Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Rund um den 1. Mai, wenn in Altötting die Wallfahrtssaison offiziell eröffnet wird, kommen alljährlich zahlreiche Pilgergruppen ins "Herz Bayerns" – eine kleine Auswahl:

Christusbegegnung – Fußwallfahrer aus Mitterskirchen und Unterdietfurt

"Ihr habt Euch aufgemacht, um zur Muttergottes zu gehen", so Kapuzinerpater Ludwig Wörles Begrüßungsworte an die Fußwallfahrer aus Mitterskirchen und Unterdietfurt, die gemeinsam mit P. Michael George am 29. April in Altötting Einzug hielten. Mit Verweis auf das Wallfahrtsmotto riet P. Ludwig, gemeinsam "mit Maria den Blick auf Jesus zu richten, der gekommen ist, die Welt zu erlösen". Mit Maria geschehe Christusbegegnung, wie auch beim Pilgergottesdienst, der im Anschluss mit P. Michael George feierlich in der St. Anna-Basilika begangen wurde.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Maria kennt die Lösung – Pilger aus der Pfarrei Hl. Kreuz in Kelheim

"Maria hatte Euch schon beim Abmarsch im Blick", versicherte Wallfahrtsrektor und Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl den rund 300 Pilgern aus der Pfarrei Hl. Kreuz in Kelheim, als er diese am 29. April in der Stiftspfarrkirche begrüßte. Auch wenn die meisten mit einem Rucksack voller Sorgen losmarschiert sind – die Gottesmutter wisse nicht nur um all diese Sorgen, sie kenne auch deren Lösung, zeigte sich Prälat Mandl überzeugt; er appellierte: "Geht in die Gnadenkapelle, Maria zeigt Euch die Lösung!" Anschließend feierte Pfr. Leszek Smaglinski in der Stiftspfarrkirche eine hl. Messe mit den Pilgern. Die Wallfahrer aus Kelheim waren nach sechsstündigem Fußmarsch (von Massing aus) um die Mittagszeit im "Herzen Bayerns" angekommen. Das Pilgerwetter war nur mittelmäßig: Kalte 1° C hatte es bei Abmarsch um 6 Uhr früh, wie einige Teilnehmer berichteten, doch wenigstens hatte es bis kurz vor Ankunft in Altötting nicht geregnet.

Text und Fotos: Michael Glaß

Glaubensgemeinschaft – Fußpilger aus Offenstetten

Am 29. April um 5.30 Uhr brachen die Fußpilger aus Offenstetten von Massing aus auf, um 6.30 Uhr machten sich die Emmersdorfer Fußwallfahrer ab Eggenfelden auf den Weg. Als beide Gruppen um die Mittagszeit ankamen, ging ein gewaltiger Regen- und Graupelschauer nieder. Gemeinsam zogen sie dann, einbegleitet von Kapuzinerpater Br. Georg Greimel, zum Kongregationssaal. Dieser war jedoch noch mit einer anderen Pilgergruppe "besetzt". Nach einer kurzen Wartezeit konnte Br. Georg die beiden Pilgergruppen Willkommen heißen und entschuldigte die kleine Panne: Da jede Stunde eine hl. Messe mit Pilgergruppen gefeiert werde, die einen früher, die anderen später am Gnadenort einträfen, verlaufe das oft nicht ganz reibungslos. Das gemeinsame Pilgern bezeichnete Br. Georg als ein Bild für die Kirche. Denn diese müsse in Bewegung bleiben; als Wegbegleiter habe sie keinen geringeren als den auferstandenen Herrn, der uns als Vermächtnis hinterlassen habe: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Guter "Draht nach oben" – Fußpilger aus Malgersdorf

Bedenklich ging auch der Blick von Pilgerleiter Franz-Xaver Guggenberger am 29. April gegen 2 Uhr gen Himmel, als sich wegen der Schlechtwetter-Prognose nur wenige Fußpilger aus Malgersdorf auf den Weg mit dem Ziel Altötting machten, und das nicht grundlos: hatte es doch tags zuvor bis spätabends ununterbrochen geregnet. Doch anscheinend haben die Malgersdorfer einen guten Draht nach oben, wie Guggenberger bei der Ankunft am Gnadenort erleichtert berichtete. Kein Tropfen fiel während der Fußwallfahrt vom Himmel, nur war es für die Jahreszeit zum Fußpilgern relativ kühl. Mit dem Bus kamen noch einige Pfarrangehörige nach, darunter viele Erstkommunionkinder sowie die beiden Priester Pfr. Josef Chen und Pfr. Josip Vidic, um nach dem feierlichen Einzug mit Kreuz und Fahne über den Kapellplatz zur St. Konradkirche Pilgergottesdienst zu feiern. Zuvor sprach Kapuzinerpater Alexander Madathil, Vikar von St. Konrad, herzliche Grußworte. Dabei verwies er auf die über 500jährige Wallfahrtstradition am Gnadenort der Gottesmutter. P. Alexander wünschte eine gute Andacht und viel Herzensfreude um gestärkt und mit frischem Mut wieder heimzukehren. "Wenn es geht, kommt wieder nach Altötting!", so die freundliche Einladung des Kapuzinerbruders.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Seit 15 Jahren kein Regen – Fuß-Wallfahrt aus Obergangkofen

"Es hat noch nie geregnet seit ich Pilgerführer bin", erzählte Thomas Selmeier (4. Bild, l.) – und es sind jetzt immerhin schon 15 Jahre, dass er die jährliche Wallfahrt aus Obergangkofen nach Altötting organisiert. Allerdings war es heuer ziemlich knapp: Wie jedes Jahr gingen einige Pilger – heuer waren es 15 – die gesamte Strecke die ganze Nacht hindurch und diese hatten Glück: Eine Viertelstunde bevor sie am 28. April um 22 Uhr losgingen hörte es zu regnen auf. Und der Regen blieb aus, auch als sich am 29. April die anderen der insgesamt rund 80 Pilger nach und nach in Vilsbiburg, in Neumarkt St. Veit und in Winhöring anschlossen. Br. Ernst-Konrad Mackenbrock empfing die Pilger und geleitete sie zur Gnadenkapelle, wo er sie begrüßte und mit ihnen ein "Gegrüßet seist Du, Maria" betete. Mit Dekan Alexander Blei feierten die Wallfahrer nachmittags eine hl. Messe in St. Konrad.

Text und Fotos: Michael Glaß

Ein Selbstläufer – Blaibacher Fuß-Wallfahrt

Diese Wallfahrt sei "irgendwie ein Selbstläufer", freute sich Wolfgang Eckl (1. und 2. Bild, r.), der Leiter der Blaibacher Wallfahrt, im Gespräch mit dem "Boten". Über 150 Teilnehmer seien es auch heuer gewesen, es kämen immer wieder neue hinzu, junge Leute und auch ältere, erzählte er. Wie er das schafft? Ein Geheimrezept gebe es nicht, erklärte Wolfgang Eckl. Viele sagten, es gefalle ihnen, dass auf der Wallfahrt viel gebetet und gesungen werde. Natürlich seien auch Werbung und Mundpropaganda sowie eine gute Organisation wichtig. Auch das Wetter hat bei der diesjährigen Wallfahrt am 29. April mitgespielt. Nach 33 km langen Marsch – um 6.15 Uhr waren die Pilger in Falkenberg aufgebrochen, gegen 15.30 Uhr kamen sie in Altötting an – fanden sich alle trockenen Fußes an der Gnadenkapelle ein. Dort begrüßte sie der stellvertretende Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker und sang mit ihnen der Gottesmutter zu Ehren ein "Salve regina" und betete mit ihnen das Altöttinger Pilgergebet "Oh Maria hilf". Mit Pfr. August Sperl feierten die Blaibacher am Abend eine hl. Messe in St. Konrad.

Text und Fotos: Michael Glaß

Getröstet durch Maria – Fußpilgergruppe aus Prutting/Mariä Himmelfahrt und Schwabering/St. Peter

Es ist schon lange Jahre Tradition, dass sich alljährlich eine Fußpilgergruppe aus Prutting/Mariä Himmelfahrt und Schwabering/St. Peter von Obing aus auf den Weg nach Altötting macht – auch heuer am 29. April, Abmarsch war um 6 Uhr. Pilgerleiter Martin Voggenauer vermutet, dass dieser Wallfahrt ein Gelöbnis von Kriegsheimkehrern zugrunde liegt. Die Glocken läuteten ihren Willkommensgruß, als die Pilger um 16 Uhr am Kapellplatz eintrafen und die Gnadenkapelle umrundeten. Die Gnadenmutter verstehe es durch ihr Verständnis und durch ihre Liebe, unser Leben hoffnungsvoll im Glauben zu stärken, damit wir getröstet, erleichtert und zuversichtlich den Heimweg und unseren Lebensalltag antreten können, machte Kapuzinerpater Br. Sunil Kachappally den Fußpilgern bei der kurzen Statio vor der Gnadenkapelle Mut.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Abschiedswallfahrt – Fuß- und Buspilger aus dem Pfarrverband Pilsting-Großköllnbach-Parnkofen

Es war wohl für Dekan BGR Johann Ammer (9. Bild, r.) heuer sein schwerster Gang, als er am 30. April gegen 8 Uhr mit "seinen" Fuß- und Buspilgern aus dem Pfarrverband Pilsting-Großköllnbach-Parnkofen die Gnadenkapelle umrundete und in die St. Anna-Basilika einzog. Voran gingen der Kreuzträger und 70 Ministranten – ein wahrlich festlicher Anblick. Doch für den beliebten Pfarrer und Dekan Ammer hieß dieser Pilgerweg zugleich Abschiednehmen – nicht nur von seinem Pfarrverband, sondern von einer langjährigen Pilgertradition, denn er folgt dem Ruf seines Regensburger Diözesanbischofs Rudolf Voderholzer mit dem Wechsel ins Regensburger Domkapitel. Schließlich war Dekan Ammer derjenige, der alljährlich seine vielen Ministranten eigenhändig mit dem Bus nach Altötting chauffierte. Gemeinsam mit P. Anish Jacob und seinen Pfarreienangehörigen feierte Dekan Ammer in der St. Anna-Basilika einen Pilgergottesdienst, dankte den 67 Fußpilgern unter Leitung von Albert Pöschl für das zweitägige Glaubenszeugnis unterwegs und fürs Ankommen, in der Gewissheit, dass der Herr auch will, dass wir kommen. Jeder habe "das Seine" mit hierhergebracht, zur Gottesmutter Maria, die uns zu ihrem Sohn führt, dem Wallfahrtsziel und Endziel auf unserem Lebensweg.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Dank für 40 Jahre Pilgerleitung – Sünchinger Fuß-Wallfahrt

"Willst du fröhlich sein, dann klatsche in die Hand ... greif dir eine Hand" – der Möglichkeiten positive Stimmung und Fröhlichkeit durch dieses Lied auszudrücken gibt es viele und der geistliche Pilgerleiter der Sünchinger Fußwallfahrer, Pfarrer Peter König (7. und 9. Bild, M.) aus Vilsbiburg, stimmte es bei der Ankunft am Pilgerziel nach zweitägiger Fußwallfahrt und Einzug über den Kapellplatz, am 30. April freudig an. Ein extra "Gegrüßet seist du Maria" zum Dank wurde dann bei der kurzen Statio vor der Gnadenkapelle für Pilgerleiter Helmut Krottenthaler (7. und 9. Bild, r.) gebetet, der, wie Pfr. König verkündete, 40 von den 143 Fußwallfahrten nach Altötting geleitet hat, genaugenommen die ganze Familie Krottenthaler. Herzlich bedankte sich Kapuzinerpater Heinrich Grumann bei den Sünchinger Fußpilgern, denn 115 Wallfahrtsteilnehmer hätten den beschwerlichen Weg auf sich genommen, so manche/er trotz Blasen an den Füßen. Vor dem Pilgergottesdienst im Kongregationssaal – musikalisch gestaltet von der Sünchinger Stubn-Musik – sprachen die Sünchinger nach alter Pilgertradition kniend vor der Gnadenkapelle ein Pilgergebet fürbittend zur Gnadenmutter.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Bittgang am 1. Mai – Fußpilger aus dem Pfarreienverband Mauerberg-Burgkirchen am Wald-Tüssling-Heiligenstatt

Früh aufstehen mussten die Fußpilger vom Pfarreienverband Mauerberg-Burgkirchen am Wald-Tüssling-Heiligenstatt, die an der traditionellen Wallfahrt am 1. Mai nach Altötting teilnahmen. Um 5.30 Uhr brachen sie auf von der Kirche in Heiligenstatt und gingen unter der geistlichen Leitung von Kaplan Vincent – das Vortragskreuz voraustragend und gemeinsam betend – den Kreuzweg entlang. Nach sieben Kilometer Fußweg und Ankunft am Kapellplatz läuteten die Altöttinger Kirchenglocken ihren Pilger-Willkommensgruß. Diakon Thomas Zauner dankte fürs Kommen und begleitete die Wallfahrtsteilnehmer zur Stiftspfarrkirche. "Wenn man zu Maria geht, geht man automatisch zu Jesus, denn Maria führt zum Herrn", verwies Diakon Zauner aufs diesjährige Wallfahrtsmotto. Beim anschließenden Gottesdienst betonte Pfr. Hermann Schächner die Bedeutung des Festes Patrona Bavariae für Maria als unsere Schutzfrau und Fürsprecherin.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit Salutschüssen begrüßt – Fußpilger aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Gangkofen

Mit Salutschüssen wurden heuer am 1. Mai die insgesamt 511 Pilger aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Gangkofen begrüßt; diese ertönten just in dem Moment, als sie am Kapellplatz einmarschierten – wenn auch eher zufällig: die Salutschüsse waren eigentlich für Kurienkardinal Kurt Koch gedacht, der nach dem feierlichen Pontifikalamt zur Eröffnung der Altöttinger Wallfahrtssaison im Rathaus empfangen wurde. Verdient haben die Pilger aus Niederbayern diese Ehren jedoch auch selbst, allein schon deshalb, weil sie auch heuer wieder über 500 Teilnehmer für ihre traditionelle Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau in Altötting begeistern konnten. Außerdem, weil sie die letzten Jahre stets mindestens eine Viertelstunde vor der St. Anna-Basilika warten mussten, bis die Festmesse beendet war und sie selbst dort einziehen konnten; dieses Mal waren es die "hohen Gäste" am Wallfahrtsort, die vor dem Rathaus Spalier standen und den langen Zug an der Gnadenkapelle vorbei bewunderten. Kapuzinerpater Ludwig Wörle begleitete die Pilger über den Kapellplatz zur Basilika, wo er sie mit dem Lied "Salve regina" und einem Dankgebet begrüßte. "Wir sollten gemeinsam mit Maria auf Christus blicken", empfahl er den Wallfahrern. Mit Pfr. Jakob Ewerling feierten sie auch heuer eine hl. Messe in der Basilika.

Text und Fotos: Michael Glaß

Im Vertrauen auf Maria – Fußpilger aus Hölsbrunn/Pfarrei Maria vom Berg Karmel

Kurz nach dem Mittagsläuten am Festtag Patrona Bavariae, 1. Mai, zogen die 70 Fußpilger aus Hölsbrunn/Pfarrei Maria vom Berg Karmel den Kapuzinerberg herauf und wurden nicht nur von Kapuzinerpater Bruder Sunil Kachappally, sondern vom Geläut der Altöttinger Kirchenglocken am Wallfahrtsort herzlich Willkommen geheißen. Die Familien Werner und Hans Denk (Zweiterer als Pilgerleiter) haben auch heuer wieder die Traditionswallfahrt organisiert, pausiert wurde in Wald bei Holzen. "Ihr seid am Ziel angelangt, bei der Gnadenmutter und beim hl. Bruder Konrad", dankte Br. Sunil fürs Kommen, "40 Kilometer zu Fuß unterwegs, Respekt!" Im Vertrauen auf die Gnadenmutter, die sich immer wieder für uns einsetze,wie der Kapuzinerpater bekräftigte, feierten dann die Hölsbrunner mit Pfarrer Dr. Joy Madappally einen Pilgergottesdienst im Kongregationssaal.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner