass ich das Leben habe, kann ich auch geduldiger, liebevoller miteinander umgehen, das zeigt sich auch in einer Ausstrahlungskraft bis ins hohe Alter", erklärte der Erzbischof. Kirche sei das lebendige Zeichen der Liebe Gottes zu uns Menschen und das unterscheide eben Christen von Nichtchristen.

Am Ende des Pontifikalgottesdienstes dankte Erzbischof Hollerich dem Kapellchor und -orchester für die wunderbare musikalische Gestaltung (Schubert-Messe in C) und entließ die Gläubigen mit dem Schlusssegen, den sie "als kleine Zärtlichkeit Gottes" mit nach Hause nehmen sollten.

Empfang im Rathaus

Eintrag ins Goldene Buch im Rathaus (v.l.): stellvertretender Landrat Stefan Jetz, Gerold Tandler, Bürgermeister Herbert Hofauer, Erzbischof Hollerich, stellvertretender Wallfahrtsrektor und Guardian Kapuzinerpater Norbert Schlenker, Wallfahrtsrektor und Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl.
Eintrag ins Goldene Buch im Rathaus (v.l.): stellvertretender Landrat Stefan Jetz, Gerold Tandler, Bürgermeister Herbert Hofauer, Erzbischof Hollerich, stellvertretender Wallfahrtsrektor und Guardian Kapuzinerpater Norbert Schlenker, Wallfahrtsrektor und Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl.

Im Anschluss empfing Bürgermeister Herbert Hofauer die Gäste aus Luxemburg im Altöttinger Rathaus, wo sich Erzbischof Hollerich ins Goldene Buch der Stadt eintrug. Hofauer dankte dem Erzbischof für die akzentfreie Predigt in deutscher Sprache und merkte augenzwinkernd an, dass er froh sei, dass der Erzbischof, der mehrere Sprachen beherrscht, nicht auf Japanisch gepredigt habe – auch Japan zählte zu den Wirkungsstätten des Jesuiten Hollerich. Hofauer verwies auf die "Shrines of Europe", ein Zusammenschluss der sieben größten europäischen Marienwallfahrtsorte, wofür Erzbischof Hollerich großes Interesse zeigte; auch Luxemburg habe ein Marienheiligtum "Zur Trösterin der Betrübten", erinnerte er. Vor allem dankte Hollerich der bayerischen Regierung für den Kreuz-Beschluss: "Das Kreuz hat seinen tiefen Sinn und ist die Identität für Europa", erinnerte er und warnte: "Vergessen Sie auch nie die Bedeutung der Europäischen Union – sie ist nicht wegzudenken und ohne sie sieht es in Europa und auf der ganzen Welt schlecht aus." Nach dem Eintrag ins Goldene Buch waren die Gäste aus Luxemburg im Kapuzinerkloster St. Magdalena eingeladen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner