Altöttinger Liebfrauenbote
Blick auf die Kirche St. Josef.
Blick auf die Kirche St. Josef.

50 Jahre Pfarrkirche St. Josef, Altötting-Süd – Jubiläumsfeier mit Bischof Dr. Stefan Oster

Kirchweihfest mit "Oster"-Wetter

Am 15. Oktober 1967, vor 50 Jahren, hatte Passaus Bischofskoadjutor Dr. Anton Hofmann die damals neuerbaute Pfarrkirche St. Josef in Altötting-Süd geweiht. Auf den Tag genau, also am Kirchweihsonntag, 15. Oktober, war das feierliche Pontifikalamt mit Diözesanbischof Dr. Stefan Oster Höhepunkt der Festlichkeiten im Jubiläumsjahr 2017.

Felicia und Gabriel überreichen Bischof Oster zur Begrüßung eine Kerze und einen Blumenstrauß.
Felicia und Gabriel überreichen Bischof Oster zur Begrüßung eine Kerze und einen Blumenstrauß.

Die Rahmenbedingungen passten perfekt: Sonniges, mildes Herbstwetter, eben "Oster-Wetter" wie es der zum feierlichen Pontifikalgottesdienst geladene Passauer Oberhirte lächelnd bezeichnete, war angesagt. Jugendliche verteilten eifrig die kunstvoll aus Holz gefertigten Jubiläumsplaketten an die Festgäste.

Nachdem Felicia und Gabriel zum herzlichen Willkommensgruß einen Blumenstrauß und eine Kerze überreicht hatten, formierten sich am Kirchenvorplatz die vielen Ministrantinnen und Ministranten mit Vortragskreuz und Weihrauch, die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine und Verbände sowie die Abordnungen des Trachtenvereins und der St. Georgsschützen, um mit dem Bischof und den Konzelebranten in die festlich geschmückte, mit Gläubigen übervolle St. Josefs-Kirche einzuziehen.

Als Konzelebranten standen dem Bischof Altöttings Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl, Pfarrvikar Deva Gudipalli, Pfarrer i.R. Josef Vogl als ehemaliger Pfarrer von St. Josef, der Simbacher Stadtpfarrer Franz Haringer als gebürtiger Altötting-"Südler" sowie der Ruhestandsgeistliche Hubert Hinxlage zur Seite. Chor, Solisten und Orchester von St. Josef unter Leitung von Anselm Ebner brachten in hervorragender Weise Mozarts "Krönungsmesse" zur Aufführung.

"Kirche ist ständiger Veränderung unterworfen"

Eucharistiefeier.
Eucharistiefeier.

Zu Beginn der Festmesse dankte Prälat Mandl nicht nur Bischof Stefan Oster fürs Kommen, sondern auch dem Gründerpfarrer Msgr. Matthias Geyer für sein Werk, zu dessen Ehren ein Bild in der St. Josefskirche aufgestellt worden war und dessen Grab am frühen Nachmittag besucht wurde. Auch den anwesenden Ehrengästen galt Mandls herzlicher Gruß, allen voran Landrat Erwin Schneider, Drittem Bürgermeister Konrad Heuwieser sowie den Stadträten und Pfarrgemeinderatsmitgliedern. Würdigende Worte fand auch Bischof Oster für den "Erbauer" der St. Josefskirche, Msgr. Geyer, als prägende Gestalt, der nicht nur für die baulichen Maßnahmen gesorgt, sondern auch "geistliche Fundamente" gelegt habe.

Zusammenhänge über geistige Fundamente der Pfarrei, über liturgische Erneuerung und welche Aufgaben die Kirche heute eigentlich habe, versuchte Passaus Oberhirte dann auch in seinen Predigtworten zu ergründen. Kirche sei ständiger Veränderung unterworfen, davon sei auch die Pfarrei St. Josef in Altötting betroffen und sie werde sich mit Sicherheit noch weiter verändern, so die Feststellung des Bischofs.

"Begegnung mit Jesus zulassen"

Beim Auszug der Geistlichkeit mit Bischof Stefan Oster standen die Kindergartenkinder mit weiß-gelben Luftballons in Händen Spalier.
Beim Auszug der Geistlichkeit mit Bischof Stefan Oster standen die Kindergartenkinder mit weiß-gelben Luftballons in Händen Spalier.

Bischof Osters appellierte an die Festgemeinde nach den Worten des Apostels Paulus: "Wir Christen sind dafür da, die Welt zu verändern!" Zur Neuevangelisierung gehöre aber das Festhalten an der zentralen Bedeutung des Wortes Gottes für die Liturgie. Es sei nicht ganz einfach, gerade die Jugend zum Bibellesen zu bewegen, und doch gab sich Oster zuversichtlich. Wenn wir Begegnung mit Jesus zulassen, "Christus als unsere Mitte" erkennen und so zum Tempel Gottes werden würden, dann könne das Wort Gottes zum inneren Fundament für jeden einzelnen von uns werden.

Mit der Pfarrkirche St. Josef feierte auch der Kindergarten sein 50. Jubiläum. So war es naheliegend, dass die Kleinsten der Pfarrei beim Auszug des kirchlichen Dienstes auf den Kirchenvorplatz bereits Spalier standen und Luftballons steigen ließen. Dann konnte der "weltliche" Teil, der Festakt beginnen, mit Sektempfang, Ansprachen, Salutschießen durch die Georgsschützen und Tanzaufführungen der Trachtenjugend. Kirchenpfleger Elmar Wibmer war sich sicher, "dass Pfr. Geyer ganz begeistert vom Himmel aus zuschaut", so eine Feier sei ganz in seinem Sinn gewesen.

Frisch geputzte Fenster

Bischof Stefan Oster verabschiedet Christian Drexl (siehe Text).
Bischof Stefan Oster verabschiedet Christian Drexl (siehe Text).

Dann richtete Festredner Wibmer die Frage an Bischof Oster, ob ihm aufgefallen sei, dass selbst die Kirchenfenster von der Pfarrkirche St. Josef anlässlich des Jubiläums besonders hell erstrahlten, mit der Anmerkung, "dies ist nicht verwunderlich, wurden sie doch nach 50 Jahren zum ersten Mal geputzt". Nicht nur der Diözesanbischof, sondern alle Festgäste quittierten lachend Beifall. Ja, man habe sich das "Kirchenjubiläum von St. Josef" mit umfangreichen Reinigungs- und Renovierungsarbeiten schon was kosten lassen, so Wibmer – und er zeigte sich dankbar für die Zuwendungen von Seiten des Bistums. Zugleich warb er für die mit Pfarrgemeinderatsvorsitzender Maria Stemmer an der Spitze herausgebrachte, aufwendig gestaltete Festschrift (Selbstkostenpreis 10,- Euro), deren Erlös der "Unkosten-Deckung" diene.

Übrigens: Ein Urgestein und Mitbauer der St. Josefskirche war am Kirchweihjubiläum zugegen: Christian Drexl (88), Seniorchef der Garchinger Holzbaufirma, die für das Kirchendach und alle Holzarbeiten, außer den Kirchenbänken verantwortlich zeichnete. Gehalten hat's bis heute und, so Gott will, bis zum hundertjährigen Jubiläum und darüber hinaus!

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

(Zum Vergrößern auf ein Bild klicken)