Altöttinger Liebfrauenbote

Bamberger Buspilger mit Weihbischof Herwig Gössl in Altötting – Pilgerleiterin mit besonderem Jubiläum

Zum 100. Mal am Gnadenort

Mit Weihbischof Herwig Gössl kam heuer die Buspilgergruppe aus der oberfränkischen Erzdiözese Bamberg nach Altötting. Pilgerleiterin Irene Schumm feierte dabei ein besonderes Jubiläum: Zum 100. Mal pilgerte sie zum Gnadenort und wurde dafür mit einer Urkunde geehrt.

Kapuzinerpater Siegbert Mayer begrüßt am Altöttinger Bahnhof Pilgerleiterin Irene Schumm; im Hintergrund Weihbischof Herwig Gössl.
Kapuzinerpater Siegbert Mayer begrüßt am Altöttinger Bahnhof Pilgerleiterin Irene Schumm; im Hintergrund Weihbischof Herwig Gössl.

"Maria ist Signal und Stern der Hoffnung für die Menschen. Sie weist auf Christus hin". Der Bamberger Weihbischof Herwig Gössl, der mit der Buspilgergruppe von 9.-11. September am Gnadenort weilte, betonte bei der Samstag-Vorabendmesse vor der Lichterprozession, dass es gut sei, "wenn wir die Gottesmutter ehren und uns von ihr Impulse geben lassen". Und weiter: "Ihr Sohn Jesus Christus kommt uns entgegen, direkt und erfahrbar, spricht im Wort zu uns und schenkt uns in den Sakramenten Nähe, um uns zu stärken!"

Diese intensive Glaubenserfahrung, das Auftanken für Leib und Seele am Gnadenort Unserer Lieben Frau, durfte die Pilgerleiterin Irene Schumm (85) vom Reisebüro Schiele in Bamberg stets erfahren, wie sie beteuerte. Umso größer ihre Freude, dass ihr sehnlichster Segenswunsch in Erfüllung ging: ihr 100. Pilgerjubiläum am Gnadenort mitzuerleben. Kapuzinerpater Siegbert Mayer, der die 150 Wallfahrtsteilnehmer am Samstag zur Statio in die St. Magdalena-Kirche einbegleitet hatte, dankte Frau Schumm mit einem herzlichen Vergelt's Gott für so viel Liebe und Engagement.

"Unserer Familie liegt Altötting am Herzen"

Kapuzinerpater Norbert Schlenker ehrte Pilgerleiterin Irene Schumm u.a. mit einer Urkunde; rechts neben ihr steht Bruder Pius.
Kapuzinerpater Norbert Schlenker (l.) ehrte Pilgerleiterin Irene Schumm (3.v.l.) u.a. mit einer Urkunde; rechts neben ihr steht Bruder Pius Schiele.

Das Pilgern wurde Irene Schumm quasi in die Wiege gelegt. In den 1950er-Jahren hatten ihre Eltern Alfons und Meta Schiele zusammen mit Msgr. Fiedler die Altötting-Pilgerfahrten mit der Bahn "ins Leben gerufen", wie Frau Schumm erzählte. "Damals nahmen noch 1.000 Leute teil, der Zug war so lang, dass er geteilt werden musste." Auch ihr Bruder Pius Schiele (71), Leiter des renommierten Bamberger Reisebüros Schiele, wirkt lange Jahre in der Wallfahrtsorganisation mit und begründet das mit dem Hinweis: "Unserer Familie liegt Altötting am Herzen". Als der Vater aus Altersgründen seiner Tochter die Verantwortung der Wallfahrts-Organisation mit den Worten "Kind, das musst jetzt du machen" übertrug, da gab's kein Überlegen. "Ich hab mir immer größte Mühe gegeben", wie Irene Schumm lächelnd versicherte. Verschmitzt erzählte sie, wie sie einmal auf der Strecke von Mühldorf nach Altötting mit Erlaubnis des Triebwagen-Zugführers das Steuer fest in die Hand nahm und die Pilger sicher nach Altötting chauffierte. Mittlerweile wird die Pilgerfahrt aus Oberfranken mit Bussen organisiert, immer in Begleitung eines Pfarrers, lange Jahre u.a. von Prälat Hans Wich, und in den letzten Jahren von Prälat Luitgar Göller. Und selbst das Busfahren brachte für Irene Schumm keine große Änderung, war sie doch als "Allroundtalent" auch schon als Busfahrerin im Bamberger Stadtgebiet im Einsatz.

Nach der Lichterprozession am Samstagabend, 9. September wurde Irene Schumm durch den stellvertretenden Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker mit einer Urkunde und einer Kerze mit Abbildung der Altöttinger Gnadenmutter geehrt. Zu einer kleinen Feierstunde lud am Montag, 11. September, Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl in die Bischöfliche Kapelladministration ein. Mit dabei waren u.a. die Jubilarin und ihr Bruder Pius Schiele sowie Weihbischof Gössl und Pilgerbegleiter Horst Fischer, der auch ein Jubiläum begehen konnte: seit 35 Jahren kommt er nach Altötting und das gleich mehrmals im Jahr.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

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