Altöttinger Liebfrauenbote
Zukunft gesichert: ein junger "Nachwuchs"-Biker auf dem Altöttinger Kapellplatz während des Motorrad-Dank-Gottesdienstes.
Zukunft gesichert: ein junger "Nachwuchs"-Biker auf dem Altöttinger Kapellplatz während des Motorrad-Dank-Gottesdienstes.

15. Biker-Wallfahrt nach Altötting – Über 1.500 Motorradfahrer feiern Dankgottesdienst auf dem Kapellplatz

Damit es noch lange gut geht

Nachdenkliche Töne bestimmten am 24. September den 15. Dankgottesdienst der Motorradfahrer auf dem Altöttinger Kapellplatz, bei dem erneut über 1.500 Teilnehmer gezählt wurden. "Es ist gerade noch einmal gut gegangen" lautete heuer das Motto und wenn es nach dem Veranstalter, dem Initiativkreis Junge Wallfahrt Altötting (IK), geht, dann werden die vielen freiheitsliebenden Biker dafür sorgen, dass nicht nur bei dieser beliebten Wallfahrt auch in Zukunft alles gut gehen wird.

Br. Andreas Kaiser besprengt Motorradfahrer mit Weihwasser.
Br. Andreas Kaiser besprengt Motorradfahrer mit Weihwasser.

Gut lief es heuer in zweifacher Hinsicht: die erneut sehr große Resonanz zeigte, dass diese Veranstaltung längst angekommen ist im Kreis der Biker: Motorradfahrer kamen aus ganz Bayern, aus Österreich, aus einigen nördlichen Bundesländern, sogar italienische Nummernschilder waren zu sehen. Gut ging es auch, weil sich das Wetter wieder einmal – entgegen der Vorhersage – von seiner besten Seite zeigte; die Sonne sorgte nicht nur für wohlige Herbst-Temperaturen während des Gottesdienstes, sondern auch für eine trockene Fahrbahn.

"Wenn es brenzlig wird im Leben, vertrauen wir auf Dich, Gott"

Günter Wewerka vom Initiativkreis Junge Wallfahrt.
Günter Wewerka vom Initiativkreis Junge Wallfahrt.

Die Biker hatten also allen Grund in einem Gottesdienst zum Abschluss der diesjährigen Motorradsaison Dank zu sagen. Sie dankten insbesondere für eine unfallfreie Fahrzeit – auch wenn es manchmal nur knapp gut gegangen ist: eine Motorradfahrerin erzählte zu Beginn des Gottesdienstes wie sie und ihr Sozius auf einer nassen Autobahnausfahrt weggerutscht und nur ganz knapp vor der Autobahn liegengeblieben waren und noch weiterfahren konnten; sie resümierte: "Wenn es brenzlig wird im Leben, vertrauen wir auf Dich, Gott, denn ich kann nicht tiefer fallen als in Deine Hände."

"Was geht denn gerade noch gut?", fragte Günter Wewerka vom Veranstalter IK und selbst Biker. Er bezog sich in seinem Kommentar zu Anfang des Gottesdienstes auf jüngste politische und gesellschaftliche Entwicklungen; angesichts von Despoten wie Erdogan, Putin oder Kim Jong Un, angesichts von Terror, von Fremdenhass und "völkischem Gequatsche" könne man das Gefühl haben, die Menschheit sitze gerade auf einem "ganz heißen Ofen". Gerade jetzt brauche es mutige Menschen, stellte er fest; es brauche freiheitsliebende Biker und alle Menschen, die für Frieden und Gerechtigkeit einstehen, "damit es noch länger gut geht".

In Gemeinschaft mit Gott wird "letztlich alles einmal gut"

Die Kapuzinerpatres Br. Andreas Kaiser und Br. Georg Greimel feiern Eucharistie vor der Hl. Kapelle.
Die Kapuzinerpatres Br. Andreas Kaiser (M.) und Br. Georg Greimel (r.) feiern Eucharistie vor der Hl. Kapelle.

Dass Gott auch in seiner Liebe zu den Menschen unermesslich ist und ihnen tatsächlich immer wieder neue Chancen gebe, erklärte Kapuzinerpater Br. Andreas in seiner Predigt. Er bezog sich auf die Lesung von "Abrahams Opfer" (Gen 22,1ff) und vor allem auf das Evangelium von "Jesus und der Ehebrecherin" (Joh 8, 1ff). Auch für die Protagonisten dieser Begebenheiten sei alles gerade noch einmal gut gegangen. "Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie", zitierte er das Evangelium und erklärte wie Jesus mit diesem einen Satz die Pharisäer und Schriftgelehrten, die ihn ein weiteres Mal "ans Messer liefern wollten", zum Schweigen gebracht hatte; kein Mensch sei ohne Sünde, so die klare Botschaft. "Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!", zitierte er auch den zweiten Schlüsselsatz des Evangeliums von Jesus an die Ehebrecherin. Jesus relativiere die Schuld nicht, gibt der Frau aber "die Chance einen neuen Weg zu gehen, der sie von der Gemeinschaft und von Gott nicht trennt". Br. Andreas erklärte: In Gemeinschaft mit Gott werde "letztlich alles einmal gut".

Nach dem Gottesdienst, der von der Gruppe "Musikwerkstatt Autingas" aus Altötting schwungvoll musikalisch gestaltet wurde, segneten die Kapuzinerpatres Br. Andreas Kaiser und Br. Georg Greimel die Motorradfahrer, als sie auf ihrem Heimweg an der Gnadenkapelle vorbeifuhren.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Hier finden Sie einen ausführlichen Video Beitrag auf Youtube des Video-Portals Allround TV.

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