Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt


Der Mai ist Marienmonat und für viele Gläubige ein Anlass für eine Wallfahrt zur Schwarzen Madonna im "Herzen Bayerns". Auch heuer machten sich viele Pilgergruppen auf den Weg nach Altötting – die meisten ganz klassisch zu Fuß, ein paar Wallfahrer gar mit Pferden und Kutschen. Im Folgenden eine kleine Auswahl der Gruppen:

Im "Marianischen Jahr" – Fußwallfahrt aus Thalmassing

Stefan Stimmer und Hans Meyer, die für die Straßenabsperrungen und Wegsicherungen während der dreitägigen Fußwallfahrt der 435 Thalmassinger Fußpilger unter Leitung von Richard Reis verantwortlich waren, standen in Altötting Spalier, als die Pilger ankamen (2. Bild). Mit dabei war auch heuer wieder Dekan Anton Schober, der mit dem Auto vorausgefahren war, um mit seinen Thalmassinger Pfarrangehörigen in der St. Anna-Basilika Gottesdienst zu feiern – wohl auch ein wenig Dankgottesdienst für sich selbst, schließlich konnte er am 12. April seinen 70. Geburtstag begehen. Am 6. Mai gegen 11.15 Uhr war für die Pilger das Ziel erreicht, über 100 Kilometer Fußweg geschafft. Beim Umrunden der Gnadenkapelle stimmten sie das Lied "Vaterunser, der du bist im Himmel ..." an, dazu läuteten die Altöttinger Kirchenglocken ihren Willkommensgruß. Kapuzinerpater Heinrich Grumann dankte für das Glaubenszeugnis. In seiner Predigt verwies Pfr. Schober auf die Gottesmutter Maria, die Königin des Friedens, zu der wir allezeit unsere Zuflucht nehmen könnten; außerdem erinnerte er an das Marianische Jahr 2017 mit ihren Jubiläen "100 Jahre Fatima" und "100 Jahre Patrona Bavariae".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Ankunft am Muttertag – Wallfahrt aus Ingolstadt-Zuchering

47 Wallfahrtsteilnehmer aus Ingolstadt-Zuchering erreichten am Muttertag, 14. Mai, ihr Pilgerziel in Altötting. Ein schöner Brauch: jedem Pilger wurde nach der Ankunft eine "Muttertags-Rose" überreicht. Wie gewohnt waren die Pilger auf ihrer viertägigen Fußwallfahrt von Marianne Schiebl und ihrem Team gut versorgt worden. Am Donnerstag, 11. Mai, waren diese aufgebrochen, Zwischenstopps mit Übernachtungen gab es in Niedermünchen, Spirklhof in Rottenwöhr sowie in Pleiskirchen/Erharting. Glücklich und zufrieden, auch wegen des idealen Pilgerwetters, zeigten sich am Ende alle Wallfahrtsteilnehmer, darunter acht Neuzugänge und natürlich die Organisatoren Erna und Herbert Kramer sowie Kreuz- und Marienfigur-Träger. Kapuzinerpater Ludwig Wörle verwies bei der Pilgerbegrüßung auf das Wallfahrtsmotto "Mit Maria zu Jesus" und appellierte an die Pilger, nach Jesus nicht nur in der Ferne Ausschau zu halten, sondern durch Maria eine rege Verbindung mit Christus einzugehen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Vorbild Mariens – Pilger aus Landau

Rund 120 Pilger aus Landau erreichten am 13. Mai ihr Pilgerziel in Altötting. 20 Fußwallfahrer hatten sich bereits am 12. Mai von Landau aus auf den Weg gemacht, der größere Teil – mit dabei Pfarrer Christian Kriegbaum und Kaplan Tobias Reiter (8. und 9. Bild) – war am 13. Mai um 5 Uhr frühmorgens ab Geratskirchen gestartet. Nach der Einbegleitung um 8.30 Uhr mit kurzer Statio vor der Gnadenkapelle sprach der stellvertretende Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker einen herzlichen Willkommensgruß, wobei er betonte, dass nach Ankunft der Pilger der erste Gruß der Altöttinger Gnadenmutter gelte, zumal dieser Tag von verschiedenen Jubiläen ("100 Jahre Patrona Bavariae" sowie "100 Jahre Erscheinung der Gottesmutter in Fatima") geprägt sei. So wünschte P. Norbert am Gnadenort gute "Begegnungen" mit Christus, der Gottesmutter und auch untereinander, denn zu einer Wallfahrt gehöre auch mitmenschliches Zusammentreffen. Die Bedeutung der Gottesmutter, die Pilger auf ihrem Weg stets begleite, betonte dann Pfr. Kriegbaum beim anschließenden Gottesdienst in der Stiftspfarrkirche. Dabei sei es zweitrangig, ob man die Nacht hindurch oder den kürzeren Weg gegangen sei; entscheidend sei es, bei Christus und seiner Mutter anzukommen. Pfr. Kriegbaum rief dazu auf, den Blick zu weiten auf die 100-Jahres-Marienjubiläen in Fatima oder München. Denn am Vorbild Mariens führten die Wege zu Versöhnung und Frieden.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Maria als Wegbegleiterin – Pilger aus Frontenhausen bei Dingolfing

Ziemlich flott unterwegs waren am frühen Samstagnachmittag, 13. Mai, die 85 Fußpilger aus Frontenhausen bei Dingolfing, an der Spitze Pfarrer Thomas Diermeier (1. Bild, M.), als sie von Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser (1. Bild, r.) an der Herrenmühlstraße in Altötting empfangen wurden, um sie über den Kapellplatz zur Br. Konrad-Kirche einzubegleiten. 23 Fußpilger hatten sich um 4 Uhr frühmorgens auf den Weg gemacht, der Rest hatte sich in Neuötting angeschlossen. Nicht nur auf Wallfahrt, sondern auf unserem ganzen Lebensweg sei die Gottesmutter Maria unsere ständige Wegbegleiterin, bekräftigte Pfr. Diermeier beim Pilgergottesdienst, "denn Maria führt zu Jesus". Aber auch die Bedeutung des Unterwegssein in einer Glaubensgemeinschaft, sei erfrischend für Körper, Geist und Seele: Gemeinsam zu beten, zu singen, der Austausch im Gespräch könne helfen, persönliche Krisenzeiten leichter durchzustehen. Unser Leben werde nicht immer durch Rückenwind angetrieben, sondern wir hätten allzu oft mit böigem Gegenwind zu kämpfen, wie ein altes irisches Sprichwort sage.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Unter neuer Pilgerleitung – Wallfahrt der "Oberlandler"

Überpünktlich zogen am Samstagnachmittag, 13. Mai, die "Oberlandler Fußpilger" (Rosenheim-Schlossberg), der sog. Auer Bittgang – streng geordnet in Zweierreihen, vorne die Männer, dahinter die Frauen – über den Kapellplatz. Nach zweitägigem Fußmarsch mit Übernachtung in Frabertsham und Umgebung hatten die 286 Wallfahrtsteilnehmer ihr Pilgerziel erreicht, heuer mit Rupert Hille unter neuer Leitung. In der St. Anna-Basilika feierten sie mit Kapuzinerpater Siegbert Mayer Pilgergottesdienst, wobei das inbrünstig gesungene Lied von der "Schwarzen Madonna" nicht fehlen durfte. Unterwegs zu sein "als Pilger der Hoffnung und des Friedens" sei ein besonderes Glaubenszeugnis für die Welt, betonte Kapuzinerpater Siegbert. Und Höhepunkt sei die gemeinsame Eucharistiefeier, die Gemeinschaft mit Gott, der uns selber zum Weg geworden sei. Mit Jesus Christus als Wegweiser auf unserem Lebensweg, da könne nichts schiefgehen. Bevor die Fußwallfahrer wieder ihren Heimweg antraten, wurden einige verdiente Mitpilger geehrt, darunter der langjährige Pilgerführer Sepp Klaus (5. Bild). Abschließend feierten die Pilger vor der Gnadenkapelle eine kurze Marienandacht. Glücklich war "Neupilgerführer" Rupert Hille, dass das Wetter gehalten hatte und dass sich den Oberlandlern heuer sogar zwei Teilnehmer aus Südtirol angeschlossen hatten.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit Maria an der Seite – Wallfahrt aus dem Dekanat Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen

Rund 350 Buspilger aus dem Dekanat Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen in der Diözese Augsburg begrüßte Diakon Thomas Zauner am 20. Mai um 10 Uhr "im Herzen Bayerns" vor der Altöttinger Gnadenkapelle. Mit Kreuz und Fahnen voran zogen die Wallfahrer anschließend singend und betend hinunter in die St. Anna-Basilika, wo sie mit dem Augsburger Generalvikar Msgr. Harald Heinrich (5. Bild, M.) eine hl. Messe feierten. "Wir sind hier, weil wir glauben, dass wir in Altötting ganz nahe am Herzen der Muttergottes sind", erklärte dieser in seiner Begrüßung. "Was Er euch sagt das tut" (Joh 2,5), zitierte Msgr. Heinrich in seiner Predigt den Ausspruch Marias aus dem Evangelium über die Hochzeit in Kana. Nach Jesu Vorgabe zu handeln sei jedoch nicht einfach, schränkte er mit Blick auf das Tagesevangelium "Der Hass der Welt gegen die Jünger" (Joh 15,18ff) ein. Marias Appell, sich an Jesu Worte zu orientieren, gelte "für das ganze Wort Gottes" und damit auch für dessen Prophezeiung zur Verfolgung von Christen, die gerade heute wieder aktuell ist, da "Christen benachteiligt und verfolgt werden wie lange nicht mehr", wie der Prediger feststellte. Angesichts der Verdrängung demokratischer Ordnungen an vielen Orten, angesichts der mutwilligen Verwischung von "Facts und Fakes, Wahrheit und Täuschung" und angesichts der Aushöhlung des Lebensrechts in einer zunehmenden Leistungsgesellschaft rief Msgr. Heinrich die Gläubigen dazu auf, "Position zu beziehen für ein Lebenskonzept, das mit Gott rechnet". Dies verlange "Kraft und Mut", doch Maria ermutige uns zu "einem Leben aus dem Glauben", wie er u.a. mit Verweis auf das Magnificat feststellte. Marienverehrung sei nicht nur der Blick auf das "idyllische Bild der Mutter mit ihrem entzückenden Kind", betonte Msgr. Heinrich und erklärte mit Verweis auf das marianische Antiphon "Salve regina": "Zeige uns Jesus, deinen Sohn – darum geht es." Es gebe das Kreuz, es gebe aber auch die Auferstehung, erinnerte er an den "österlichen Glauben" und betonte: "Nichts ist stärker als das Leben." Wie Maria treu zu ihrem Sohn war, so sollten auch "Christen bleiben, wo andere weggehen". Vor dem Weg in die Zukunft müssten Christen keine Angst haben, "weil wir das tiefe Vertrauen der Gottesmutter haben dürfen, dass Gott uns auf dem Lebensweg begleitet". Wer die Herrlichkeit Gottes erfahren möchte, "der muss auch etwas riskieren", erklärte Msgr. Heinrich und bekräftigte: "Maria ist an unserer Seite." Nach dem musikalisch festlich gestalteten Gottesdienst verweilten die Pilger noch am Gnadenort; nachmittags feierten sie mit Dekan Werner Dippel eine Marienandacht in der Basilika.

Text und Fotos: Michael Glaß

Mit Musikbegleitung – Pferdewallfahrt aus Dietersburg/Baumgarten

Der Organisator der Pferdewallfahrt aus Dietersburg/Baumgarten, Ludwig Mitterbauer (3. Bild, M. und 13. Bild), zeigte sich mehr als zufrieden, als am Sonntagnachmittag, 21. Mai, 17 herrliche Pferdegespanne und 23 Reiter aus dem ober- und niederbayerischen Raum die Gnadenkapelle umrundeten. Neben dem Geläut der Altöttinger Kirchenglocken gab es dieses Mal noch einen musikalischen Gruß von einem besonderen Gast in Altötting obendrauf: Stofferl Well (1. Bild, M.), früher mit den Biermösl Blosn unterwegs und weit über Bayern hinaus bekannt, führte gerade am Gnadenort für die Serie "Strawanzn" im Bayerische Fernsehen Dreharbeiten durch und empfing die Pilger mit zünftiger Musik auf seiner Steirischen Ziehharmonika. Die Altöttinger Delegation mit Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser (2. Bild) und Kreuzlträger Martin Zauner genossen die Einbegleitung sichtlich, denn sie mussten der Pilgergruppe, wie sonst üblich, nicht voranschreiten sondern wurden um die Gnadenkapelle kutschiert, das Gespann gezogen von den beiden Kaltblütern Julena und Julchen. Br. Andreas, der bei der Statio am Kapellplatz nach Anrufung der Tierpatrone um Schutz und Bewahrung vor jeglichem Unheil, die mitgebrachten Pilgerkreuze wie auch Rosse, Reiter und Kutschierer segnete und mit Weihwasser besprengte, erinnerte an "die Verantwortung, die wir gegenüber Gottes Schöpfung haben und die es zu pflegen gilt". Angesichts der herrlichen und gepflegten Rosse hier auf dem Kapellplatz brauche man sich diesbezüglich wohl keine Sorgen machen, war sich Br. Andreas sicher. Und auf das Pilgerziel verweisend: Maria stehe am Gnadenort Altötting im Zentrum, "mit ihr sind wir unterwegs zu Jesus; Maria geht mit uns, ist bei uns und liebt uns!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Pilgerleiter nimmt Abschied – Wallfahrt aus Hohenlinden

Überpünktlich kamen am frühen Sonntagmorgen, 21. Mai, die Fußwallfahrer aus Hohenlinden, 42 an der Zahl, am Heiligtum Unserer Lieben Frau von Altötting an. Zum 40. Mal hatte Heinrich Mittermeier (1. Bild, M.) seine Fußpilger von Haag aus in einer Nachtwallfahrt nach Altötting geführt – heuer zum letzten Mal als Pilgerleiter. "Es geht einfach nimmer", bedauerte er, gesundheitliche Gründe hätten ihn zu diesem Schritt bewogen. Große Sorge bereite ihm darüber hinaus, wie's mit der Wallfahrt weitergehe, denn es habe sich noch kein Nachfolger für die Organisation und Leitung gefunden. Wohl etwas Trost und Zuversicht spendeten da die Begrüßungsworte von Diakon Thomas Zauner, der die Pilger in den Kongregationssaal einbegleitet hatte, und ein Gebet von Bernhard von Clairvaux vortrug, mit dem Verweis und der Gewissheit, dass jeder, der fürbittend Zuflucht bei der Gnadenmutter nehme, auch erhört werde. Gerade in den Tagen um das Pfingstfest, so Zauner, sei am Gnadenort die Wirkung des Hl. Geistes durch die Ankunft der vielen Fußpilger besonders spürbar und der Heilige Geist bekräftige die Menschen, Vieles und Großes zu tun, den Glauben als Missionare in die Welt hinauszutragen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner