Altöttinger Liebfrauenbote

Passauer Diözesanjugend-Fußwallfahrt nach Altötting

"Einheit in Vielfalt"

Der April – der Monat mit den unterschiedlichsten Wetterkapriolen – hielt heuer ein, was er verspricht. Davon konnten auch die Teilnehmer an der großen Passauer Diözesanjugend-Fußwallfahrt von 28. bis 30. April ein Lied singen und trotzdem: Das nasskalte, nicht gerade für eine Wallfahrt einladende Dauerregen-Wetter ließ tausende von jugendlichen und junggebliebenen Wallfahrer/Innen nicht davon abhalten, sich gemeinsam auf den Weg nach Altötting zu machen. Unter dem Motto "Zukunftszeit – Einheit in Vielfalt" legten die Fußpilger in zwei Tagen etwa 90 km zurück.

Einzug der Pilger in Altötting.
Einzug der Pilger in Altötting.

So manche "hartgesottene" Fußpilger gingen bereits am Donnerstag, 27. April, u.a. von den Orten Regen/Grafenau im Bayerischen Wald aus los, um sich einer der Routen ab Passau oder Osterhofen anzuschließen, darunter auch Hubertus Sterflinger, Jugendseelsorger für das Dekanat Altötting. "Es war unglaublich, auf der 52 km Wegstrecke von Grafenau nach Passau hatte es sogar geschneit und das Ende April, wo man eigentlich schon mit Frühling rechnet", wie er berichtete. Drum war es für ihn umso erstaunlicher wie auch erfreulich, dass sich heuer trotzdem so viele der Passauer Diözesanjugend-Fußwallfahrt angeschlossen hatten, nach Schätzungen trafen am späten Samstagnachmittag gegen 17.30 Uhr um die 6.500 Wallfahrtsteilnehmer in Altötting ein.

"Wir sind eine Familie, wir gehören zusammen"

Bischof Stefan Oster mit jungen Pilgern.
Bischof Stefan Oster mit jungen Pilgern.

Selbst Diözesanbischof Dr. Stefan Oster hatte es sich nicht nehmen lassen, sich am zweiten Pilgertag der Passauer Gruppe von Marktl/Stammham aus auf der letzten Wegetappe anzuschließen; er marschierte in einer Gruppe mit vielen Erstkommunionkindern und Firmlingen. Des Bischofs inniges Gebet für die Wallfahrtsteilnehmer, besonders um besseres Pilgerwetter, wurde erhört: "wenn auch erst am zweiten Tag", wie der Passauer Diözesanbischof schmunzelnd bemerkte.

In den brandenden Applaus und nicht endenden Jubel bei der Ankunft auf dem Kapellplatz mischte sich das Willkommens-Geläut der Altöttinger Kirchenglocken. Ebenso herzlich war der Empfang von Seiten der Altöttinger Delegation u.a. mit Bürgermeister Herbert Hofauer, den beiden Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl und Kapuzinerpater Norbert Schlenker. Die Musikgruppe "David" aus Triftern unter Leitung von Edith Lirsch sorgte in der Basilika für "aufgeheizte" Stimmung und nicht endende La-Ola-Wellen. "Wir sind eine Familie, wir gehören zusammen", freute sich Diözesanbischof Oster beim Vorabendgottesdienst mit zahlreichen Konzelebranten, darunter Passaus Generalvikar Dr. Klaus Metzl, Domdekan Dr.Hans Bauernfeind, Domkapitular Gerhard Auer, Jugendpfarrer Wolfgang de Jong und die beiden Altöttinger Wallfahrtsrektoren.

"Unsere Herzen für die Sache des Glaubens zum Brennen bringen"

Ein junger Pilger mit Kreuz.
Ein junger Pilger mit Kreuz.
Eindruck vom traditionell sehr kreativ gestalteten Gottesdienstes am Sonntag.
Eindruck vom traditionell sehr kreativ gestalteten Gottesdienstes am Sonntag.

"Zukunftszeit – Einheit in Vielfalt", stelle besonders die Frage nach Zeit in den Vordergrund und dieser ging Bischof Stefan nach anhand des Johannes-Evangeliums, da sich Jesus nach seiner Auferstehung von den Toten zum dritten Mal den Jüngern offenbarte. Als wichtigsten "Zeit-Punkt" nannte der Diözesanbischof das Erkennen von Jesus als den Auferstandenen, nicht nur mit den äußeren Augen, sondern mit den inneren. Auch die gemeinsame Wallfahrt einer Glaubensgemeinschaft bringe zeitlichen Durchblick: "Ich gehe zu Jesus, wir gehören in Einheit und Vielfalt zusammen, wir sind bei Jesus daheim, wir gehören zu Ihm!" "Auf Wallfahrt", so resümierte Bischof Oster, "sind wir in ein 'Wir' hineingewachsen als Kinder Jesu im Reich des Vaters!" Feierlich klang dann der Samstagabend mit der stimmungsvollen Lichterprozession zur Gnadenkapelle aus.

Am Sonntagsgottesdienst in der St. Anna-Basilika mit Diözesan-Jugendpfarrer Wolfgang de Jong in Konzelebration mit Altöttings Kapuzinerpater Andreas Kaiser und Kaplan Benedikt Oswald aus Hauzenberg beteiligten sich neben den Teilnehmern an der Passauer Jugendwallfahrt auch viele Gottesdienstbesucher vom Altöttinger Initiativkreis Junge Wallfahrt. Für die rhythmische, musikalische Gestaltung zeichnete sich erneut die Musikgruppe "David" verantwortlich. "Miteinander feiern, den Glauben feiern, auch Jesus als Sieger", darin sah Pfr. de Jong den Sinn einer Wallfahrt. Den Wunsch "unsere Herzen für die Sache des Glaubens zum Brennen zu bringen" gab de Jong den Gottesdienstbesuchern mit auf den Weg, denn "gemeinsam unterwegs sein auf Wallfahrt, da passiert viel Wunderbares. Im Hören und Zuhören erleben wir Auferstehung, die Begegnung mit dem Auferstandenen Herrn."

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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