Altöttinger Liebfrauenbote

Bischof Stefan Oster eröffnet Fatima-Ausstellung im Haus Papst Benedikt XVI.

"Mitleiden, bitten, beten"

Bischof Stefan Oster hat am 1. Mai die Ausstellung "100 Jahre Fatima – Mit Maria zu Jesus" im "Haus Papst Benedikt XVI. – Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum" eröffnet. In 17 Schautafeln schildert sie die Ereignisse rund um den portugiesischen Wallfahrtsort, der heuer am 13. Mai sein 100-jähriges Jubiläum feiern wird. Die Eröffnung zeigte auf: die Erscheinungen von Fatima geben den Menschen Hoffnung, enthalten aber auch ein paar Punkte, "die man gar nicht so gerne hört", wie Bischof Oster feststellte.

Bischof Stefan Oster bei der Begrüßung.
Bischof Stefan Oster bei der Begrüßung.

Bischof Oster nannte mit dem Begriff der Sühne und mit dem Rosenkranz-Gebet "zwei Schwerpunkte" der Botschaft von Fatima, die nicht gerade sehr hoch im Kurs stünden, dennoch aber Hoffnung schenkten. Am Beispiel einer Mutter, die sich für ein krankes Kind "aufopfert" und dadurch dessen Heilungsprozess beschleunige, erklärte er, dass das "stellvertretende (Mit-)Leiden, Bitten, Beten und Kämpfen" für Andere eine der tiefen Wahrheiten des Christentums sei; Bischof Oster: Solange die Kirche bitte und bete, bleibe die Welt bestehen – auch dies sei eine zentrale Botschaft der Marienerscheinungen von Fatima.

Außerdem hob der Bischof den Aufruf in den Fatima-Botschaften zum Rosenkranz-Gebet hervor. Oft seien es die einfachsten Dinge, die eine Gemeinschaft zusammenhalten und den Glauben bewahren, schilderte er anhand einer Geschichte über eine katholische Gemeinde in China, die – obwohl unterdrückt und Jahrzehntelang ohne Priester – dank des Brauchs, regelmäßig den Rosenkranz zu beten, katholisch geblieben sei.

"Immer dieselbe Muttergottes, die zu den Menschen spricht"

Pfr. Jörg Fleischer zeigt Kardinal Kurt Koch die Vitrine mit der Schürze von Jacinta.
Pfr. Jörg Fleischer zeigt Kardinal Kurt Koch die Vitrine mit der Schürze von Jacinta.

Prälat Günther Mandl, der die Gäste der Ausstellungs-Eröffnung – darunter u.a. Kurienkardinal Kurt Koch und Bischof em. Schraml – herzlich begrüßte, freute sich über die nunmehr vierte Sonderausstellung im Haus Papst Benedikt XVI. in seiner dreijährigen Amtszeit als Wallfahrtsrektor. Prälat Mandl stellte auch Pfr. Jörg Fleischer vor, der die Ausstellung zusammengestellt hat: Einen Besseren als den Pfarrer von Rotthalmünster, der den portugiesischen Wallfahrtsort bereits 25 Mal besucht habe, "hätten wir nicht finden können".

Pfr. Jörg Fleischer selbst betonte, es sei an Marienwallfahrtsorten "immer dieselbe Muttergottes, die zu den Menschen spricht". Zentrale Botschaft sei "ihre mütterliche Sorge um das Heil der Menschen", knüpfte er an die Gedanken von Bischof Stefan Oster an. Die enge Verbundenheit der beiden Wallfahrtsorte Altötting und Fatima – beide sind etwa in der Arbeitsgemeinschaft "Shrines of Europe" miteinander verbunden – erklärte er mit dem Hinweis: "Wenn ein Marien-Heiligtum die Muttergottes feiert, dann feiern alle anderen Heiligtümer mit." Außerdem zitierte er aus der Predigt des emeritierten Papstes Benedikt XVI. bei dessen Fatima-Besuch 2010: "Wer glaubt, die Mission Fatimas sei beendet, der irrt." Auch Benedikt XVI. habe stets betont, dass die Fatima-Botschaft vor allem auf die Tugenden Glaube, Hoffnung, Liebe verweise.

Insgesamt 17 Schautafeln

Gefäß mit drei Reliquien aus Fatima.
Gefäß mit drei Reliquien aus Fatima.

Ausführlich erläuterte Pfr. Jörg Fleischer in seinem Vortrag die insgesamt 17 Schautafeln, die in Texten und vielen Bildern u.a. von den Marienerscheinungen, den drei Seherkindern, von den "drei Geheimnissen" von Fatima, von den Beziehungen der Päpste zu dem portugiesischen Wallfahrtsort und von der Verbreitung der Botschaft von Fatima in heutiger Zeit erzählen. Höhepunkt der Ausstellung sind außerdem eine Vitrine mit zwei kostbaren Reliquien, darunter die Blutreliquie von Papst Johannes Paul II. vom Attentat 1981, sowie eine weitere Vitrine mit einer Schürze von Jacinta Marto, welche die Seherin bei einer der Erscheinungen getragen habe – Papst Franziskus wird Jacinta und einen weiteren Zeugen der Marienerscheinungen, ihren Bruder Francesco Marto, bei seinem Fatima-Besuch am 13. Mai heiligsprechen.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Die Ausstellung ist von 1. Mai bis 17. Dezember 2017 zu folgenden Zeiten geöffnet: Mai bis Okt.: Di-So 10-16 Uhr - 1. bis 24. Nov. geschlossen - 25. Nov. bis 17. Dez.: Mo-Fr 13-18 Uhr; Sa u. So 10-18 Uhr.

Impressionen

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Vitrine mit der Schürze von Jacinta.
Vitrine mit der Schürze von Jacinta.
Pfr. Jörg Fleischer mit Besuchern.
Pfr. Jörg Fleischer (2.v.l.) mit Besuchern.
Besucher informieren sich über die drei Seherkinder.
Besucher informieren sich über die drei Seherkinder.