Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Im Herbst macht das Pilgern besonders viel Freude – zumindest, wenn es nicht regnet und das tat es zuletzt eher selten. Viele Wallfahrer machten sich in den vergangenen Wochen auf den Weg ins "Herz Bayerns" und auch Bischof Stefan Oster schnürte seine Schuhe – eine kleine Auswahl der Pilgergruppen:

Maria, mächtig zu helfen – Wallfahrt des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) aus der Pfarrei Maisach/St. Vitus

Mit dem indischen Pfarrvikar P. Jo Jrudayaraj (1. Bild, r.) kamen 53 Frauen des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) aus der Pfarrei Maisach/St. Vitus unter Leitung von Rosita Brehm und Brigitte Scheuerer am 20. September nach Altötting. "Was wär der Pfarrer für ein armer Hund, hätte er keinen Frauenbund", dichtete Wallfahrtsrektor Prälat Mandl und erklärte schmunzelnd: was für den Bürgermeister einer Stadt die Feuerwehr, das sei für einen Pfarrer der Frauenbund. Und die Wahlfahrtsteilnehmerinnen konnten dem nur lachend zustimmen. Mandl, der die Buspilgergruppe abgeholt und zur Gnadenkapelle einbegleitet hatte und bei einer kurzen Statio herzlich begrüßte, betonte: Die Gottesmutter Maria habe eine große Liebe für jeden von uns, besonders für die Sorgenkinder. Deshalb könnten wir voller Zuversicht unsere sorgenbeladenen Rucksäcke der Gnadenmutter, der Mutter vom Guten Rat, die mächtig ist zu helfen, zu Füßen legen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Hoffnung für die Welt – Fußpilger aus Mondsee

Nach dreitägigem Fußmarsch haben am 23. September 80 Fußpilger aus Mondsee den Gnadenort erreicht. Der stellvertretende Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater Norbert Schlenker, sowie Ulrike Kirnich vom Wallfahrts- und Verkehrsbüro hießen die Pilger aus dem schönen Salzkammergut herzlich willkommen. Unter den Klängen der Altöttinger Musikkapelle ging's im Prozessionszug über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika. Zum 20. Mal hatten sich die Mondseer auf den Weg gemacht im Bewusstsein der religiösen Wurzeln und engen Verbundenheit mit dem Gnadenort durch die Gottesmutter Maria und nicht zuletzt durch den hl. Rupert. Anlässlich des Pilgerjubiläums wurden die Hauptverantwortlichen um Pilgerleiter Eichriedler mit einer Urkunde und einem Geschenk geehrt (2. Bild). Sowohl P. Norbert also auch Frau Kirnich bedauerten, dass mit der Ehrung der Pilgerleiter Sepp Eichriedler, Georg und Matthias Steinbichler sowie Kreuzträger Hans Lettner zugleich deren Verabschiedung verkündet wurde. Aber, so P. Norbert dankbar, "das bedeutet nicht das Ende der Mondseer Wallfahrt, denn dankenswerter Weise ist schon ein Nachfolgerteam in Sicht." Und "wunderbar, dass wir alle hier sein dürfen" befand es ergriffen der scheidende Pilgerleiter Eichriedler, mit dem Versprechen, dass er, so lange er könne, mitmarschiere – "aber dann ganz hinten". Pfarrer Dr. Ernst Wageneder empfahl, als "Christusträger" den Menschen Hoffnung in die Welt zu bringen. Als Glaubenszeugen unterwegs waren auch dieses Mal Christine Grabner, Johann Grubinger sowie Josef Edtmayer. Sie gehörten zu den ersten Teilnehmern, als sich vor 20 Jahren unter Leitung von Pfarrer Josef Edlinger 17 Fußpilger aus Mondsee auf den Weg nach Altötting gemacht hatten.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Ehrensache" – Buspilgergruppe aus Kühbach/St. Magnus

"Das Glockengeläut ist speziell für Euch und bedeutet bei der Gnadenmutter anzukommen", erklärte Kapuzinerpater Heinrich Grumann bei der kurzen Statio am Kapellplatz, als er die Buspilgergruppe aus Kühbach/St. Magnus mit Pfarrer Paul Mahl am 23. September begrüßte. Besonders erfreulich ist, dass auch heuer wieder eine Gruppe mit Kindern und Jugendlichen dabei war, die meisten davon Ministranten. Diese wurden von der Kühbacher Pfarrsekretärin Maria Golling betreut. Kapuzinerpater Br. Georg Greimel erzählte diesen in einer Kirchenführung die Besonderheiten der St. Anna-Basilika (3. Bild). Dort wurde im Anschluss um 11 Uhr ein "Gemeinschaftsgottesdienst" mit mehreren Pilgergruppen gefeiert – dass dabei die Kühbacher Messdiener/innen ministrierten, war für sie eine "Ehrensache".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Das Bild der Mutter – Fußpilger aus dem österreichischen Uttendorf

Seit vier Uhr früh auf den Beinen waren die Fußpilger aus dem österreichischen Uttendorf, die am Samstagnachmittag, 23. September, über den Kapellplatz zur Gnadenkapelle zogen. Zum 37. Mal wurde die Fußwallfahrt aus Österreich von Pilgerleiter Hubert Putscher organisiert, der alljährlich das Pilgerkreuz voranträgt – heuer zum 29. Mal. Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser dankte fürs Kommen und erzählte bei der Pilgermesse im Kongregationssaal, zelebriert von P. Alfred Knop OFM, die Geschichte vom kleinen Hansl, der die Lehrerin während des Unterrichts um Erlaubnis bat, kurz daheim vorbeischauen zu dürfen. Auf die Frage, warum er das machen wolle, kam die prompte Antwort von Hansl: "Weil ich vergessen hab, wie die Mutter ausschaut!" – Das gütige Antlitz der Muttergottes von Altötting, so Br. Andreas, präge sich beim innigen Gebet in der Gnadenkapelle tief in die Herzen der treuen Altötting-Pilger ein, so würde man das Gesicht der Gottesmutter nie vergessen!

Text und Foto: Roswitha Dorfner

Jubiläumswallfahrt – Pilger aus Waidhofen

Pfarrer hatten die 40 Wallfahrtsteilnehmer aus Waidhofen beim 30. Pilgergang in drei Tagen nach Altötting keinen dabei, dafür Pastoralreferenten Bernhard Hanke, der sich unterwegs als Vorbeter für den geistlichen Part verantwortlich zeigte. Über einen reibungslosen Ablauf der Wallfahrt und über das passende Wetter freute sich besonders Pilgerleiter Josef Weber, der nach einer Hüft-OP eine Teilstrecke mitmarschiert war. Zu zweit, mit "Pilger-Urgestein" Jakob Braun, hatte Josef Weber vor 30 Jahren die Wallfahrt nach Altötting ins Leben gerufen, wie der Pilgerleiter nach Ankunft am 23. September erzählte. Jakob Braun sen. kann aus Altersgründen nicht mehr teilnehmen, dafür ist Sohn Jakob in die Fußstapfen des Vaters getreten und alljährlich bei der Waidhofener Fußwallfahrt mit dabei. Zum zweiten Mal hat Josef Fuchs (3. Bild) das blumengeschmückte Vortragskreuz nach Altötting getragen und zwar den kompletten Weg, d.h. 127 Kilometer. "Wenn man an der Spitze marschiert, dann treiben die Schritte von hinten an", erklärt er lächelnd sein "Durchhaltevermögen". Und als weiteren treibenden Grund, das Kreuz nach Altötting voranzutragen, erklärt er mit Dankbarkeit: Söhnchen Valentin hat kurz nach der letztjährigen Wallfahrtsteilnahme des Papas das Laufen gelernt. Kapuzinerpater Br. Georg Greimel feierte nach der Einbegleitung in den Kongregationssaal mit den Waidhofenern einen Pilgergottesdienst und hinterfragte, was Menschen zu einer Wallfahrt, einer Weggemeinschaft des Glaubens, antreibe: Erfahrungen, Zuversicht und Gottvertrauen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Anvertraute Talente – Wallfahrt der in Bayern und Österreich lebenden Ukrainer

Am 24. September feierten die in Bayern und Österreich lebenden Ukrainer mit ihrem Apostolischen Exarchen Bischof Petro Kryk in der St. Anna-Basilika nach byzantinischem Ritus die Liturgie des hl. Johannes Chrysostomos. In seinen Predigtworten legte Bischof Kryk den anwesenden Gläubigen das "Gleichnis von den anvertrauten Talenten" (Mt 25, 14-30) ans Herz. Es gebe in unserem Leben verschiedene, von Gott geschenkte Talente bzw. Berufungen, die nicht vergeudet werden dürften, so der Apostolische Exarch. "Wenn wir diese Gaben für Gott gebrauchen, gibt es kein wertloses Leben in der Welt und unser Leben ist wertvoll!" Abschließend zogen die Geistlichkeit, allen voran Bischof Kryk, und eine Fahnenabordnung hinauf zur Gnadenkapelle, um die Gnadenmutter zu ehren.

Text und Foto: Roswitha Dorfner

Mit Bischof auf Wallfahrt – Jubiläum der Katholischen Akademie Bayern

Aus Anlass ihres 60-jährigen Bestehens hat die Katholische Akademie Bayern gemeinsam mit dem Passauer Oberhirten, Bischof Dr. Stefan Oster SDB, dem Akademiedirektor Florian Schuller und dem stellvertretenden Altöttinger Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker am 23. September von Heiligenstatt aus eine Fußwallfahrt nach Altötting durchgeführt. 80 Gläubige nahmen am Sechs-Kilometer-Fußmarsch teil, darunter Domkapitular Josef Fischer, der neu-ernannte Vorsitzende des Altöttinger Marienwerks und Leiter vom Haus der Begegnung Heilig Geist Burghausen, sowie der Feichtener Pfarrer Michael Witti und Pfarrer Bernd Kasper, Leiter des Dekanats Simbach und des Pfarrverbands Mitterskirchen. Statio mit geistlichen Impulsen wurden bei drei Kreuzwegstationen auf dem Weg gehalten. Hereingespielt auf den Kapellplatz von der Musikkapelle Altötting und unter dem Geläut der Kirchenglocken umrundeten die Pilger nach der Ankunft am Pilgerziel gegen 16.15 Uhr das Heiligtum Unserer Lieben Frau und hielten auch hier kurz Statio "am Ort, wo Päpste niederknien und Könige ihr Herz lassen", wie Kapuzinerpater Norbert Schlenker seinen Mitbruder Niklaus Kuster zitierte, ein Gnadenort wo Menschen Heil und Heilung erfahren. Gerade in einer Wallfahrt sah Direktor Schuller eine Möglichkeit und Ausdrucksform, Gott für den Schutz und Segen in der 60-jährigen Akademie-Geschichte zu danken, aber auch einen Ausdruck der Hoffnung, "dass er uns auch in Zukunft beschirme". Nach dem Empfang der Pilgergruppe im Rathaus durch ersten Bürgermeister Herbert Hofauer wurde abschließend in der Gnadenkapelle ein festlicher Gottesdienst gefeiert. Bischof Stefan Oster stellte in einer kurzen Predigt die Versöhnung des Menschen mit Gott als Kernaussage des Evangeliums und Ziel des christlichen Lebens heraus. Wenn soziales und politisches Engagement wie auch Nächstenliebe in einer christlichen Lebenseinstellung wurzelten, so symbolisiere dies, wie auch eine Wallfahrt, den rechten Weg zu Gott.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner