Altöttinger Liebfrauenbote

Wallfahrtsjahr in Altötting feierlich eröffnet – Kurienkardinal Kurt Koch zu Gast

Maria – die Mitte unseres Glaubens

Johann Mangstl ist gerade mit seinem Fahrrad auf dem Altöttinger Kapellplatz angekommen. Der 83-Jährige ist schon am frühen Morgen die 15 Kilometer von seinem Wohnort Annabrunn bei Polling in den Gnadenort geradelt und hat unterwegs den Rosenkranz gebetet – wie so oft. Jetzt zieht es ihn wie Hunderte anderer Pilger in die päpstliche Basilika St. Anna zu einem ganz besonderen Gottesdienst.

Einzug in die Basilika: Bischof Stefan Oster, Kardinal Kurt Koch, Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, Diakon Thomas Zauner mit der Gnadenbild-Kopie, Bischof em. Wilhelm Schraml, Domdekan Hans Bauernfeind, Generalvikar Klaus Metzl.
Einzug in die Basilika (v.l.): Bischof Stefan Oster, Kardinal Kurt Koch, Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, Diakon Thomas Zauner mit der Gnadenbild-Kopie, Bischof em. Wilhelm Schraml, Domdekan Hans Bauernfeind, Generalvikar Klaus Metzl.

Traditionell wird nämlich mit Beginn des Marienmonats am 1. Mai und damit am Hochfest der Patrona Bavariae in Altötting auch die Wallfahrtssaison eröffnet. Und dies erlebten die Gläubigen in äußerst feierlicher Form bei einem Pontifikalgottesdienst in der päpstlichen Basilika St. Anna. Am Altar standen Kurt Koch aus Rom, Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche und Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, sowie Bischof Dr. Stefan Oster SDB, Bischof em. Wilhelm Schraml, die beiden Altöttinger Wallfahrtsrektoren Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl und Guardian P. Norbert Schlenker OFM
Cap, Generalvikar Dr. Klaus Metzl, Seelsorgeamtsleiter und Domdekan Dr. Hans Bauernfeind und weitere Konzelebranten. Mit erhebender Musik der Messe in B-Dur von Franz Schubert gestalteten Kapellchor, Orchester und Solisten unter der Leitung von Stiftskapellmeister Max Brunner den Gottesdienst musikalisch.

"Erfahrung von Weltkirche"

Kardinal Kurt Koch bei seiner Predigt in der Basilika, darunter ...
Kardinal Kurt Koch bei seiner Predigt in der Basilika, darunter ...
... segnet er ein kleines Kind.
... segnet er ein kleines Kind.

Im restlos gefüllten Gotteshaus freute sich Wallfahrtsrektor P. Norbert Schlenker OFMCap über die "Erfahrung von Weltkirche", als er den Kardinal aus Rom willkommen heißen konnte, der unmittelbar von der Pastoralreise  mit Papst Franziskus aus Ägypten nun nach Altötting gekommen war. Und der Kurienkardinal griff in seiner tiefen, richtungweisenden Predigt das Wallfahrtsleitwort 2017 "Mit Maria zu Jesus" auf: "Am Kreuz schenkt Jesus uns seine Mutter, die nichts anderes will, als uns zu Jesus Christus, ihrem Sohn, zu führen. Beides gehört unlösbar zusammen. Maria führt uns zu Jesus und er schenkt uns Maria, damit auch wir immer mehr Maria werden. Wie Gott in Maria Wohnung genommen hat, so sind auch wir Christen heute berufen, Gottes Wohnung in der Welt zu sein. Damit leuchtet der tiefste Sinn der Wallfahrt zur Gnadenkapelle in Altötting auf, die heute eröffnet wird. Wir sind eingeladen, mit unseren Anliegen und Sorgen zu Maria zu kommen, im Vertrauen darauf, dass sie sie vor Christus tragen wird. Und in der Gnadenkapelle übergibt Christus auch uns heute seine Mutter, damit wir immer mehr wie Maria werden: Gottes Wohnung in der Welt!"

Vor Beginn des Gottesdienstes waren die Geistlichen mit den weltlichen Ehrengästen sowie Fahnenabordnungen der Vereine und Verbände in einer Prozession mit der Kopie der Schwarzen Madonna, der Gnadenmutter Altöttings, von der Gnadenkapelle zur St. Anna-Basilika gezogen. Nach dem Schlusssegen erfolgte wiederum die Rückübertragung in einem eindrucksvollen Umzug, bei dem die Sonne auf den Wallfahrtsort herableuchtete. Dabei schüttelte Kurienkardinal Kurt Koch viele Hände, segnete Kinder. Bei der Gnadenkapelle angekommen, gab es spontanen, herzlichen Applaus von den Gläubigen. Beim "Bad in der Menge" wurde der Kardinal aus Rom gar nochmals "befördert", als ihn ein Altöttinger mit "Majestät" (statt Eminenz) ansprach.

"Maria tut einfach ihren Dienst und glaubt, Tag für Tag, jahrelang. Ihr Ja ist nicht nur ein Ja, es ist ihr Leben."

Bischof Stefan Oster bei der nachmittäglichen Vesper.
Bischof Stefan Oster bei der nachmittäglichen Vesper.

Bei der nachmittäglichen Pontifikalvesper in der Stiftspfarrkirche St. Philipp und Jakob knüpfte Bischof Dr. Stefan Oster SDB an die "reichen, tiefen Worte der Predigt" von Kurt Kardinal Koch an, in denen es um das große Geschenk ging, das Gott den Menschen mit Maria als Mutter gegeben habe: "Maria tut einfach ihren Dienst und glaubt, Tag für Tag, jahrelang. Ihr Ja ist nicht nur ein Ja, es ist ihr Leben. Sie bleibt dabei, sie steht da und glaubt. Auch als Jesus gequält, verspottet und ans Kreuz geschlagen wird. Sie ist die Mitte unseres Glaubens. Jeder von uns hat auch Zeiten, in denen es schwer wird. Stellen wir uns in das Ja der Muttergottes rein. Mit ihr zusammen erhalten wir die Gewissheit: Ja, es stimmt, er lebt! Mit der Muttergottes geben wir unser Ja als Antwort und wollen glauben!"

"Mit Maria zu Jesus"

Pilger in der Basilika mit Marienfahnen.
Marienfahnen in der Basilika.

Das Wallfahrtsjahr 2017 hat es in sich: Am 13. Mai 1917 hatten im portugiesischen Dorf Fatima die Marienerscheinungen begonnen. Heuer jährt sich dieses Ereignis zum 100. Mal. Und so soll das Wallfahrtsleitwort "Mit Maria zu Jesus" das Jubiläum 100 Jahre Patrona Bavariae sowie 100 Jahre Marienerscheinungen von Fatima in Portugal mit dem Reformationsgedenken verbinden. Mit dem diesjährigen Motto werde ausgesprochen, was das Wesen und der innere Kern einer Marienwallfahrt sei, so Bischof Oster: "Gemeinsam mit der Gottesmutter Maria den Blick auf den zu richten, der gekommen ist, die Welt zu erlösen." Dabei sei es nicht damit getan, Jesus aus sicherer Distanz zu betrachten. Nötig sei eine "wirkliche, innere Annäherung an den Herrn."

Text: Uschi Friedenberger, Fotos: Roswitha Dorfner 19, Werner Friedenberger 1

Impressionen

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Während des Pontifikalamts in der Basilika sandte Bischof Stefan Oster 15 neue Pilgerbetreuer aus.
Während des Pontifikalamts in der Basilika sandte Bischof Stefan Oster 15 neue Pilgerbetreuer aus.
Stefan Oster und Bischof em. Wilhelm Schraml werden von Pilger an der Gnadenkapelle begrüßt.
Stefan Oster (l.) und Bischof em. Wilhelm Schraml werden von Pilger an der Gnadenkapelle begrüßt.
Eintrag ins Goldene Buch der Stadt: Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, evangelischer Pfarrer Hans-Ulrich Thoma, Bischof Stefan Oster, Bürgermeister Herbert Hofauer, Kardinal Kurt Koch, Bischof em. Wilhelm Schraml und Landrat Erwin Schneider.
Eintrag ins Goldene Buch der Stadt (v.l.): Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, evangelischer Pfarrer Hans-Ulrich Thoma, Bischof Stefan Oster, Bürgermeister Herbert Hofauer, Kardinal Kurt Koch, Bischof em. Wilhelm Schraml und Landrat Erwin Schneider.
Prozession zur Basilika.
Prozession zur Basilika.
Prozession zur Basilika.
Prozession zur Basilika.
Prozession zur Basilika.
Prozession zur Basilika.
Prozession zur Basilika.
Prozession zur Basilika.
Prozession zur Basilika.
Prozession zur Basilika.
Prozession zur Basilika.
Prozession zur Basilika.
Viele Bischöfe und Priester im Altarraum der Basilika.
Viele Bischöfe und Priester im Altarraum der Basilika.
Bischof Stefan Oster mit den beiden Altöttinger Wallfahrtsrektoren in der Basilika.
Bischof Stefan Oster (M.) mit den beiden Altöttinger Wallfahrtsrektoren in der Basilika.
Eucharistiefeier.
Eucharistiefeier.
Prozession zur Gnadenkaeplle.
Prozession zur Gnadenkaeplle.
Prozession zur Gnadenkaeplle.
Prozession zur Gnadenkaeplle.
Kurienkardinal Kurt Koch bei der Statio vor der Gnadenkaeplle.
Kurienkardinal Kurt Koch (M.) bei der Statio vor der Gnadenkaeplle.