Altöttinger Liebfrauenbote

Zweite Altöttinger Fastenpredigt mit Domkapitular Rolf Lohmann

Auf Gottes Wort hören und danach handeln

Das Wallfahrtsmotto "Mit Maria zu Jesus" ist Thema der diesjährigen Reihe der Altöttinger Fastenpredigten. Nachdem in der Woche zuvor der stellvertretende Altöttinger Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater Norbert Schlenker, die Hochzeit zu Kana thematisiert hatte, predigte am 16. März der Wallfahrtsrektor von Kevelaer, Domkapitular Rolf Lohmann in der Altöttinger Stiftspfarrkirche. Er erklärte, wie man zu Jesu "wahren Verwandten" wird.

Domkapitular Rolf Lohmann.
Domkapitular Rolf Lohmann.

"Mit Maria – Gottes Wort leben", lautet heuer das Wallfahrtsmotto in Kevelaer – sehr ähnlich dem Altöttinger Leitwort. "Gottes Wort" war auch ein zentraler Aspekt der Fastenpredigt, wobei es das Evangelium "Von den wahren Verwandten Jesu" (Lk 8,19-21) dem Wallfahrtsrektor nicht gerade einfach machte: "Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln", hatte Jesus demnach erwidert, als ihn seine Mutter und seine Brüder unbedingt sehen wollten. Seine eigene Mutter einfach warten lassen? Geht das?

Ja, das geht. Wer P. Norberts Predigten zum Eucharistischen Stundengebet, die heuer die Fastenpredigten thematisch eingeleitet hatten, sowie P. Norberts erste Fastenpredigt gehört hat, der weiß: Maria kann auch zurückstehen, denn sie weiß: Jesus, der Sohn Gottes, ist "zwischen den Welten zuhause", er hat eine "messianische Macht" und daher hat Maria den Menschen auch auf den Weg gegeben: "Was Er euch sagt, das tut" (Joh 2,5). Zwei klare Aufträge leitete Domkapitular Lohmann aus dem Evangelium ab und legte sie den Gottesdienstbesuchern ans Herz.

Erstens: "Sich mit Gottes Wort wirklich auseinandersetzen" und gerade in heutiger Zeit darauf achten, dass man bei all den Informationen, die uns täglich erreichen, Gottes Wort nicht überhöre. Nicht ohne Grund sei vor allem im Zuge des II. Vatikanischen Konzils die Bedeutung der Hl. Schrift "wieder entdeckt" worden, denn: "Wenn wir zu Jesu Verwandten gehören wollen, dann brauchen wir die Hl. Schrift, das lebendige Wort Gottes, das uns Impulse gibt für unser Handeln", betonte der Prediger.

"Nicht einfach reden, sondern etwas tun"

Eucharistiefeier.
Eucharistiefeier im Rahmen der Fastenpredigt mit (v.l.) den Wallfahrtsrektoren P. Dr. Michael Staberl OSB aus Mariazell/Österreich, P. Philipp Steiner OSB aus Maria Einsiedeln/Schweiz, Prälat Günther Mandl aus Altötting, Hauptzelebrant Domkapitular Rolf Lohmann aus Kevelaer sowie P. Christoph Pecolt OSB, Stadtpfarrer des Pfarrverbands Mariazell und P. Norbert Schlenker, stellvertretender Wallfahrtsrektor in Altötting.

Zweitens: "Nicht einfach reden, sondern etwas tun", appellierte Domkapitular Lohmann an die Zuhörer. Ganz bewusst habe Papst Franziskus eine "Kirche des Aufbruchs" vor Augen, "die sich nicht in frömmelnde Ecken zurückzieht, sondern die sich aufmacht zu den Menschen". Dass dies gerade auch jene einschließt, die "am Rande stehen", habe die Gottesmutter Maria bereits in ihrem Lobgesang, dem "Magnificat" (Lk 1, 46-55), erklärt; "Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen", heißt es dort etwa.

Ausdrücklich lobte der Domkapitular das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer in den Pfarreien, insbesondere auch jene die er erst vor kurzem auf dem Altöttinger Pfarrfamilienabend kennenlernen durfte. Dieser Einsatz sei wichtig, betonte er und ergänzte: "Wo wir uns als Verwandte des Herrn erweisen, Gottes Wort hören und danach handeln, werden sich die Menschen uns anschließen."

Text und Fotos: Michael Glaß

Termine der nächsten Fastenpredigten