Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Auch wenn die Wallfahrtssaison offiziell erst am 1. Mai eröffnet wird, viele Pilgergruppen kamen bereits im März und April ins "Herz Bayerns" – eine kleine Auswahl:

Gemeinsam zum Gnadenort – Fußpilgergruppen aus Martinsbuch und Neufahrn

Wallfahrt verbindet – das demonstrieren die beiden Fußpilgergruppen aus dem niederbayerischen Martinsbuch und Neufahrn, die alljährlich am Karfreitag und Karsamstag zur Gnadenmutter ins Nationalheiligtum Bayerns pilgern, heuer zum 51. Mal. Nach der Übernachtung in Massing marschierten die beiden Pilgergruppen wieder gemeinsam ans Pilgerziel. Altöttings Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, der die beiden Pilgergruppen am 31. März nach der Einbegleitung bei der kurzen Statio vor der Gnadenkapelle herzlich begrüßte, dankte für die Glaubenstreue und Liebe zur Gottesmutter. Prälat Mandl sagte auch dem vorbetenden Martinsbucher Pilgerleiter Michael Auer ein herzliches Vergelt's Gott für das vorgetragene gehaltvolle Pilgergebet. Jeder Mensch brauche wohlwollende Worte und so wünschte Prälat Mandl abschließend, "dass Maria Euch stärke in der christlichen Haltung der Nächstenliebe!" Ein herzliches Vergelt's Gott sei auch dem langjährigen Neufahrner Pilgerführer Sebastian (Wast) Maier gesagt, der 21 Jahre sein verantwortungsvolles Amt inne hat und dessen größtes Anliegen ist, einen guten Nachfolger zu finden. Die Teilnehmerzahl war wieder beeindruckend: 155 aus Martinsbuch und 129 aus Neufahrn.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Zum 40. Mal dabei – Fußpilger aus Laberweinting

Auch die 92 Fußpilger aus Laberweinting, die am Karsamstag, 31. März, am Kapellplatz einzogen, wurden nicht mit Glockengeläut willkommen geheißen. Die Glocken kamen – wie der Volksmund sagt – ja erst bei der Osternacht aus Rom zurück. So wurde vor der Gnadenkapelle mit Gebeten und Liedern die Gottesmutter gegrüßt. Dieses Jahr übernahmen Hans Bauer und Johann Eichinger als "Ersatzpilgerleiter" die Organisation und bedankten sich bei der Gnadenmutter für die zweitägige, unfallfreie Fußwallfahrt. Für 40malige Teilnahme wurde Bernhard Huber mit einer Urkunde geehrt. Mit dabei war auch wieder Armin Heuberger, der von seiner Ehefrau und den beiden kleinen Söhnen freudig begrüßt wurde. Der jüngere Sohnemann musste gleich Papas Pilgerhut probieren – und stellte fest, passt "fast" perfekt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Alle drei Jahre – Fußwallfahrt aus Pfeffenhausen

Von Freitag, 6. April bis Sonntag, 8. April, waren die Fußwallfahrer aus dem niederbayerischen Pfeffenhausen unterwegs, insgesamt 92 km. Alle drei Jahre wird diese Fußwallfahrt nach Altötting durchgeführt, wie Pilgerleiter Michael Wensauer erklärte, eine Wallfahrt führt an einen Pilgerort näherer Umgebung und eine nach Bettbrunn. Wensauers Dank galt den Teilnehmern, allen Helfern und den Fahrern des Begleitfahrzeugs und zugleich verband er dies mit einer Bitte, für diese Walfahrten Werbung zu machen um sie aufrecht zu erhalten. "Schee, dass ihr da seid's, Vergelt's Gott fürs Beten und Glaubenszeugnis unterwegs und fürs schöne Wetter, das ihr mitgebracht habt's", freute sich Diakon Thomas Zauner, der die Pfeffenhausener nach der Einbegleitung zum Kongregationssaal herzlich begrüßte. Mit dem Osterfest feierten wir in Freude die Auferstehung des Herrn und Maria feiere mit, so Zauner. Mit dem Weißen Sonntag, seit dem Jahr 2000 der "Barmherzigkeitssonntag", ende die Osteroktav, wie Pfarrer Günter Müller beim Pilgergottesdienst einleitend erklärte, "doch Ostern geht weiter, 50 Tage bis zum Pfingstfest feiern wir die Auferstehung Jesu Christi, die uns durch Gottes Barmherzigkeit erwiesen wurde!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

In "familiärer" Atmosphäre – Fußpilger aus Schwandorf

"Wir sind eine kleine, familiäre Pilger-Gruppe", stellte Josef Greger, Zweiter Pilgerführer, die Schwandorfer Fußwallfahrer nach deren Einzug in Altötting vor. Vier Tage waren diese auch heuer wieder unter der Leitung des Ersten Pilgerführers Stefan Schenk zu Fuß ins "Herz Bayerns" gepilgert, über 160 km hatten sie mit Zwischenstationen in Wörth/Donau, Obertunding (bei Mengkofen) und Massing bewältigt, ehe sie am 7. April von Diakon Thomas Zauner vor der Gnadenkapelle empfangen wurden. Ein eingespieltes Helferteam sorge alljährlich für einen reibungslosen Ablauf, wie Josef Greger erklärte; heuer durften sich die Pilger auch über ein schönes, sonniges und trockenes Wetter freuen. So "klein" ist die Gruppe, die heuer zum 39. Mal nach Altötting kam, dann übrigens auch wieder nicht: immerhin rund 90 Teilnehmer zählte sie. Etwa zwei Drittel zählten zum Stamm, informierte Josef Greger, darüber hinaus kämen immer wieder neue Pilger aus dem Landkreis Schwandorf hinzu – darunter auch viele junge Gesichter. Diakon Thomas Zauner bedankte sich bei den Pilgern, "dass Ihr Euren Glauben mit auf die Straße nehmt und den Leuten zeigt, woran Ihr glaubt". Bevor er mit den Schwandorfern ein Dank-Gebet an Maria sprach und das Lied "Segne Du, Maria" sang, hatte Zauner auf das diesjährige Bruder Konrad-Jubiläum anlässlich des 200. Geburtstages des Heiligen verwiesen. Mit Blick auf ein Br. Konrad-Lied aus der Diözese Passau – "Bruder Konrad als ein Bauer, betend pflügt er übers Land, (...) auf dem Felde wächst der Weizen, und sein Herz wächst himmelwärts (...) – erklärte Diakon Zauner: "Beim Gehen und beim Rosenkranz-Beten wächst auch Euer Herz himmelwärts." Nach der Begrüßung feierten die Pilger mit Pfr. Reinhard Forster eine hl. Messe im Kongregationssaal. Pfr. Forster war übrigens die gesamte Strecke zu Fuß mitgepilgert, feierte mit "seinen" "Wallfahrern" Gottesdienst, las meditative Text und war als geistlicher Begleiter stets ansprechbar. Mit dabei war heuer auch wieder der "Ehrenpilgerführer" und Gründungsmitglied der Wallfahrt, Diakon Hans Dieter Göring; er hatte dieses Mal einen selbst getexteten Kreuzweg vorbereitet, den er gemeinsam mit den Pilgern am Freitag im Tal zwischen Frontenhausen und Seemannshausen betete.

Text und Fotos: Michael Glaß

Mit Blick auf das Kreuz – Wallfahrt aus Edelshausen

Mit Blick auf das Kreuz waren heuer die 18 Pilger aus der Pfarrei St. Mauritius aus dem rund 600-Einwohner-Ort Edelshausen (bei Schrobenhausen) bei ihrer siebten Wallfahrt nach Altötting unterwegs: während ihrer insgesamt dreitägigen Fußwallfahrt war das Heilige Kreuz im Kloster Scheyern ihr erstes großes Ziel, wie Pilgerleiterin Anita Seitz berichtete; dort feierten sie auch einen Gottesdienst mit Kreuzauflegung. "Jesu Kreuz – unser Buch" ist schließlich auch das Jahresmotto am eigentlichen Ziel der Edelshausener Wallfahrer in Altötting. Kapuzinerpater Ludwig Wörle, der die Gruppe am 7. April in Altötting empfangen hatte und zur Gnadenkapelle begleitete, stellte fest: Das Kreuz lehre uns "Demut, Mitgefühl, Bescheidenheit und Liebe". Mit einem Blick auf das Kreuz könnten Menschen auch in schwierigen Situationen "hilfsbereit und verständnisvoll" bleiben, erklärte er den Pilgern, die auch heuer ein schön geschmücktes Vortragskreuz mit auf den Weg genommen hatten. Im Kongregationssaal feierte P. Ludwig mit den Pilgern schließlich eine hl. Messe. Pilgerleiterin Anita Seitz äußerte sich auf Nachfrage sehr zufrieden mit dem Wallfahrtsverlauf: alles sei gut gegangen auf der insgesamt rund 140 km langen Strecke, nur eine halbe Stunde habe es an den drei Tagen geregnet, ansonsten sei das Wetter "top" gewesen.

Text und Fotos: Michael Glaß

Gemeinsam für großartiges Gelingen – 45. Fußwallfahrt aus Viechtach

"Zum 45. Mal habt Ihr Euch aufgemacht ins Herz und Nationalheiligtum Bayerns, zur Schwarzen Madonna von Altötting", freute sich Altöttings Stadtpfarrer, Stiftspropst und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, als er am 7. April die etwa 200 Fußpilger aus Viechtach begrüßte. Diese waren mit Pfarrvikar P. Ratchagar Kulaindhaisamy CMF nach Altötting gepilgert. "Die Gnadenmutter schaut liebevoll auf Euch, besonders auf ihre Sorgenkinder, Ihr seid hier am richtigen Platz", versicherte Mandl mit Verweis auf die über 2.000 gestifteten Votivtafeln in der 500-jährigen Wallfahrtsgeschichte, die von wunderbaren Heilungen vieler Hilfesuchender erzählten. Heuer wurden zum ersten Mal alle Gebetsanliegen der Pilger in schriftlicher Form in einem Rucksack mitgetragen und Prälat Mandl übergeben, der den Pilgern versprach: "Am Ende des Jahres werden Eure Anliegenzettel im Klostergarten von St. Magdalena mit den Gebetsanliegen vieler anderer Pilger verbrannt und wenn der Rauch zum Himmel steigt: Das kommt an!" Mit einem herzlichen Vergelt's Gott bedankte sich Pilgerleiter Alfred Kasperbauer bei allen Teilnehmern für die großartige Disziplin während der dreitägigen Fußwallfahrt, für das einmalige Engagement bei den Vorbetern/-sängern und Kreuzträgern, den vielen Helfern, Fahrern der Begleitfahrzeuge, dem Absicherungspersonal, dem Hackl Alois für die Pilgerkreuz-Fertigung, den Quartiergebern, aber auch beim Frauenbund für den begeisternden Empfang am Kapellplatz. Bei der anschließenden Jubilarsehrung wurde auch der Pilgerleiter bedacht: zum 5. Mal war er heuer verantwortlich und dafür wurde ihm eine Urkunde überreicht, ebenso weiteren Mitpilgern für ihre 5., 10., 15., 20. und 30. Teilnahme. "Jeder kriegt, was er verdient hat", so Mandls Kommentar, wobei eine Jubilarsurkunde nur äußerliches Dankeszeichen sei, die innere Freude und Bereicherung über eine oftmalige Wallfahrtsteilnahme zähle weitaus mehr. Pfarrvikar P. Ratchagar, heuer zum ersten Mal fußpilgernd mit dabei, hatte die Viechtacher auf ihrem dreitägigen Fußmarsch unterwegs gefilmt und Pilgerleiter Kasperbauer versicherte seine Vorfreude über diese sicherlich wunderbare Dokumentation. "Wenn wir alle zusammenhelfen, dann kann auch sichtbar Großartiges gelingen", schloss der Pilgerleiter gerührt seine Ansprache. Großartig war dann auch der Pilgergottesdienst, musikalisch gestaltet von der Stadtkapelle Viechtach, heuer übrigens zum 5. Mal dabei. Abschließend gab Wallfahrtsrektor Mandl den Pilgern aus dem Bayerischen Wald die Worte von Antoine de Saint-Exupéry aus dem "Kleinen Prinzen" mit auf den Weg: "Man sieht nur mit dem Herzen gut – das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Mandl, der auch die Predigt in der Basilika hielt, fügte hinzu: "Wenn wir mit unserem dritten Auge, dem Auge der Seele und des Herzens, Gottes barmherzige Liebe zu uns Menschen spüren und erkennen, dann verwandeln wir uns in österliche Menschen!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner