Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Am 1. Mai wird der US-amerikanische Kapuzinerkardinal Seán Patrick O'Malley die Altöttinger Wallfahrtssaison offiziell eröffnen (siehe auch "Termine zum Bruder Konrad-Jubiläumsjahr"); inoffiziell wurde diese bereits mit dem Frühjahrshauptfest der Marianischen Männerkongergation eingeläutet und tatsächlich kamen seitdem zahlreiche Pilgergruppen ins "Herz Bayerns" – eine kleine Auswahl:

Stürmisch-kalte Wallfahrt – Fußpilger aus dem niederbayerischen Haader

Die Fußpilger aus dem niederbayerischen Haader, Landkreis Straubing-Bogen, unter Leitung von Anton Maier, gehören zu einer der ersten Gruppen, die quasi die "Wallfahrts-Vorsaison" am Gnadenort Unserer Lieben Frau eröffnen. Und dass es im März auf ihrer alljährlichen zweitägigen Fußwallfahrt auch ab und an gerade in den frühen Morgenstunden noch recht frisch sein kann, sind die Pilger gewöhnt. Doch was die Haaderer heuer bei ihrer 35. Wallfahrt erlebten, insbesondere am zweiten Pilgertag am 11. März, das war schon sehr ungewöhnlich: als sie nach ihrer Übernachtung in Massing frühmorgens aufbrachen, waren Sturm und Schneeschauer ungemütliche Wegbegleiter. Doch die Niederbayern sind hart im Nehmen und ließen sich trotz Wetterkapriolen nicht entmutigen. So erreichten sie am Sonntag gegen 11 Uhr vormittags, in winterfeste Kleidung eingehüllt, betend und singend das Heiligtum Unserer Lieben Frau am Kapellplatz. Hier wurde auch Hauptvortragskreuzträger Franz Dissen von seiner Familie, insbesondere von den Kindern Josef, Maria und Johanna, sehnsüchtig erwartet. Pilgerleiter Anton Maier und Mitorganisator Franz Buchner, der in der Warnweste "als Sicherungs-Schlusslicht" mitmarschierte, dankten allen fürs Mitpilgern, "auch wenn's Wetter heuer net so schee war". Mit einem Pilgergottesdienst in der St. Magdalenakirche mit Kurat Josef Singer und einer nachmittäglichen Andacht in der Gnadenkapelle fand die Wallfahrt ihren feierlichen Abschluss.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Suche Frieden" – Wallfahrt der katholischen Zirkus-, Schausteller- und Marktleute

Das Thema des diesjährigen Katholikentags "Suche Frieden" haben sich auch die katholischen Zirkus-, Schausteller- und Marktleute zum Wallfahrtsmotto gemacht; mit etwa 150 Wallfahrern aus ganz Bayern und vielen Fahnenabordnungen sind sie am Montag, 12. März, gekommen, um mit Weihbischof Josef Graf (1. Bild u. 2. Bild M.) aus Regensburg sowie den Zirkus- und Schausteller-Seelsorgern Pfarrer Sascha Ellinghaus (Bonn), P. Dr. Paul Schäffersküpper (Augsburg) sowie Pfarrer Martin Fuchs (Berg/Opf.) bei einem feierlichen Pontifikalgottesdienst in der Stiftspfarrkirche die Gnadenmutter von Altötting um eine unfallfreie Saison zu bitten. Nach dem Willkommensgruß von Altöttings Diakon Thomas Zauner trat auch Pfarrer Sascha Ellinghaus ans Mikrophon und betonte auf humorvolle Art: letztes Jahr hätten die Pilger einen echten Grafen, nämlich den Münchner Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg als Hauptzelebranten eingeladen, und heuer, zur 12. Schaustellerwallfahrt, dürfe er den Regensburger Weihbischof namens Graf begrüßen. Man dürfe auf nächstes Jahr gespannt sein! Weihbischof Josef Graf war gerne nach Altötting gekommen, wie er bekannte, und gerade im Jubiläumsjahr des hl. Bruders Konrad sei dies eine besondere Ehre. Die Zirkus- und Schaustellerleute, die mit ihrem Gewerbe die Herzen der Menschen erfreuen, seien abhängig von Witterung und vielen anderen Umständen – "bitten wir, dass Gott seine Hand segnend über Euch hält". Weihbischof Graf empfahl die Muttergottes als Mittlerin: "Lassen wir uns von Maria an der Hand nehmen und zu Christus führen." Mit Blick auf eine Anekdote über Fjodor Dostojewski symbolisierte der Prediger, dass der Mensch nicht frei von Schuld sei: der berühmte russische Schriftsteller betrachtete demnach regelmäßig das berühmte Marienbildnis der Sixtinischen Madonna von Raffael im "Dresdner Zwinger", und als er gefragt wurde, warum er dies tue, habe er die Antwort gegeben: "Ich schaue auf zu Maria, um am Menschen nicht zu verzweifeln". Hass und Feindschaft, die oftmals in Kriegen mündeten, brächten Unfrieden in die Welt, Millionen Menschen seien auf der Flucht – Christus aber habe der Welt den Frieden verkündet, betonte Weihbischof Graf und appellierte an die Vernunft. In der christlichen Botschaft sieht er "eine brandaktuelle Herausforderung an alle Völker und Nationen": "Suche Frieden". Seinen innigen Wunsch um Frieden und Gerechtigkeit in der Welt, um Glück, Gesundheit und Erfolg der Zirkus- und Schaustellerleute, legte Weihbischof Graf in der Eucharistiefeier der Gottesmutter und Königin des Friedens zu Füßen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Zeichen der Hoffnung – Pilger aus Heustreu

Frank Mathiowetz (1. Bild, r.), Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft "Um den Michaelsberg" in Heustreu ist Altötting nicht nur als treuer Pilger verbunden; als treuer Liebfrauenboten-Leser hält er sich das ganze Jahr über auf dem Laufenden über das Geschehen im "Herzen Bayerns". Dies trifft nicht nur auf ihn, sondern auch auf den ein oder anderen Pilger zu, wie etwa Martha Göb aus Donnersdorf. Für beide ist es eine Selbstverständlichkeit, alljährlich eine Buswallfahrt zum Gnadenort Unserer Lieben Frau und des hl. Bruders Konrad zu unternehmen. Am Montag, 12. März, nach Ankunft am frühen Nachmittag, wurden die Buspilger aus dem Bistum Würzburg von Kreuzträger und Fahnenabordnung sowie von der Altöttinger Musikkapelle vom Busparkplatz Gries feierlich über den Kapellplatz zur Gnadenkapelle einbegleitet und herzlich von Diakon Thomas Zauner begrüßt. Es war zum 10. Mal, dass Pfarrer Mathiowetz seine Heustreuer begleitete, aber zugleich auch zum letzten Mal, denn der rührige Geistliche wird ab September dieses Jahres in Alzenau eine neue Pfarrstelle übernehmen. Beim Gottesdienst in der St. Magdalenakirche predigte er über das Kreuz - ausgehend vom Wallfahrtsmotto 2018 "Jesu Kreuz – unser Buch" (nach den überlieferten Worten des hl. Bruders Konrad: "Das Kreuz ist mein Buch"). Im Blick auf die Passionszeit erklärte Pfr. Mathiowetz, dass es kein Leben ohne Kreuz gebe. "Das Kreuz hat viele Gesichter, viele Namen, das Kreuz bleibt einem nicht erspart – und wie der Volksmund sagt: Unter jedem Dach ein Ach/Kreuz!" Doch im Blick auf das Kreuz könnten wir mit Bruder Konrad sprechen, der uns lehre, "es ist unser Buch, es ist uns Hilfe und Halt." Pfarrer Mathiowetz sieht im Kreuz Orientierung und ein Zeichen der Hoffnung und Liebe Gottes, die bis zum Kreuz gehe. Das Kreuz sei zugleich Aufforderung und Auftrag, anderen beim Kreuztragen zu helfen und zu
versuchen, durch unser Tun, Handeln und Verhalten etwas von der Liebe Gottes aufstrahlen zu lassen. Die Begegnung mit dem Gekreuzigten und auferstandenen Herrn in der Feier der Heiligen Messe verdeutlichte Pfarrer Mathiowetz als "unsere Kraft-Quelle für die Pilgerschaft des Lebens, besonders für die Kreuzes-Stunden." Am Dienstag, 13. März, dem zweiten Wallfahrtstag der Pilger aus Heustreu, verwies Pfr. Mathiowetz beim Gottesdienst in der Gnadenkapelle auf Maria, die uns Jesus selbst, vom Kreuz herab zur Mutter gegeben habe. "Die Menschen kommen nach Altötting und wissen, dass sie bei der Gnadenmutter eine mächtige Fürsprecherin haben!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Runter vom Sofa!" – Wallfahrt von Jugendlichen aus dem Dekanat Herrieden-Mitteleschenbach

Einen Wallfahrtstag in Altötting verbrachten am 17. März etwa 100 Kinder und Jugendliche aus dem Dekanat Herrieden-Mitteleschenbach unter Leitung von Pfarrer Michael Harrer. Beim Gottesdienst in der St. Anna-Basilika am frühen Nachmittag durfte Johannes (12) als Br. Konrad-Darsteller Psalmen des hl. Klosterpförtners vortragen. Er sei auch der zweitjüngste Mesner in Mitteleschenbach, wie Johannes stolz verriet. Nach einer "Stadtrally" und einem Besuch der Schatzkammer im Haus Papst Benedikt XVI. feierten die jungen Pilger in der St. Magdalenakirche eine stimmige Andacht. Pfarrer Michael Harrer betonte, dass eine Wallfahrt die Möglichkeit biete, neu aufzubrechen. Der Jugendpfarrer appellierte an die jungen Pilger, ganz nach deren Wallfahrtsmotto "Runter vom Sofa – Türen auf": "Bleibt mutige Zeugen des Glaubens und der frohen Botschaft", denn wir dürften im Leben immer wieder erfahren: "Gott ist bei mir und Gott meint es gut mit mir!" Abschließend wurde der eucharistische Segen erteilt, bevor es mit zwei Bussen Richtung Heimat ging.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Zwischenstation Altötting – Pilger aus der slowenischen Erzdiözese Maribor

Alljährlich unternimmt die slowenische Erzdiözese Maribor eine Bus-Pilgerfahrt und dieses Jahr führte der Weg mit 300 Wallfahrern über St. Florian in Österreich zum Gnadenort der Schwarzen Madonna von Altötting und im Br.Konrad-Jubiläumsjahr natürlich auch zum heiligen Klosterpförtner. Als dritte Station der Pilgerreise stand für Samstag, 17. März, noch München auf dem Programm. Aber zunächst wurde nach Ankunft in Altötting am Freitagnachmittag, 16. März, ein feierliches Pontifikalamt in der St. Anna-Basilika mit dem Erzbischof von Maribor, Erzbischof Msgr. Alojzij Cvikl (im 2. Bild mit Kapuzinerpater Norbert Schlenker), und zahlreichen Priestern gefeiert. Altöttings stellvertretender Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker hieß die slowenische Pilgergruppe mit dem Erzbischof herzlich Willkommen und gab in kurzen Worten eine Einführung zur Entstehungsgeschichte des Marienwallfahrtsortes: "Altötting ist kein Erscheinungsort, sondern vielmehr ein Ort der Heilung", wie die vielen Votivtafeln im Umgang der Gnadenkapelle berichteten. P. Norbert verwies außerdem auf den hl. Bruder Konrad.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Zuerst mal ins "Herz Bayerns" – Wallfahrt des Bayerischen Pilgerbüros

Drei Wallfahrten im Jahr unternimmt das Bayerische Pilgerbüro; die Ziele variieren, doch eines ändert sich nicht: "Zuerst geht es nach Altötting ins Herz Bayerns", erklärte der Geschäftsführer des Pilgerbüros, Julius-Alexander Past, der am Samstag, 24. März, gemeinsam mit rund 75 anderen Teilnehmern den Kreuzweg von Heiligenstatt nach Altötting gegangen war; zuvor waren die Pilger mit der Bahn von München angereist – heuer jedoch mit einem kleinen Umweg über Landshut, da ein Teil der sonst üblichen Strecke wegen Bauarbeiten gesperrt war. Benediktbeuern stehe dieses Jahr außerdem noch auf dem Programm, das dritte Ziel sei eine Überraschung und werde erst kurzfristig bekanntgegeben, informierte Past, der auch Mitglied der Marianischen Männerkongregation Altötting ist. Mit dabei aus dem Team des Pilgerbüros waren heuer u.a. auch die beiden Mitorganisatorinnen und Initiatorinnen der jährlichen Wallfahrt nach Altötting, Irmgard Jehle und Angela Bürvenich. Als "geistlicher" Begleiter pilgerte heuer der Landespolizeidekan Msgr. Andreas Simbeck mit. Mit ihm feierten die Pilger einen Gottesdienst im Kongregationssaal. "Pro nobis – Jesus ist 'für uns' gestorben", erklärte er in seiner Predigt einen Tag vor dem Palmsonntag. Zuvor waren die Wallfahrer von Diakon Thomas Zauner empfangen worden. Die Grüssauer Rufe singend zog die Gruppe zum Kapellplatz; von Glockengeläut begrüßt, umrundete sie die Gnadenkapelle. Dort beteten die Pilger mit Diakon Zauner den "Engel des Herrn", ehe sich dieser verabschiedete mit den Worten: "Danke, dass Sie mit Ihrer Wallfahrt ein Zeichen des Glaubens gesetzt haben."

Text und Fotos: Michael Glaß

Gelübde zum 60. Mal erfüllt – Fußwallfahrer Schonstett

Die Fußwallfahrt der Schonstetter geht auf ein Gelübde eines Bauern aus Friberting im Jahr 1958 zurück, der die Gnadenmutter aus Altötting um Hilfe angefleht und für die Gesundung seines kleinwüchsigen Buben eine alljährliche Fußwallfahrt nach Altötting versprochen hatte. So wurde auch heuer am Samstag, 24. März, zum 60. Mal das Wallfahrtsgelübde erfüllt. Kurz nach Mitternacht waren die 30 Pilger ab Friberting losmarschiert; geleitet von Albert Fortner und Rosmarie Maier bewältigten sie eine 50-km-Strecke. Für Kapuzinerpater Heinrich Grumann, der die Schonstetter nach Ankunft am Pilgerziel am frühen Samstag-Nachmittag einbegleitete und vor der Gnadenkapelle herzlich willkommen hieß, war's heuer die erste Begrüßung von Fußpilgern, wie er erklärte. P. Heinrich betonte im Br. Konrad-Jubiläumsjahr: Auch der hl. Klosterpförtner sei ein großer Marienverehrer gewesen und habe viele Wallfahrten unternommen. Er empfahl den Pilgern, wie die Gottesmutter und der hl. Bruder Konrad dem Kreuzweg Jesu zu folgen bis in seine Herrlichkeit. Bereits seit 1996 nimmt Christine Pinzinger an der Wallfahrt teil; auch heuer wurde sie von Töchterchen Anna am Kapellplatz sehnsüchtig erwartet.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Himmelwärts – Fußpilger aus Hofkirchen

"Ihr habt's nicht nur ein schönes Wetter, sondern gewiss einen großen Anliegenrucksack mitgebracht, der beim Gehen und Beten immer schwerer wird", begrüßte Altöttings Diakon Thomas Zauner die 75 Fußpilger aus Hofkirchen, die mit Pilgerleiter Sepp Rohrmeier nach zweitägiger Fußwallfahrt am Palmsonntag, 25. März bei herrlichem Vorfrühlingswetter zur Gnadenkapelle einzogen. Nachdem der Diakon ein Gebet von Bernhard von Clairvaux an die Gnadenmutter vorgetragen hatte, erklärte er: "Ihr kommt's zum 73. Mal zur Gottesmutter und wir feiern heuer einen der größten Marienverehrer, den hl. Bruder Konrad." Zauner zitierte aus dem Bruder-Konrad-Lied: "Bruder Konrad, als ein Bauer, betend pflügt er übers Land. Gottes Liebe tief im Herzen, Gottes Perlen an der Hand. In den Acker fällt der Samen, Gottes Wort fällt ihm ins Herz. Auf dem Felde wächst der Weizen und sein Herz wächst himmelwärts!" Damit verband Zauner den Wunsch, dass auch unsere Herzen gen Himmel wachsen mögen. Abschließend stimmten die "Hofkirchner Sängermadeln", wie sie Zauner schmunzelnd titulierte, "Schwarze Madonna" an. Eine schöne Wallfahrt war's für Sepp Rohrmeier und sein Dank galt allen Teilnehmern.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner