Altöttinger Liebfrauenbote

Segnungsgottesdienst mit Diözesanbischof Dr. Stefan Oster in der St. Anna-Basilika

"Sein Weg führt zum Heil"

Gerade Menschen, die durch Krankheit, Sorge und Leid gebeugt sind, suchen Beistand und Trost im intensiven Gebet oder beim Kirchenbesuch. Viele Gläubige besuchten daher im letzten Jahr die diözesanen Segnungsgottesdienste sowohl in Passau als auch am Gnadenort Altötting mit Bischof Dr. Stefan Oster, der die Gläubigen auch heuer wieder dazu einlädt: "Wir reifen vor allem dann, wenn wir lernen, uns in schweren Zeiten auf den Herrn zu verlassen. In der hl. Messe dürfen wir auch mit allen unseren Gebrechen an Leib und Seele kommen – mit der Bitte um Heilung." Auftakt der diesjährigen Segnungsgottesdienste war am Freitagabend, 10. März, um 19 Uhr in der Altöttinger St. Anna-Basilika.

Bischof Stefan Oster segnet eine Familie.
Bischof Stefan Oster segnet eine Familie.

Dabei spendeten Bischof Oster und Bischof em. Schraml sowie die Priester und Diakone den Einzelsegen; auch das Sakrament der Versöhnung (Beichte) wurde angeboten. Die musikalische Gestaltung übernahmen die Gruppe "Nightfire" und die Gemeinschaft Emanuel.

Bischof Stefan freute sich, "dass auch einige Jüngere da sind" und sprach offen über die Schwierigkeiten, jungen Leuten den Glauben zu vermitteln und sie wieder in die Kirche zu bringen – denn letztendlich gehe es dabei "um unser Heil", betonte er.

Als "Theoretiker der Gerechtigkeit" interessiere die jüngere Generation ein "nettes Miteinander" sehr wohl, aber viele seien der Meinung, deshalb müsse man doch keinen Gottesdienst besuchen, resümierte Bischof Oster. Der Wunsch nach einem guten Miteinander oder nach körperlichem Wohlbefinden sei natürlich nichts Schlechtes. Aber weder Ethik noch "Wellness" hätten etwas mit unserem Glauben zu tun. Der Prophet Ezechiel habe uns dies in der Lesung (Ez 18-25) drastisch vor Augen geführt, da gehe es quasi um Leben und Tod: "Wenn sich der Schuldige von dem Unrecht abwendet, das er begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren." Außerdem zitierte Bischof Oster Jesu Worte aus dem Matthäus-Evangelium (Mt 5, 20-26): "Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Pharisäer und Schriftgelehrten, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen."

"Ich bin froh, seid ihr es auch!"

Bischof Stefan Oster bei der Segnung.
Bischof Stefan Oster bei der Segnung.

Dies sei in erster Linie auch ein Appell an unser Gewissen, an die entscheidende Frage was im Leben wichtig ist, was Halt und Orientierung gebe. Indem wir uns verinnerlichten, im Innersten erkennen, dass Christus bereits in uns sei, wachse auch die Erkenntnis unserer eigenen Unvollkommenheit und die Mahnung zu steter Umkehr, Reue und Buße. Nicht an der selbstgerechten, vermeintlich vollkommenen Lebensdarstellung der Pharisäer und Schriftgelehrten sollten wir uns orientieren, sondern in der Kreuzesnachfolge Jesu – nur Sein Weg führe zum Heil!

Das Wort "Heil" übersetzte Bischof Oster mit den Worten "bei Ihm zu Hause zu sein" und nannte Papst Johannes Paul II. als leuchtendes Vorbild, der in seinem schweren Leiden die Kreuzesnachfolge Jesu erkannte.Er sei bereits im Leben "heimgekommen zu Jesus" und habe uns als Vermächtnis die Worte hinterlassen: "Ich bin froh, seid ihr es auch!" Gerade die vorösterliche Bußzeit, eine Zeit in der Vorfreude auf das Fest der Auferstehung, solle in uns die existenzielle Erfahrung aufleuchten lassen: "Jesus lebt, mitten unter uns! Er ist das Leben!"

Text und Fotos. Roswitha Dorfner

Impressionen

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