Altöttinger Liebfrauenbote

Bruder Konrad-Spiel zum Jubiläum

"Bilder in die Herzen malen"

Die Waldbühne Halsbach wird im Jubiläumsjahr ein "Bruder Konrad-Spiel" darbieten – geplant sind Freilicht-Aufführungen u.a. in Altötting und Parzham im Juni. Autor und Regisseur Martin Winklbauer will mit dem Stück nicht nur aus dem Leben des Heiligen erzählen, sondern vor allem "Bilder in die Herzen und Köpfe der Menschen malen", wie er auf einer von den Altöttinger Kapuzinern anberaumten Pressekonferenz am 9. April verriet.

"Es ist eine Ehre den hl. Br. Konrad darstellen zu dürfen", erklärte Landwirt Franz Huber (r.), der in dem Theaterstück die Rolle des heiligen Klosterpförtners spielen wird. Das Einverständnis der "echten" Kapuziner wie Br. Georg Greimel (l.) hat er jedenfalls. In der Mitte im Bild vor der Kloster-Pforte in St. Konrad steht Landwirt, Autor und Regisseur Martin Winklbauer, der in dem Stück den "Fremden" spielen wird.
"Es ist eine Ehre den hl. Br. Konrad darstellen zu dürfen", erklärte Landwirt Franz Huber (r.), der in dem Theaterstück die Rolle des heiligen Klosterpförtners spielen wird. Das Einverständnis der "echten" Kapuziner wie Br. Georg Greimel (l.) hat er jedenfalls. In der Mitte im Bild vor der Kloster-Pforte in St. Konrad steht Landwirt, Autor und Regisseur Martin Winklbauer, der in dem Stück den "Fremden" spielen wird.

Die Handlung der Geschichte ist in ihren Grundzügen schnell erzählt: Eine Pilgergruppe trifft ein in Altötting, ein Mädchen soll ein Souvenir vom hl. Br. Konrad mitbringen und trifft auf ihrer Suche auf einen "Fremden", der ihr aus dem Leben des Klosterpförtners erzählt. In Rückblenden wird nun das Leben des Heiligen in Szene gesetzt, wobei es allerdings gerade nicht darum geht, allein die "historische Person" vorzustellen, wie Kapuzinerpater Norbert Schlenker betonte – es gehe vor allem darum, Bruder Konrads Botschaft ins Heute zu übersetzen. Darin stimmte auch Winklbauer überein: "Wir wollen mit dem Stück eine Brücke schlagen in die Gegenwart." In Zeiten, in denen immer mehr Grenzen hochgezogen werden, spiele etwa gerade Br. Konrads Berufung als Pförtner und seine Einstellung zu seinem Dienst eine große Rolle: Br. Konrad sei offen gewesen für jeden, er habe versucht, die Menschen hinter der Fassade zu sehen. P. Norbert betonte Br. Konrads "Zugewandtheit zu Gott und zu den Menschen", wie sie auch schon P. Niklaus Kuster in seinem neuen Buch dargestellt habe.

Vieles an dem Stück ist und bleibt jedoch "zeitlos", wie Winklbauer bestätigte. Das Spiel hatte der Regisseur bereits vor fast 25 Jahren geschrieben und zum 100. Todesjahr des Heiligen im Jahr 1994 zum ersten Mal aufgeführt. Nur an ein paar Stellen habe er Änderungen vornehmen müssen, wie er berichtete, ansonsten "passt die Geschichte immer noch" in unsere Zeit. Gerade die spirituelle Seite des Heiligen ist wohl schwer in Worte zu fassen; Winklbauer drückte es so aus: Manches aus dem Leben des Heiligen könne "man erzählen, manches muss man erfühlen". Hierbei wird auch der Chor helfen, der laut Winklbauer "ein wichtiges Element des Spiels" ist. Insgesamt wirken 40 Personen mit – zwölf mit Sprechrollen, alle anderen im Chor. Wichtig ist dem Autor und Regisseur Winklbauer, der selbst in dem Stück in der Rolle des "Fremden" mitspielt, dass weniger die Worte als vielmehr die Bilder des Spiels wirken. Das dürfte auch Bruder Konrad gefallen, der ja auch selbst ein sehr schweigsamer Mensch gewesen war.

Text und Foto: Michael Glaß

Die Theater-Freilicht-Aufführungen "Bruder-Konrad-Spiel" finden statt am Samstag, 16. Juni um 15 Uhr und um 19 Uhr im Bruder Konrad-Hof  in Parzham vor dem Geburtshaus (Nachmittags- und Abendkasse und Kartenvorverkauf im Bruder Konrad-Hof, Tel.: 08532/920114) sowie am Sonntag, 17. Juni um 16 Uhr vor der Basilika St. Anna in Altötting (Nachmittagskasse und Kartenvorverkauf bei der Altöttinger Buchhandlung Dr. Naue, Tel.: 08671/12081 und bei der Klosterpforte St. Konrad, 9-11 Uhr und 15-17 Uhr, Tel.: 08671/9830).