Altöttinger Liebfrauenbote
Die neue und alte Doppelspitze des Altöttinger Marienwerks in der Basilika: Msgr. Josef Fischer, Prälat Alois Furtner, Josef Herrmann, Reinhard Ernst. Im Hintergrund das Gnadenbild.
Die neue und alte Doppelspitze des Altöttinger Marienwerks (v.l.) in der Basilika: Msgr. Josef Fischer, Prälat Alois Furtner, Josef Herrmann, Reinhard Ernst. Im Hintergrund das Gnadenbild.

Tag des Altöttinger Marienwerks: Stabwechsel in Vorstand und Geschäftsführung – Prälat Furtner geehrt

Gemeinsam für die "Chefin" Maria

Dass die Gottesmutter Maria die "eigentliche Chefin" ist und dass das gemeinsame Gebet im Vordergrund steht, wurde beim diesjährigen Tag des "Altöttinger Marienwerks" am 10. September einmal mehr deutlich. An der "irdischen Spitze" der Gemeinschaft, die am Gnadenort u.a. die Kirchenmusik fördert und in ihrem Gebäude am Kapellplatz die "Dioramenschau" beheimatet, wurde indes gleich ein zweifacher Wechsel volllzogen: Msgr. Josef Fischer ist neuer Vorsitzender, Josef Herrmann neuer Geschäftsführer. Verabschiedet wurden Prälat Alois Furtner und Reinhard Ernst.

Dem neuen Ehrenvorsitzenden Prälat Alois Furtner applaudieren in der Basilika stellvertretender Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker, GV Klaus Metzl, Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl und neuer Vorsitzender Msgr. Josef Fischer.
Dem neuen Ehrenvorsitzenden Prälat Alois Furtner (r.) applaudieren in der Basilika (v.l.) stellvertretender Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker, Generalvikar Klaus Metzl, Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl und neuer Vorsitzender Msgr. Josef Fischer.

Der neue Vorsitzende, der Passauer Domkapitular Msgr. Fischer, hielt auch die Predigt beim Festgottesdienst in der St. Anna-Basilika, den der stellvertretende Marienwerks-Vorsitzende und Altöttinger Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl zelebrierte und der – wie sollte es anders sein – von Kapellchor und -orchester des Marienwerks mit Haydns "Missa Sancti Nicolai" gewohnt eindrucksvoll musikalisch gestaltet wurde. Maria sei das "Urbild der Kirche", stellte der Prediger heraus – "weil sie von Anfang an ein aktives Mitglied der betenden Kirche war und bis heute ist", erklärte er mit Verweis auf die Apostelgeschichte über die "Betende Gemeinde" (Apg 1, 12-14). Mit Blick auf das Tagesevangelium "Von der Verantwortung für den Bruder" (Mt 18, 15-20) rief er die Gläubigen dazu auf, im Sinne der Evangelisierung Initiative zu ergreifen und die Menschen auf den Glauben anzusprechen – gerade auch diejenigen, von denen man keine oder eine negative Resonanz erwarte, denn gerade bei solchen Begegnungen komme es oft zu positiven Überraschungen. Msgr. Fischer betonte insbesondere die Bedeutung des Marienwerks als eine "Gebetsgemeinschaft". Jesus habe uns schließlich das "Vater unser" (vgl. Mt 6, 9-13 oder Lk 11, 2-4) und nicht das "Vater mein" ans Herz gelegt, umso wichtiger sei es, dass Gläubige einmütig und in Gemeinschaft in den Anliegen der Kirche beteten.

Ein Anliegen, das sicher auch der ehemalige Vorsitzende des Marienwerks und langjährige Administrator der Hl. Kapelle in Altötting, Prälat Alois Furtner, so unterschreiben würde. Viele Jahre hat er sich in Altötting um die Wallfahrt und die Marienverehrung verdient gemacht. Prälat Furtner, der heuer im Juni aus dem Amt des Marienwerks-Vorsitzenden geschieden war, wurde nun zum Ehrenvorsitzenden dieser "Gebetsgemeinschaft" ernannt und erhielt am Ende des Gottesdienstes in der Basilika die entsprechende Urkunde.

"Wo Maria ist, da sind wir wirklich zuhause"

Festakt im Chorsaal des Altöttinger Marienwerks.
Festakt im Chorsaal des Altöttinger Marienwerks; vorne der Ehrenvorsitzende Prälat Alois Furtner, hinten (v.l.) der stellvertretende Marienwerks-Vorsitzende und Altöttinger Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, ehemaliger Geschäftsführer Reinhard Ernst, Geschäftsführer Josef Herrmann, Marienwerks-Vorsitzender Msgr. Josef Fischer und Generalvikar der Diözese Passau, Klaus Metzl.

Die offizielle Verabschiedung der alten und die offizielle Begrüßung der neuen Doppelspitze fand schließlich im Rahmen eines Festakts im Chorsaal des Altöttinger Marienwerks statt. Auch dieser wurde natürlich musikalisch gekonnt umrahmt vom "Ensemble Altes Blech". Die "Altöttinger Kapellsingknaben und Mädchenkantorei", das große Aushängeschild des Marienwerks, konnten nicht dabei sein. Grund für deren Fehlen war bezeichnenderweise die große Bekanntheit des Chors weit über die Region um Altötting hinaus: die jungen Sängerinnen und Sänger sind gerade auf Chorfahrt und gestalteten am 10. September das Kathedralamt im Fuldaer Dom, am 24. September werden sie im Rahmen des Familientags im Passauer Dom zu hören sein, wie Msgr. Fischer mitteilte.

Prälat Mandl führte schließlich die Gäste – darunter der emeritierte Passauer Bischof Wilhelm Schraml, Landrat Erwin Schneider und Bürgermeister Herbert Hofauer – durch den Festakt. Er würdigte zunächst die Verdienste Prälat Furtners, der insgesamt 14 Jahre lang als Vorsitzender dem Marienwerk gedient hatte. Vor allem durch seine "Geradlinigkeit, Bodenständigkeit und glaubwürdige Frömmigkeit" habe er sich ausgezeichnet. An Prälat Furtner gerichtet sagte Prälat Mandl: "Bitte komme oft an den Gnadenort, denn hier ist Deine zweite Heimat – und wo Maria ist, da sind wir ja wirklich zuhause." Auch den bereits im April ausgeschiedenen Reinhard Ernst bat Prälat Mandl, dem Marienwerk weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. 29 Jahre lang war Ernst für den Verein und seit 1999 zusätzlich auch für die damals gegründete Stiftung als Geschäftsführer tätig. Ihn lobte Mandl insbesondere für sein "Herzblut" und für seine Treue "über das offizielle Rentenalter hinaus". Als besondere Leistung der ehemaligen Doppelspitze stellte Prälat Mandl u.a. den Um- und Neubau des Marienwerks-Gebäudes heraus, das im November 2014 von Bischof Stefan Oster neu eröffnet wurde. Mandl verlas auch ein Grußwort an die alte und neue Doppelspitze des Regensburger Pilgerleiters Bernhard Meiler.

"Instrument der Neuevangelisierung"

Der neue Marienwerks-Vorsitzende Msgr. Josef Fischer und Geschäftsführer Josef Herrmann begrüßen Mitglieder am Kapellplatz.
Der neue Marienwerks-Vorsitzende Msgr. Josef Fischer (M.) und Geschäftsführer Josef Herrmann (l.) begrüßen Mitglieder am Kapellplatz.

Auch der ehemalige Geschäftsführer Reinhard Ernst blickte in einer kurzen Ansprache zurück auf seine langjährige Tätigkeit, betonte die Bedeutung des Marienwerks als "Gebetsgemeinschaft" und sprach – auch im Namen Prälat Furtners – ein paar Worte des Dankes; letztere gingen insbesondere an die Gottesmutter Maria, denn "sie ist und bleibt die Chefin im Ring", wie Ernst in Anlehnung an Worte von Bischof Oster betonte.

Bischof Oster war für den Festakt entschuldigt, er weilte an jenem Tag in der brasilianischen Partner-Diözese Alagoinhas. Ihn vertrat Generalvikar Klaus Metzl, der die beiden scheidenden Amtsträger würdigte – "Sie haben Maßstäbe gesetzt!" – und die neue Doppelspitze zu einem "neuen Aufbruch" ermutigte. Das Marienwerk bezeichnete Metzl als ein "Instrument der Neuevangelisierung".

Den Auftrag der "Evangelisierung" nehme die Gemeinschaft gerne an, versicherte der neue Vorsitzende Msgr. Fischer. Den Passauer Domkapitular bezeichnete Prälat Mandl als einen "Hochkaräter", der sich insbesondere durch seine "Urteilssicherheit, pastorale Klugheit und Predigtbegabung" auszeichne. Als eine "Idealbesetzung" würdigte Mandl auch den neuen Geschäftsführer Josef Herrmann. Der gebürtige Regensburger, der früher bei den Domspatzen sang und zuletzt als kaufmännischer Leiter der OMV Deutschland tätig war, eigne sich nicht zuletzt aufgrund seiner "fundierten musikalischen Ausbildung", seiner "Liebe und Treue zur Kirche" und seiner "Verbundenheit zum Gnadenort Altötting" sowie seiner "langjährigen intenationalen Berufserfahrung" optimal für das Amt des Geschäftsführers.

Ein ausführliches Interview mit der neuen Doppelspitze des Altöttinger Marienwerks über die Herausforderungen der Zukunft für die rund 50.000 Mitglieder zählende Gebetsgemeinschaft folgt in einer der kommenden Ausgaben.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner 9, Michael Glaß 1

Mehr Infos im Internet unter www.altoettinger-marienwerk.de und www.kapellsingknaben.de

Impressionen

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Die neue Doppelspitze des Marienwerks, Vorsitzender Msgr. Josef Fischer und Geschäftsführer Josef Herrmann, auf dem Altöttinger Kapellplatz.
Die neue Doppelspitze des Marienwerks, Vorsitzender Msgr. Josef Fischer (r.) und Geschäftsführer Josef Herrmann, auf dem Altöttinger Kapellplatz.
Ave-Mariengruß vor der Gnadenkapelle.
Ave-Mariengruß vor der Gnadenkapelle.
Familie Wintz aus Bad Kohlgrub, langjährige Mitglieder, kommen jedes Jahr zum Tag des Altöttinger Marienwerks.
Familie Wintz aus Bad Kohlgrub, langjährige Mitglieder, kommen jedes Jahr zum Tag des Altöttinger Marienwerks.
Die neue Doppelspitze, Vorsitzender Msgr. Josef Fischer und Geschäftsführer Josef Herrmann vor dem Gebäude des Altöttinger Marienwerks auf dem Kapellplatz.
Die neue Doppelspitze, Vorsitzender Msgr. Josef Fischer (l.) und Geschäftsführer Josef Herrmann vor dem Gebäude des Altöttinger Marienwerks auf dem Kapellplatz.
Msgr. Josef Fischer bei der Predigt in der St. Anna-Basilika.
Msgr. Josef Fischer bei der Predigt in der St. Anna-Basilika.
Msgr. Josef Fischer beim Ave-Mariengruß mit Gnadenbild.
Msgr. Josef Fischer beim Ave-Mariengruß mit Gnadenbild.