Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Offiziell wurde das Wallfahrtsjahr in Altötting von Kurienkardinal Kurt Koch und Diözesanbischof Stefan Oster traditionell am 1. Mai eingeläutet (mehr dazu in der kommenden Ausgabe), tatsächlich kommen viele Pilgergruppen aber bereits im April ins "Herzen Bayerns" – hier eine kleine Auswahl:

50. Jubiläums-Fußwallfahrt – Pilger aus Martinsbuch-Neufahrn

"Wonnebebend an der Schwelle, dieser hl. Kapelle, sinken wir voll Ehrfurcht hin, vor der Himmelskönigin ...", das alte Pilgergebet, vorgetragen von Michael Auer, dem Leiter der Martinsbucher Fußpilgergruppe, hat auch am Karsamstag, 15. April, nach der Ankunft in Altötting vor der Gnadenkapelle Tradition und nichts an seiner Innigkeit zur Verehrung der Gottesmutter verloren. Das gilt nicht nur für die 170 Martinsbuchener Pilger, sondern auch für die 152 Wallfahrer aus Neufahrn. Beide Gruppen trafen auf der letzten Wegetappe in Massing zusammen und machten sich dann gemeinsam auf zum Gnadenort Unserer Lieben Frau und das heuer zum 50. Mal. Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl begrüßte die Jubiläums-Fußpilger sehr herzlich und bedauerte, dass die Kirchenglocken momentan verstummten, sich ja nach dem Volksmund in Rom befänden und so am Karsamstag kein Willkommengeläut für die "Jubiläumspilger" erklinge. Doch damit hatten die Fußpilger kein Problem; sie überbrachten der Gottesmutter mit dem Lied "Meerstern ich dich Grüße" ihren Dank fürs gute Ankommen. "Unsere Liebe Frau, die immer wieder aufrichtet, tröstet und stärkt in Glauben, Hoffnung und Liebe, hat stets ihren Blick auf Euch gerichtet", versicherte Prälat Mandl und verabschiedete sich mit "kommt's fei wieder und dann mit doppelt so vielen Wallfahrtsteilnehmern". Ganz gerührt zeigte sich der Neufahrner Pilgerführer Sebastian (Wast) Maier über die Ehrung für 20 Jahre Pilgerleitung; er hatte aber auch ein großes persönliches Anliegen: einen guten Nachfolger für sein verantwortungsvolles Amt zu finden. Abschließend wurde das Lied "Zur Mutter nach Eding wir alle nun gehen" angestimmt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Pilgerleiterin geehrt – Wallfahrt aus Laberweinting

Kurz nach den "Jubiläumspilgern" aus Martinsbuch/Neufahrn erreichten die Fußpilger aus Laberweinting am Karsamstag, 15. April, ihr Pilgerziel. Pilgerleiterin Marion Feldmayer (2. Bild, M.) bedankte sich vor der Gnadenkapelle bei der Gottesmutter für eine zweitägige, unfallfreie Fußwallfahrt und gemeinsam wurde abschließend das Lied "Segne du Maria" gesungen. Heuer galt es auch drei Pilgerjubilare zu ehren, darunter die Pilgerleiterin selber für 25malige Teilnahme. Da gratulierte natürlich besonders Töchterchen Hanna.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Nachtwallfahrt – Wallfahrt aus Mamming-Niederhöcking

"Wir beten zu Recht, 'Jungfrau Mutter Gottes mein ...'", denn letztendlich sei das persönliche Ziel der Fußpilger die Gnadenmutter von Altötting, betonte Diakon Thomas Zauner bei der Begrüßung der 48 Fußpilger und 50 Buspilger aus der Pfarreiengemeinschaft Mamming-Niederhöcking am Samstagmorgen, 22. April, nach dem Einzug zur Gnadenkapelle. In einer Nachtwallfahrt mit Pausen in Haberskirchen, Unterdietfurt und Holzen waren die Fußwallfahrer unter Leitung von Hans Kohlmeier und Hans Huber die 60 km nach Altötting marschiert und haben so wieder das Versprechen eines Kriegsheimkehrers eingelöst. Nach der Ehrung von Peter Zettl für 40malige Teilnahme – er bildet quasi das "Schlusslicht" der Pilgergruppe, geht immer mit Warnweste bekleidet als Letzter zur Absicherung, um alle im Blick zu haben – wurde in der Basilika mit P. Joseph Santhappen msfs Pilgergottesdienst gefeiert.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

170 Kilometer in vier Tagen – Pilger aus aus Schwandorf/St. Jakob

Eigentlich ist der größte Teil der Fußpilger aus Schwandorf/St. Jakob dem Jugendalter entwachsen, so müsste der Name "Jugendwallfahrt" wie es immer wieder im Wallfahrtsprogramm angegeben, schon lange geändert werden, meinte lachend Diakon Hans-Dieter Göring (1. Bild links). Er hatte die Schwandorfer Fußwallfahrt 1980 gegründet und die Leitung mittlerweile in jüngere Hände, in die von Stefan Schenk abgegeben. Aber man sei letztendlich so alt oder junggeblieben, wie man sich fühle, merkte er an. Und dass die 90 Fußpilger gut drauf waren bewies die Tatsache, dass sie in vier Tagen 170 km zu Fuß zurückgelegt hatten. Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl (1. Bild rechts), der die Fußpilger aus der Oberpfalz am 22. April gegen 10 Uhr vormittags, am Gries abgeholt und die letzten Meter zum Kapellplatz einbegleitet hatte, zollte seinen großen Respekt und Dank für das großartige Zeugnis des Glaubens und der Liebe zur Muttergottes. Mandl empfahl, sich Zeit zu nehmen für einen Besuch in der Gnadenkapelle, aber auch den hl. Bruder Konrad in der Konradkirche durch einen Besuch zu ehren.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Vom Winter in den Frühling – Wallfahrt aus Viechtach

Drei Tage hatten sich die 230 Viechtacher als "betende, glaubende und hoffende" Gemeinschaft auf den Weg gemacht, stellte Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl fest und dankte für die Pilgertreue. Als am 22. April um 15.15 Uhr die Altöttinger Kirchenglocken beim Einzug über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika ihren Willkommengruß läuteten, war die Freude nicht nur auf den Pilgergesichtern, sondern auch bei den wartenden Angehörigen groß. Wettermäßig war heuer alles dabei, erzählte Pilgerleiter Alfred Kasperbauer, von Kälte und Schnee bis Sonnenschein und frühlingshaft milden Temperaturen. "Wir sind nur Gast auf Erden und wandeln ohne Ruh mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu ...", hatte die Viechtacher Stadtkapelle beim Einzug gespielt und Pilgerleiter Kasperbauer bezog dies auf die dreitägige 44. Fußwallfahrt nach Altötting. "Herzliches Vergelt's Gott allen für die großartige Disziplin, allen Helfern und Mitorganisatoren, dem Frauenbund, Begleitfahrzeugen, Quartiergebern usw." – und natürlich P. Prince Kalarimuriyil, der den ganzen Pilgerweg zu Fuß mitmarschiert war und mit seinen Viechtachern den Pilgergottesdienst feierte. "Nur wenn alle zusammenhelfen, kann großartiges gelingen", rief Kasperbauer aus und ehrte einige Pilgerjubilare, allen voran Resi Heimerl, Berta Gierl und Johann Seiderer für deren 25malige Teilnahme mit Urkunde und Pilgerstab.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Gnadenmutter zum Ziel – Pilger aus Hebertsfelden/Pfarrei St. Emmeram

Um 5 Uhr frühmorgens am 22. April war Abmarsch für die 83 Fußpilger aus Hebertsfelden/Pfarrei St. Emmeram. Gegen Mittag kamen sie, zahlenmäßig verstärkt durch Erstkommunionkinder, Ministranten und Pfr. Josef Rainer, die sich ab Reischach angeschlossen hatten, in Altötting an. "Ihr habt's einige Kilometer in den Füßen und da dürft's stolz drauf sein", dankte Kapuzinerpater Heinrich Grumann fürs Kommen und versicherte bei der Pilgerbegrüßung: "Wenn man ein Ziel hat, dann nimmt man die Strapazen einer Fußwallfahrt gern in Kauf". Dieses Ziel, die Gnadenmutter von Altötting, die Patrona Bavariae hatte auch Alois Kaiser (81) als ältester Wallfahrtsteilnehmer der Hebertsfeldener vor Augen und war die ganze Strecke zu Fuß mitgegangen. Im Kongregationssaal feierten die Hebertsfeldener abschließend mot Pfr. Josef Rainer einen Pilgergottesdienst.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Mit Maria zu Jesus" – Wallfahrt aus Edling und Wasserburg/Inn

Den Fußwallfahrern aus Edling und Wasserburg/Inn empfahl Kapuzinerpater Ludwig Wörle am frühen Nachmittag des 22. April "die Gottesmutter als sicheren Wegweiser zum Herrn". Ein weniger sicherer und etwas verwirrender Wegweiser war für P. Ludwig, wie er den Fußpilgern schmunzelnd erzählte, das Wallfahrtprogramm, aus dem er nicht eindeutig erkannte, an welcher Straßenkreuzung er die Edlinger/Wasserburger abzuholen hatte. So stand er wartend an der falschen Stelle. Aber Ende gut, alles gut: Als er verwundert, weil die Fußpilger nicht kamen, zur Gnadenkapelle zurückkehrte, wurde er vom Mesner gleich wieder losgeschickt, denn die Fußpilger zogen bereits den Kapellplatz herauf. Doch die Edlinger mit Vorbeter Hans Schwald nahmen's gelassen und freuten sich, dass P. Ludwig mit ihnen nach der Nachtwallfahrt im Kongregationssaal eine kurze Andacht feierte.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Ankommen beim Herrn – Wallfahrt aus Edelshausen

Es war vor sechs Jahren, als die Fußwallfahrt aus Edelshausen ihre Anfänge nahm. Früher pilgerten sie jährlich im Herbst bei der traditionsreichen Waidhofener Wallfahrt mit. Aus Zeitgründen haben die Edelshausener unter Leitung von Anita Seitz ihre eigene "Frühjahrsfußwallfahrt" gegründet und so zogen sie nach dreitägigem Fußmarsch und 140 zurückgelegten Kilometern am 22. April, einbegleitet von Kapuzinerpater Siegbert Mayer und unter Glockengeläut, zur Gnadenkapelle. "Der Weg ist das Ziel" würde man sagen, so P. Siegbert bei der Pilgerbegrüßung, "doch das Ziel eines Christen ist es, wenn wir angekommen sind, angekommen beim Herrn." Dies sei gerade bei der Ankunft an einer Gnadenstätte wie Altötting spürbar, denn die Gottesmutter Maria führe uns zu Jesus.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Treue Pilger aus Franken – Buspilgergruppe aus Heustreu/Um den Michaelsberg

Drei Tage, vom 26. bis 28. April, weilte die Buspilgergruppe aus Heustreu/Um den Michaelsberg unter der geistlichen Leitung von Pfarrer Frank Mathiowetz (3. Bild in der Gnadenkapelle) am Gnadenort Unserer Lieben Frau und des hl. Bruders Konrad. Mit dabei war auch wieder die treue "Boten"-Leserin Martha Göb (im zweiten Bild links) aus Donnersdorf. Vor Eintreffen am Gnadenort wurde in Freising ein Gottesdienst gefeiert, bei der Heimfahrt stand noch ein Besuch bei der hl. Anna Schäffer in Mindelstetten auf dem Programm, wie Pfr. Mathiowetz berichtete. Des regnerischen Wetters wegen verlegte Altöttings Diakon Thomas Zauner die Begrüßung ins Innere der Hl. Kapelle. Dann stimmte er das Lied "Freu dich du Himmelskönigin" an, mit der Gewissheit, dass die Pilger aus Unterfranken als große Marienverehrer die Strophen auch ohne Gotteslob beherrschten. Singen sei doppelt gebetet, versicherte Zauner, da ist das Herz dabei! Zauner dankte den Pilger auch, dass sie ihren Glauben durch die Wallfahrt öffentlich bekundeten.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

27 Radpilger aus Rappenbügl trotzten der Kälte

Bei der 19. Rappenbügler Radpilgerfahrt nach Altötting waren Anstiege gefragt – zwangen sie doch den Körper zu Anstrengung und damit zur Produktion von Wärme. Bei Außentemperaturen von 3-8 Grad war der Fahrtwind bei Abfahrten sogar beißend kalt, wie Pilgerleiter Dr. heribert Popp berichtete. 27 Radpilger machten sich am 22. April um 6.45 nach dem Reissegen durch Pfarrvikar Sebastian und dem Entzünden der Wallfahrtskerze durch den jüngsten Radpilger, Christian Wagner, auf den über 160 Kilometer langen Weg. Am 23. April kamen sie schließlich bei Unserer Lieben Frau in Altötting an, um 14 Uhr feierten sie mit dem nachgereisten Pfarrvikar Sebastian in St. Konrad einen Pilgergottesdienst. Die Chronologie der 19 Altötting Radpilgerfahrten mit Bildern findet man im Internet unter http://www.rappenbuegl-st-josef.de/radpilgerkirche.html.

Text und Foto: red