Altöttinger Liebfrauenbote

Umfassender Umbau der Klosterkirche St. Konrad bis zum Br.-Konrad-Jubiläum 2018

"Nur überstreichen ist zu wenig"

"Unbefriedigend war vor allem die ganze liturgische Lösung", bringt Kapuzinerpater Br. Norbert Schlenker den Hauptgrund für die bevorstehende Umgestaltung der Klosterkirche St. Konrad auf den Punkt. Ein weiterer kaum weniger wichtiger sei die bessere Zugänglichkeit des Schreins des hl. Bruder Konrad, vor allem auch für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer gewesen. Mit Blick auf das Bruder-Konrad-Jubiläum 2018 habe man sich dann für die große Lösung – Umgestaltung und umfassende Renovierung – entschieden, ergänzt Provinzial Br. Marinus Parzinger: "Nur überstreichen ist uns zu wenig."

Mit der Umgestaltung wird die St. Konradkirche in Altötting ihr Gesicht deutlich verändern – im Bild der von den Kapuzinern genehmigte Entwurf des Künstlers Friedrich Koller.
Mit der Umgestaltung wird die St. Konradkirche in Altötting ihr Gesicht deutlich verändern – im Bild der von den Kapuzinern genehmigte Entwurf des Künstlers Friedrich Koller.

Br. Marinus ist es wichtig zu verdeutlichen, dass es nicht um einen Bruch mit einer vielleicht von vielen liebgewonnenen Kirchengestaltung gehe, sondern um "kontinuierliche Veränderung", da wo sie sinnvoll und notwendig sei. Beim letzten großen Umbau sei beispielsweise 1953-1956 die komplette damalige Einrichtung "verschwunden". Für die Neugestaltung sei man damals aber gut zehn Jahre zu früh dran gewesen, um die Anregungen und Vorgaben des Zweiten Vatikanums umsetzen zu können – etwa die ebenbürtige Präsenz vom Tisch des Mahls (Altar) und Tisch des Wortes (Ambo). Auch sei der jetzige Altar über der Br.-Konrad-Reliquie mit seinen rundum verlaufenden, relativ schmalen und steilen Stufen ein ständiger Gefahrenpunkt für die Zelebranten.

Sportlicher Zeitplan

Blick auf die St. Konradkirche von außen.
Blick auf die St. Konradkirche von außen.
Blick in das Innere der Kirche vor der Renovierung.
Im Inneren sind umfassende Renovierungsarbeiten geplant.
Blick auf den Bruder Konradschrein.
Blick auf den Br. Konradschrein.

Schon bald geht es los und der Zeitplan ist "sportlich", wie alle Beteiligten betonen: Die Innenrenovierung und Umgestaltung der Bruder-Konrad-Kirche beginnt am Montag nach Fronleichnam, am 19. Juni 2017. Die Wiedereröffnung mit Altarweihe ist auf das Bruder-Konrad-Fest am 21. April 2018 terminiert. Während der Renovierungszeit sind die Gottesdienste, die üblicherweise in St. Konrad stattfinden, in die Wallfahrtsbasilika St. Anna verlegt. Dort wird auch der Schrein des heiligen Bruder Konrad in dieser Zeit seinen Platz finden.

Der Laufener Künstler Friedrich Koller – ebenso wie Bauleiter Manfred Schwaiger schon bei der Generalsanierung der St. Anna-Basilika tätig – wird insgesamt elf liturgische Einrichtungsgegenstände neu schaffen, darunter Altar, Ambo, Tabernakel und das große Kreuz, das im Torbogen hängend seinen Platz finden soll. Letzteres zeigt auf der dem Hauptschiff zugewandten Seite das Karfreitags- und auf der anderen Seite das Ostergeschehen. Ambo und Tabernakel sind drehbar, so dass Gottesdienste für kleinere Gruppen direkt am Schrein des hl. Br. Konrad ermöglicht werden.

Dadurch, dass die bisherige wuchtige Altarinsel abgebaut wird, entsteht Platz für jeweils vier neue Bankreihen rechts und links im Hauptschiff – schließlich ist die Konradkirche nach der Gnadenkapelle die am meisten frequentierte Kirche am Wallfahrtsort Altötting.

Die Kreuzigungsgruppe von Siegfried Moroder erhält einen neuen Platz im Kirchenschiff über dem seitlichen Portal zum Klostergang hin. Ein Relief an der Stirnseite mit dem Motiv des himmlischen Jerusalems mit den zwölf Toren der heiligen Stadt und dem Lamm soll theologisch die Themen der Glasfenster weiterführen: der im letzten Fenster als der im Himmel verklärte Heilige wird zum Pförtner auch in der Heiligen Stadt. Dort an der Stirnseite des Chorraumes ist auch ein zweigeteiltes Lucernar vorgesehen, so dass die Gläubigen in der Nähe des Schreines mit den Reliquien des hl. Bruders Konrad Opferkerzen anzünden können.

In der ganzen Kirche werden die Steinplatten des Fußbodens überarbeitet. Die Glasfenster mit Bildern aus dem Leben des heiligen Bruders Konrad werden erhalten, fachmännisch gereinigt und leicht verbessert. Ein neuer Anstrich der Wände wird den Raum aufhellen. Auch zwei Beichtstühle werden schalldicht erneuert.

Im technischen Bereich ist eine Gesamterneuerung der Elektrik- und der Lautsprecheranlage vorgesehen sowie eine Modernisierung der Heizungsanlage.

Die Kostenschätzung für die Gesamtsanierung beläuft sich auf 1,5 bis zwei Millionen Euro. Zur Unterstützung der Renovierung und der Umgestaltung hoffen die Kapuziner auf Spenden aus der Bevölkerung und von den Wallfahrern. Wie bei der Generalsanierung der Basilika wird es auch wieder die Möglichkeit geben, für bestimmte Kunstwerke und Einrichtungsgegenstände Patenschaften zu übernehmen. Der Altöttinger Liebfrauenbote wird die Umgestaltung kontinuierlich begleiten und über wichtigen Etappen berichten.

Text: Wolfgang Terhörst, Fotos: Friedrich Koller (oben), Roswitha Dorfner: 3